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Dresdner Ärzte starten Offensive gegen Darmkrebs

Dresdner Ärzte starten Offensive gegen Darmkrebs

Etwa 1600 Menschen sterben in Sachsen jedes Jahr an Darmkrebs. "Es handelt sich um eine der wenigen Tumorerkrankungen, die sich durch Vorsorge fast vollständig verhindern und heilen lassen", erklärte die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU).

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Facharzt Gerhard Heptner untersucht in seiner Praxis mit seinen Mitarbeiterinnen Ute Dörl und Katja Skalnik (v.l.) einen Patienten per Darmspiegelung. Mit der modernen Technik können kleine Auffälligkeiten wie Polypen sofort entfernt werden.

Quelle: Dietrich Flechtner

Jedes Jahr erkranken im Freistaat über 3500 Menschen neu an Darmkrebs, bundesweit erhalten knapp 65 000 Menschen die oft tödliche Diagnose. Um der heimtückischen Krankheit vorzubeugen, startet heute eine der größten Krebs-Präventionsaktionen in Sachsen. Insgesamt 33 Fachärzte für Gastroenterologie bieten kurzfristige Termine für Darmspiegelungen. Über eine Hotline können Frauen und Männer ab 55 Jahre bei einem Facharzt einen Termin am 18. oder am 21. März erhalten.

"In puncto Darmkrebsvorsorge sind wir in Sachsen absolutes Dunkeldeutschland", sagte Wilfried Winzer, kaufmännischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums. Der Freistaat sei bundesweit das Rücklicht bei der Prävention. Nirgends würden so wenig Menschen die von den Krankenkassen bezahlten Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Bei der AOK beispielsweise haben im vergangenen Jahr lediglich 2,5 Prozent aller Versicherten die Darmspiegelung in Anspruch genommen. Nur 10 222 Sachsen ließen sich vorsorglich untersuchen, sagte Sprecherin Hannelore Strobl. Davon wurden bei über 1500 Menschen Auffälligkeiten festgestellt. Das entspricht einem Anteil von über 14 Prozent der untersuchten Menschen, denen vielleicht das Leben gerettet werden kann.

Insgesamt 42 Millionen Euro hat die Krankenkasse die Behandlung der Darmkrebs-Patienten im vergangenen Jahr gekostet. Demgegenüber stehen drei Millionen Euro Aufwand für die präventive Darmspiegelung. Etwa ein Drittel der Darmkrebs-Patienten verstirbt in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose. "Viele der Krankheitsverläufe wären mit einer Früherkennung vermeidbar gewesen", appelliert Gerhard Hepner, Vorsitzender der Landesgruppe Sachsen des Berufsverbandes der niedergelassenen Gastroenterologen.

Er kann nicht verstehen, warum die Darmspiegelung so einen schlechten Ruf hat. Der Patientenkomfort sei in den vergangenen Jahren immens gestiegen. "Die Untersuchung kann völlig schmerzfrei durchgeführt werden", erklärte der Experte. Zudem habe es enorme Verbesserung in der Vorbereitung der Darmspiegelung gegeben. Literweise salzhaltige Flüssigkeiten zur Säuberung des Darms hätten ausgedient. "Der Gedanke der Prävention muss stärker in die Bevölkerung hereingetragen werden", sagte Heppner.

Dabei soll nun die Aktion des Berufsverbandes, des Freistaates Sachsen sowie des Uniklinikum Dresdens helfen. Maßgeblich gesponsert durch die Anrufzentrale "Saxo'phon" erhoffen die Experten eine schnelle Vermittlung der Termine. Derzeit sind 250 Vorsorgeuntersuchungen extra eingeplant. "Sollten die Termine innerhalb kürzester Zeit ausgebucht sein, legen wir natürlich nach", sagte Heppner.

Krebsvorsorge fängt jedoch nicht allein mit Besuchen beim Arzt an, warnen die Fachleute. "Ernährung und Lebensstil haben einen enormen Einfluss auf die Entstehung von Krebs", erklärt Heppner. "Der Genuss von Schweine- und Rindfleisch beispielsweise erhöht das Darmkrebsrisiko um die Hälfte." Wenn Menschen zudem nicht rauchen, und kein Übergewicht zulassen, minimieren sie ihr Risiko weiter.

Damit sich die Menschen die Geschichte mit dem Darm richtig vorstellen können, bauen die Experten am Sonnabend von 10 bis 20 Uhr in der Dresdner Centrum-Galerie einen riesigen begehbaren Darm auf. Dort kann das Geschehen sozusagen einmal von innen unter die Lupe genommen werden.

Die Hotline ist ab heute unter der Nummer 0351/84 04 17 94 erreichbar. Die Darmkrebs-Vorsorge kann ab einem Alter von 55 Jahren kostenfrei genutzt werden. Ab 50 Jahren empfehlen die Mediziner einen Schnelltest, bei dem der Stuhl auf verborgenes Blut kontrolliert wird.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.02.2015

Katrin Tominski

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