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Dresdner Backhaus startet mit Stollenproduktion - auch Eierschecken-Versand

Dresdner Backhaus startet mit Stollenproduktion - auch Eierschecken-Versand

"Klick-klick-klick-klack". Noch vor ein paar Monaten klickten die Schalter in Reihe, wenn die Schicht im "Dresdner Backhaus" begann: Der Erste macht das Licht an - und die Öfen, die Spülmaschine und all die anderen elektrisch betriebenen Gerätschaften, die in einer modernen Bäckerei stehen.

Doch damit ist nun Schluss. "Das hat Stromspitzen produziert, die uns teuer zu stehen kamen", berichtete die kaufmännnische Leiterin Erika Mehner dem Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), als der zu Besuch kam, um sich über die Resultate des Dresdner "Ökoprofit"-Projektes ein Bild zu machen. Jetzt, so sagte sie, schalten die Bäcker ihre Öfen erst dann an, wenn sie die wirklich brauchen.

Durch diese und andere kleine Veränderungen, die in Summe gerade mal 3000 Euro kosteten, hat das Unternehmen seine Spitzenlast inzwischen von 140 auf 90 Kilowatt gesenkt - und schon im ersten Jahr seine Stromkosten um 10 000 Euro gesenkt.

Für sie als Familienunternehmerin und vierfach Mutter sei es eine natürliche Verpflichtung gewesen, "an einer langfristige und nachhaltige Zukunftssicherung zu denken, die einher geht mit der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens", erklärte Backhaus-Chefin Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller ihre Motive für die "Ökoprofit"-Teilnahme. Nach den Hinweisen der Ökoprofit-Berater, die das Backhaus im städtischen Auftrag nach Kosten- und Öko-Schwachstellen durchforstet hatten, werden nach und nach auch die Leuchtstoffröhren in der Bäckerei durch LED-Lampen ersetzt, wovon sich die Chefin weitere 3200 Euro Ersparnis pro Jahr erhofft.

Kreutzkamm-Aumüller war nach der politischen Wende von München nach Dresden zurückgekehrt, wo sie das alte Familien-Café am Altmarkt wieder etablierte. Um das Wieder-Engagement in Sachsen wirtschaftlich abzusichern, übernahm sie 1993 parallel dazu das insolvente Dresdner Backhaus gegenüber vom Uniklinikum, das aus den Resten des ehemaligen Backwarenkombinats hervorgegangen war. Präsent ist das Unternehmen mittlerweile mit fünf Filialen in und um Dresden, die jüngste wurde in Radebeul eröffnet.

Neben Brot und Brötchen - "ohne künstliche Aromen oder Konservierungsstoffe", wie der Handwerksbetrieb betont - verlegte sich das Backhaus auch auf die Pausenversorgung von Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen. Ein weiteres Umsatzdrittel trägt die Stollenbäckerei bei. Das neueste Projekt ist der Eierschecken-Versandhandel gen Westen. Und obgleich Bäckermeister Tino Gierig da nur mutmaßen kann: Viele dieser Eierschecken-Kunden von "drüben" dürften wohl ausgewanderte Dresdner sein, die die Kuchenfreuden ihrer Heimat vermissen, glaubt er. "Die preisliche Konkurrenz durch die Tiefkühl-Backwaren ist natürlich groß", sagt Gierig. "Aber ich habe den Eindruck, dass da wieder ein Umdenkprozess im Gange ist, Qualität wieder geschätzt wird", meint er. "Viele haben eben gemerkt: Von uns gibt's echte Handarbeit."

Heiko Weckbrodt

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