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Dresdner Analytiker entwickeln Krebs-Schnelltester

Dresdner Analytiker entwickeln Krebs-Schnelltester

Ein Schnelltestgerät, das Prostata-Krebs viel schneller und zuverlässiger als bisherige Labormethoden erkennt, haben Materialdiagnostiker des Dresdner "Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme" (IKTS-MD) entwickelt.

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Der Fraunhofer-Apparat ist etwa so groß wie ein Laserdrucker.

Quelle: Fraunhofer IKTS

Statt Tage braucht es nur anderthalb Minuten, um bösartige Wucherungen in der Prostata zuverlässig zu diagnostizieren, informierte die Fraunhofer-Gesellschaft. Die Forscher hoffen, den etwa mikroskop-großen Automaten künftig auch für andere Krebsarten anpassen zu können. Einen ersten Prototypen zeigen sie auf der Messe "COMPAMED" ab Mittwoch in Düsseldorf.

Bisher war es üblich, Patienten eine Gewebeprobe aus der Prostata (Sperma-Drüse beim Mann) zu entnehmen, sie mühselig aufzuspalten und dann von einem Pathologen unterm Mikroskop untersuchen zu lassen - wobei laut Fraunhofer selbst erfahrene Ärzte Mühe haben, gut- und bösartiges Gewebe immer sicher zu unterscheiden. Diese Analyse dauert insgesamt meist mehrere Tage, was für die betroffenen Patienten eine Zeit großer Sorge und psychischer Anspannung ist.

Beim neuen Fraunhofer-Apparat, der etwa so groß ist wie ein Laserdrucker oder ein optisches Mikroskop, wird die Gewebeprobe direkt eingeschoben. Danach regt ein Laser die Zellen zu einem Eigenleuchten an, das sich je nach Zellenart unterscheidet. Dabei klingt diese Fluoreszenz bei gesunden und bei Krebs-Zellen unterschiedlich schnell ab - und dies macht sich das Gerät zunutze, um zu unterscheiden, ob ein Karzinom vorliegt oder nicht, wie IKTS-Entwickler Dr. Jörg Opitz erklärt.

"Der Arzt erhält auf Knopfdruck innerhalb von eineinhalb Minuten eine zuverlässige Aussage, ob das Gewebe in der Probe gut- oder bösartig verändert ist", versichert der Wissenschaftler. Wahrscheinlich werde es möglich sein, das Verfahren - mit dann anderen Fluoreszenz-Schwellenwerten - auch auf andere Krebsarten zu übertragen, möglicherweise durch bloße Software-Updates.

"Das klingt vielversprechend", schätzte der erfahrene Dresdner Urologe Dr. Friedrich Bauer ein. "Eine solch schnelle Diagnose wäre sicher hilfreich." Allerdings müsse das Gerät auch lernen, die spezielle Art des Prostata-Tumors zu erkennen, wie sie der Pathologe bisher mit dem sogenannten "Gleason"-Wert bestimmt: Die Einschätzung nämlich, ob es sich um einen langsam oder einen aggressiv wachsenden Krebs handele, sei für die Therapie-Auswahl entscheidend.

Laut Fraunhofer kann das neue Gerät dies noch nicht - man wolle den Apparat aber dahingehend gern weiterentwickeln. Immerhin habe das optische Diagnosegerät die ersten zwei klinischen Studien bereits erfolgreich hinter sich gebracht, informierte das Institut. Momentan laufe eine dritte Studie.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.11.2014

Heiko Weckbrodt

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