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Dresdner Anwalt wirft Filmnächte-Personal Nötigung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung vor

Dresdner Anwalt wirft Filmnächte-Personal Nötigung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung vor

Bis Freitagabend mochte Frederik Reinicke die Filmnächte am Elbufer sehr. Doch inzwischen ist seine Begeisterung für Deutschlands schönstes Freilichtkino, wie sich die Filmnächte gern selbst bezeichnen, deutlich abgekühlt.

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Frederik Reinicke wurde bei dem Handgemenge verletzt. Er sieht sich im Recht, denn es war nichts los vor der Leinwand, als er durch das Gelände laufen wollte.

Quelle: Christian Juppe

Und den Elberadweg, der vor der Leinwand entlang führt, mag er gerade auch nicht mehr so richtig. Denn mit den Filmnächten und genau diesem Weg verbindet sich ein Erlebnis, das ihm zunächst einen Krankenhausbesuch bescherte und nun ein juristisches Nachspiel hat.

Reinicke ist selbst Anwalt und nutzt den Radweg für seinen Arbeitsweg. "Am Freitagabend wollte ich nach dem Fußballspiel Deutschland-Frankreich an der Elbe nach Hause gehen", erinnert er sich. Als er den Eingang des Filmnächte-Areal nahe der Augustusbrücke erreichte, wurde er aufgehalten. Für Fußgänger sei der Durchgang gesperrt, sei ihm erklärt worden, Radfahrer und Skater dürften passieren. "Offenkundig fand noch keine Veranstaltung statt, die Ränge und Stuhlreihen waren komplett leer", so Reinicke. Er verschaffte sich Zugang, wurde aber auf der anderen Seite des Areals von drei Mitarbeitern gestoppt. "Der Einsatzleiter wollte mich zur Rede stellen und ergriff mich am Arm. Ich wollte mich befreien und setzte mich zur Wehr." Das war der Anfang einer Auseinandersetzung, bei der er schließlich zu Boden ging und verletzt wurde.

Die Polizei musste eingreifen, beide Seiten bestanden darauf, die Beamten zu rufen. Reinicke wurde später ins Krankenhaus gebracht, auch heute trägt er abends noch eine Halskrause. Denn bei der Auseinandersetzung wurde seine Halswirbelsäule verdreht, er erlitt Prellungen und Schürfwunden.

Ja, es hat diese Auseinandersetzung gegeben, bestätigte gestern Polizeisprecherin Jana Ulbricht. Richtig sei auch, dass beide Seiten die Polizei gerufen haben. "Es gab offensichtlich Unstimmigkeiten bezüglich des Passierens durch Fußgänger und ein Handgemenge", steht im Einsatzbericht. Die Beamten ermitteln nun wegen Hausfriedensbruchs, Beleidigung und Körperverletzung. Nicht allein gegen die Filmnächte-Mitarbeiter, auch gegen Reinicke.

Der will das nicht auf sich sitzen lassen und kündigte den Filmnächte-Veranstaltern, der Pan GmbH, schriftlich an, dass er Schadenersatz und Schmerzensgeld will. Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung wirft er den Mitarbeitern vor. Ob die Filmnächte überhaupt noch weitergeführt werden könnten, will er prüfen lassen. Vielleicht sei Pan ja gar nicht geeignet, das Freilichtkino zu veranstalten? Und wenn, dann vielleicht nicht am Elbufer?

Das Tischtuch ist zerrissen. Auch die Filmnächte-Macher fahren schweres Geschütz auf. Sie erwägen eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. "Ab dem offiziellen Einlassbeginn einer Veranstaltung wird das Filmnächte-Areal zum geschlossenen Veranstaltungsgelände", erklärte Pressesprecherin Carolin Schneider. Dann sei Fußgängern das Durchqueren nicht mehr gestattet. Andernfalls sei es nicht möglich, nachzuvollziehen, wer tatsächlich Fußgänger ist und wer nur versucht, auf diese Weise gratis aufs Gelände zu gelangen. Für Radfahrer gilt: Sie dürfen zwischen Leinwand und Publikum passieren.

Ein Patt. Ausgang ungewiss. Die Klage läuft.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.07.2014

Christoph Springer

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