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Dresdner Amazon-Entwickler organisiert Computerkapazitäten für die Nasa

Dresdner Amazon-Entwickler organisiert Computerkapazitäten für die Nasa

Als die Nasa vor zwei Jahren den Roboter-Rover „Curiosity" (Neugier) auf dem Mars absetzte, hatte auch Amazon seine Hand im Spiel. Allerdings hatte das US-Internetkaufhaus nicht etwa sein Liefergebiet drastisch erweitert und den neugierigen Rover per Drohne auf unserem Nachbarplaneten eingeschwebt.

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Als die NASA den Rover Curiosity auf dem Mars absetzte, hatte auch Amazon die Hände im Spiel. Im Dresdner Amazon-Entwicklungszentrum werden Technologien entwickelt, um für Ereignisse wie diese genug Computerkapazitäten bereit zu stellen.

Quelle: NASA

Was viele nicht wissen: So riesig das Handelsimperium von Amazon erscheinen mag – für das Unternehmen ist es längst nur noch eines von mehreren Geschäftsfeldern.

Vielmehr ist aus der aufwendigen Computer-Infrastruktur, die Amazon für den Warenversand aufgebaut hat, mit „Amazon Web Services" (AWS) eine Konzerntochter entstanden, die Rechen- und Speicherkapazitäten an Regierungsstellen und Unternehmen rund um den Erdball vermietet – und darüber hinaus, wie das Beispiel „Curiosity" zeigt: Damit nämlich Millionen Internet-Nutzer die extraterrestrische Landung verfolgen konnten, stellte AWS dafür die Netzkapazitäten bereit. Dass solche Mega-Projekte flutschen – darum kümmert sich auch das AWS-Entwicklungszentrum Dresden, das Amazon im Waldschlösschen-Areal eingerichtet hat.

Eröffnet hatte der Internet-Riese aus Seattle dieses Zentrum im Mai 2013, als sich ein echtes „Schnäppchen" ergab: Weil der Elektronikkonzern AMD sparen musste, zog er sich aus Sachsen zurück und machte sein Dresdner Entwicklungszentrum dicht. Dort hatte ein 23-köpfiges Team um den Linux-Spezialisten Chris Schläger bis dahin das freie Computer-Betriebssystem „Linux" für AMD-Prozessoren optimiert. Nach dem Aus übernahm Amazon große Teile der Mannschaft und setzte sie darauf an, riesige Rechenzentren in unzählige virtuelle Computer zu unterteilen, die die Amerikaner dann vermieten können. „Seitdem ist unser Zentrum schnell gewachsen und wir suchen ständig neue Leute", sagt Schläger. Wie viele Mitarbeiter in Dresden tätig sind, darf er wegen der etwas geheimniskrämerischen Unternehmenspolitik bei AWS nicht verraten, nur so viel: Seit der Gründung vor einem reichlichen Jahr habe sich die Startmannschaft verdoppelt. Und noch einmal so viele Informatiker, Elektrotechniker, Mathematiker und Physiker sollen bis Ende 2015 in Dresden angeheuert werden.

Denn die Nachfrage nach den Internet-„Rechnerwolken" („Clouds") von Amazon legt zu: Zwar hält AWS seine Personal- und Umsatzentwicklung geheim, aber in der Branche ist von starkem Wachstum die Rede. Analysten schätzen, dass sich der AWS-Umsatz zwischen 2012 und 2013 auf 3,8 Milliarden Dollar (2,9 Milliarden Euro) fast verdoppelt hat und eine weitere Steigerung auf 8,8 Milliarden Dollar (6,6 Milliarden Euro) für 2015 zu erwarten ist. Hintergrund: Die vor acht Jahren gegründete Amazon-Tochter tritt auf dem Markt mit Kampfpreisen und Leistungen an, die es anderen Cloud-Dienstleistern schwer machen mitzuhalten. Durch seinen globalen Versandhandel betreibt das US-Unternehmen ohnehin weltweit zahlreiche Rechenzentren. Auch kann Amazon durch die Entwicklungen des Dresdner Teams nun das gesamte Kundenspektrum vom Geflügelzüchterverein bis hoch zum Großkonzern abdecken.

Das Team um Chris Schläger programmiert nämlich sogenannte „Hypervisoren", die jedem Unternehmen, jedem Verein, jeder Privatperson stundenaktuell gerade so viel Rechenkapazitäten zuteilen und berechnen, wie sie eben brauchen. „Denken Sie etwa an eine Industriefirma, das eine neue Software einführt und für ein paar Testwochen 200 Computer braucht", skizziert Schläger den Ansatz. „Früher hätten die sich ein eigenes Rechenzentrum bauen müssen und nach der Einführungsphase nicht mehr gewusst, wie sie die Computer auslasten sollen." Damit dies automatisiert und funktioniert, setzt Amazon in Dresden auf Fachleute, die es nur an wenigen Standorten weltweit gibt.

Daheim in Seattle hatte der US-Konzern nur ein kleines Experten-Team zusammentrommeln können – und daher sofort zugeschlagen, als AMD sein Dresdner Linux-Entwicklungszentrum auflöste. Zudem habe Amazon hier auch gute Chancen gesehen, dass der Spezialisten-Nachschub nicht versiegt, betont Schläger: „Die TU Dresden gehört zu den ganz wenigen Unis weltweit, an denen es noch eigene Betriebssystem-Entwicklungen gibt."

Heiko Weckbrodt

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