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Dresdner Büromarkt trotzt der Krise - Mieten steigen, der Leerstand sinkt

Dresdner Büromarkt trotzt der Krise - Mieten steigen, der Leerstand sinkt

Verglichen mit den meisten anderen deutschen Bürostandorten präsentiert sich der Dresdner Büroimmobilienmarkt trotz Finanzkrise außergewöhnlich robust. Die Analysten der Dr. Lübke GmbH sprechen sogar von einem grundlegenden Wandel, denn Vermieter kämpfen nicht mehr auf Krampf um jeden Mieter.

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Zu den Sorgenkindern des Dresdner Büromarkts zählt das alte Amtsgerichtsgebäude.

Die DNN beantworten wichtige Fragen zum Thema.

Von Christoph Stephan

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Von den insgesamt 2,53 Millionen Quadratmeter Bürofläche in der Landeshauptstadt stehen zur Zeit etwa 290 000 Quadratmeter leer. Die Leerstandsquote beträgt damit 11,5 Prozent. "Das ist ein ziemlich guter Wert. Früher lagen wir im Schnitt immer bei 15 Prozent", sagt Oliver Münzberg, Vermietungsspezialist im Dresdner Regionalbüro der Dr. Lübke GmbH. Analog dazu sind die Spitzenmieten, die hauptsächlich in den Top-Lagen am Altmarkt, Postplatz und der Prager Straße erzielt werden, leicht gestiegen. Von knapp zehn Euro pro Quadratmeter auf derzeit elf Euro.

m Gab es in diesem Jahr viel Bewegung auf dem Markt?

Verglichen mit 2010, als die Stadtverwaltung wegen des Auszugs aus dem Technischen Rathaus auf einen Schlag über 10 000 Quadratmeter Bürofläche im "World Trade Center" und an anderen Standorten bezog, war 2012 bislang ziemlich mau. Zwar unterzeichnete die Fortbildungsakademie der Wirtschaft einen Mietvertrag über 1400 Quadratmeter große Räumlichkeiten auf der Räcknitzhöhe, aber das war dann auch schon einer der bedeutendsten Abschlüsse.

Verglichen mit dem Vorjahr sank der Flächenumsatz - Indikator für vermietete, geleaste und an Eigennutzer verkaufte Büros - im ersten Halbjahr 2012 um 16 Prozent. Eckhard Kaiser, der Regionalleiter der Dr. Lübke GmbH, hält die stabile Nachfrage aus dem Mittelstand für das wichtigste Pfund des Dresdner Büromarkts. "Schauen Sie sich Düsseldorf an, Hauptstandort von Vodafone. Solche Schwergewichte können einen Immobilienmarkt extrem durcheinander bringen. Und eben weil wir in Dresden nicht von wenigen großen Unternehmen dominiert werden, haben uns die großen Krisen der letzten Jahre so gut wie nicht ereilt."

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Der Dresdner Wohnungsmarkt mutiert zum Vermietermarkt. Gilt das auch für den Büromarkt?

Dafür gibt es erste Anzeichen. Zwar steigen die Mieten in den mittleren Lagen nur leicht und bewegen sich aktuell zwischen vier und sechs Euro pro Quadratmeter. Allerdings sind sie effektiv deutlich mehr wert. "Anreize von Seiten der Vermieter, etwa mietfreie Zeiten oder besondere Ausbauleistungen, gibt es heute kaum noch", sagt Münzberg. "Lange Laufzeiten für Mietverträge werden immer öfter akzeptiert und Vermieter kämpfen nicht mehr auf Krampf um jeden Mieter, denn der nächste Interessent kommt bestimmt."

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Gibt es dennoch Sorgenkinder?

Ja, Experten sprechen in diesem Fall von strukturellem Leerstand. Dieser betrifft vor allem Bürobauten, die vor der Wende, aber auch zwischen 1990 und 2000 entstanden sind und aufgrund ihrer Grundrisse, der Haus- sowie der Telekommunikationstechnik nicht mehr den heutigen Mieteranforderungen entsprechen.

Ein Stadtteil mit hohem strukturellen Leerstand ist beispielsweise die Friedrichstadt. Prominentes Neumitglied in der Reihe der Sorgenkinder ist das alte Gebäude des Amtsgerichts an der Berliner Straße. "Das Haus wurde gezielt als Gericht geplant und gebaut. Die Umwidmung solch eines Gebäudes ist nicht einfach und vor allem teuer, denken Sie zum Beispiel nur an die Raumtiefen", betont Kaiser.

Aus seiner Sicht kommt als neuer Mieter am ehesten ein Bildungsträger in Betracht. Von denen gibt es allerdings schon jetzt sehr viele in Dres- den. Privatschulen und andere Bildungseinrichtungen führen flächen- mäßig den Dresdner Büromarkt an, das zweite wichtige Standbein ist der IT- und Softwarebereich. Erst danach kommen Ingenieurbüros, Personaldienstleister, Beratungsgesellschaften, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwaltskanzleien.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.11.2012

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