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Dresdner Ärztin engagiert sich seit sechs Jahren bei den „German Doctors“

Hilfe statt Ruhestand Dresdner Ärztin engagiert sich seit sechs Jahren bei den „German Doctors“

Dr. Marianne Richter hat in den vergangenen sechs Jahren viel Elend gesehen. Statt sich dem wohlverdienten Ruhestand zu widmen, zog es die 72-Jährige hinaus in die Welt. Nicht an die schönsten Strände und in die glitzerndsten Metropolen, sondern zu den Ärmsten der Armen.

Dresden.  „Wenn man dieses Elend sieht, bekommt man ein Verständnis dafür, wie dankbar wir sein können, hier leben zu dürfen. Wir müssen etwas abgeben von unserem Reichtum“, sagt Dr. Marianne Richter. Die 72-Jährige hat in den vergangenen sechs Jahren viel Elend gesehen. Statt sich dem wohlverdienten Ruhestand zu widmen, zog es die Allgemeinmedizinerin nach der Aufgabe ihrer Praxis hinaus in die Welt. Nicht an die schönsten Strände und in die glitzerndsten Metropolen, sondern zu den Ärmsten der Armen. Sechs Einsätze hat sie mittlerweile für die Hilfsorganisation „German Doctors“, die deutschen Ärzte, absolviert. Sie half in den Slums von Indien, auf den Philippinen, in Bangladesh und in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

Hilfe, die bleibt. Das ist das Motto der „German Doctors“. Das heißt im Detail: Nicht nur akut helfen, sondern vor Ort Strukturen aufbauen, Einheimische ausbilden, Projekte anschieben, die nachhaltig die ärztliche Grundversorgung sichern. Helfen – Schulen – Beraten – Übergeben, diese Schritte sind das Ziel der seit 1983 tätigen Organisation. In Bangladesh zum Beispiel liegt das Hauptproblem in der hohen Kindersterblichkeit durch Mangelernährung und Vitamindefizite. „Niemals zuvor habe ich so viele extrem unterernährte Kleinkinder gesehen“, schildert Dr. Richter. Neben einer Feedingstation, in der täglich Kinder ernährt und betreut werden, haben von den „German Doctors“ ausgebildete Einheimische – so genannte Health Worker – in den Slums Selbsthilfegruppen gegründet. Dort können sich Frauen beispielsweise zu den Themen richtiges Kochen und Stillen beraten lassen.

Auf Cebu, einem Inselstaat der Philippinen, leben die Menschen von der Müllverbrennung

Auf Cebu, einem Inselstaat der Philippinen, leben die Menschen von der Müllverbrennung.

Quelle: privat

Sechs Wochen bleiben die Ehrenamtlichen in der Regel am Einsatzort, die Hälfte der Flugkosten tragen sie selbst. Ein Drittel der Ärzte sind wie Dr. Marianne Richter im Ruhestand, die jüngeren Mediziner opfern ihren Jahresurlaub. „Ich war einfach froh, meinen Beruf wieder ausüben zu können, denn Freude habe ich daran immer gehabt. Der Gedanke ans Aufhören war nur möglich, weil ich wusste, dass ich danach auf einen Einsatz fahre“, erinnert sich die Dresdnerin an die Situation vor sechs Jahren. Werden im Oktober, November oder Dezember dringend Ärzte gebraucht, steht sie bereit.

Trotz ihrer Erfahrung, der letzte Aufenthaltsort hat Spuren hinterlassen. „Ich bin hart im Nehmen, aber das war das Schlimmste, was ich je gesehen habe. So viel Not, so viel Elend!“ Sie spricht von ihrer Arbeit auf Cebu, einem Inselstaat der Philippinen. In der Hauptstadt Cebu City haben sich riesige Müllhalden gebildet, in Hüttendörfern drumherum leben die Menschen von der Müllsortierung. Durch die Verbrennung des Mülls und dem Kochen am offenen Feuer leiden sie an chronischen Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck, eine medizinische Behandlung können sich die wenigsten leisten. Obwohl diese Zustände für die 72-Jährige nur schwer zu ertragen waren, sie kehrte im Januar erfüllt nach Dresden zurück. „Jeder einzelne zählt. Wenn ich einem Menschen helfen kann, hat sich der Einsatz gelohnt“, so Dr. Richter.

Ob sie auch im kommenden Winter zum Einsatz aufbricht, weiß sie allerdings noch nicht. „Das kommt darauf an, wie es mir dann gesundheitlich geht. Ich bin schließlich 72.“

Die Arbeit der „German Doctors“ ist nur durch Spenden möglich. Spendenkonto: German Doctors e.V.; IBAN: DE12 5206 0410 0004 888880; BIC: GENODEF1EK1; Evangelische Kreditgenossenschaft

www.german-doctors.de

Von Christin Grödel

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