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Dresdner Arzt geht an seine Grenzen

Extremsport Dresdner Arzt geht an seine Grenzen

Dr. Silvio Weber läuft 160 Kilometer über die Alpen – ohne Stopp. Die Tortur nimmt der Mediziner vor allem für sich selbst auf sich, aber auch, um Spenden für das Zentrum für Gesundes Altern zu sammeln.

Zwei Mediziner, eine Leidenschaft: 2014 und 2015 hat Prof. Lorenz Hofbauer (l.) die Alpen in vier Etappen überwinden. In diesem Jahr macht sich Dr. Silvio Weber auf die 160 Kilometer lange Strecke – ohne eine Pause einzulegen.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  „Also für mich wäre das nichts“, sagt Prof. Lorenz Hofbauer. Nicht, dass der Oberarzt der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Uniklinikum nicht sportlich wäre. Im Gegenteil. In den vergangenen zwei Jahren ist er für die Stiftung Hochschulmedizin in vier Tagen 160 Kilometer über die Alpen gelaufen. Aber das, was sein Kollege jetzt vorhat, ist selbst für den erfahrenen Läufer eine Schippe zu viel. Dr. Silvio Weber vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie wird vom 5. bis zum 7. August die gleiche Strecke bewältigen – allerdings ohne dabei eine Pause einzulegen.

Von Seefeld in Österreich geht es für den 34-Jährigen ohne Stopp in das italienische Brixen – knapp 10 000 Meter hoch und sogar noch etwas mehr wieder runter führt der Salomon Alpen X 100. Und das auch nachts. 35 bis 40 Stunden plant Dr. Weber dafür ein. „Da fragt man sich schon, wovor läuft er weg?“, schmunzelt Prof. Hofbauer. Ihn selbst hat das Lauffieber ohnehin längst gepackt, auch wenn er es in diesem Jahr beim Sachsen-Trail und dem Dresden-Marathon belässt. „Momentan fehlt mir die Zeit, um so zu trainieren, dass ich die Läufe auch genießen kann“, so der 47-Jährige.

Ein Genuss wird der Ausflug für Dr. Weber – man mag es kaum glauben – tatsächlich. „Ich werde mich ein Leben lang an meinen ersten 100 Meilen-Lauf vor zwei Jahren rund um den Mont Blanc erinnern. Davon werde ich meinen Enkeln noch erzählen. Das wird jetzt sicher ähnlich“, glaubt der Dresdner Mediziner. Wichtig sei es vor allem, in sich hineinhören zu können, nicht zu schnell anzugehen, sich genügend Reserven zu bewahren. Denn speziell die zweite Nacht wird hart. „Die Wege werden nicht einfacher, die Konzentration nimmt ab. Blind den Berg hochzurennen, ist keine gute Idee“, beschreibt Dr. Weber.

Blind sei er ohnehin nicht unterwegs, die Umgebung, die Natur, Sonnenauf- und Sonnenuntergänge – alles saugt er in sich auf. Auf Musik verzichtet er, um besser auf seinen Körper reagieren zu können. Wird es hart, denkt er an die Menschen, die ihm wichtig sind, erzeugt damit Kuschelhormone. „Und wenn ich aus dem Berg herauskomme, bin ich mit mir im Reinen, ganz bei mir. Und unglaublich müde“, erklärt der 34-Jährige.

Um dieses Hochgefühl erreichen zu können, hat er viel trainiert. Drei bis vier Mal die Woche schnürt er die Laufschuhe, hinzu kommen spezielle Einheiten etwa in den Dolomiten oder in der Sächsischen Schweiz. „Laufen ist ein unheimlich ehrlicher Sport. Man bekommt das zurück, was man vorher in das Training gesteckt hat“, sagt Dr. Weber.

Am Ende allerdings, nach all den Strapazen, bleibe ein wenig Wehmut. Es sei ein Schock, wieder in die Zivilisation zurückzukommen, nach Tagen in der freien Natur, ohne Handy, E-Mails und Dauer-Erreichbarkeit. „Es passiert so viel Schlechtes in der Welt, aber auf dem Berg ist man in Sicherheit, nur auf sich allein gestellt“, pflichtet ihm auch Prof. Hofbauer bei. Und in Gesellschaft von Menschen, für dieser Lauf ein ebenso großes Privileg ist wie für einen selbst.

Dr. Silvio Weber geht es aber nicht nur um sein eigenes Laufvergnügen. Mit seiner Tour über die Alpen möchte – wie bereits Prof. Hofbauer 2014 und 2015 – um Spenden für die Stiftung Hochschulmedizin werben. 7300 Euro sind im vergangenen Jahr dank des sportlichen Einsatzes zusammengekommen. Dieses Mal sollen die Einnahmen zu 100 Prozent an das Ende 2015 gegründete Zentrum für Gesundes Altern fließen. Es vereint die speziell auf ältere Menschenabgestimmte stationäre Versorgung mit ambulanten Therapieformen. Zusätzlich liegt der Fokus hier auf präventiven Maßnahmen. Beides soll älteren Menschen ein Höchstmaß an Selbstbestimmung und Selbstständigkeit in ihrer Lebensführung ermöglichen.

Dr. Weber kann mit einer Spende auf das Konto der Stiftung Hochschulmedizin angespornt werden: Ostsächsische Sparkasse Dresden; IBAN: DE27 8505 0300 0221 0457 40; BIC: OSDDDE81XXX; Kennwort: Spende AlpenX100

Von Christin Grödel

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