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Dresdner Ärzte informieren über Erste Hilfe bei Herzstillstand

Dresdner Ärzte informieren über Erste Hilfe bei Herzstillstand

Was tun, wenn der Nebenmann in der Straßenbahn plötzlich zusammenbricht? In Deutschland erleiden jährlich rund 75 000 Menschen einen Herzstillstand, in Dresden sind es zwischen 250 und 450 Menschen.

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Schüler der Klasse 8a aus der Oberschule Weixdorf üben an lebensgroßen Simulationspuppen die Herzdruckmassage.

Quelle: Uniklinik Dresden

Die dabei erschreckende Zahl: Nur knapp zehn Prozent überleben die Attacke ohne weitreichende Folgeschäden. Dr. Michael Müller von der Klinik für Anästhesie am Uniklinikum Dresden ist überzeugt, dass mit entsprechenden Schulungen viel mehr gerettet werden könnten. Als positives Beispiel führt er die USA an. Dort gebe es Regionen, in denen die Überlebensrate sogar bei 40 Prozent liegt.

Im Falle eines Herzstillstands ist die Reaktion der Ersthelfer entscheidend. Denn schon nach drei Minuten können aufgrund des Sauerstoffmangels irreparable Gehirnschäden auftreten. Der Krankenwagen benötigt aber in Dresden zwischen acht und neun Minuten, um den Notfallort zu erreichen. Herzmassagen durch umstehende Helfer sind also überlebenswichtig. Doch während im benachbarten Tschechien rund 60 Prozent der Betroffenen von Laien versorgt werden, trifft dies in Deutschland nur auf ungefähr 20 Prozent zu.

Schuld an der schlechten Situation hierzulande sei mangelhaftes Wissen und Unsicherheit, sagt Müller. "Einen Rettungskurs haben die meisten das letzte Mal für ihren Führerschein absolviert. Das ist viel zu wenig! Alle ein bis zwei Jahre sollten die Kurse aufgefrischt werden, damit im Ernstfall jeder besonnen reagieren kann." Zu den fehlenden Kenntnissen komme bei Laien oft auch Ekel vor Mund-zu-Mund-Beatmungen hinzu und die Angst, sich mit Krankheiten anzustecken. Völlig unbegründet, sagt Müller. Selbst wenn auf die Beatmung verzichtet werde, steige die Überlebenswahrscheinlichkeit im Falle einer Herzmassage auf 18 Prozent, das wären deutschlandweit im Jahr immerhin rund 5000 Tote weniger. "Vergleicht man diese Zahl mit den etwa 3600 Verkehrstoten 2012, ist zu erkennen, welches Potenzial hier vorhanden ist", sagt Müller.

Um das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen, informieren dazu die Anästhesisten des Uniklinikums Dresden am Mittwoch, dem 18. September, von 15 bis 18 Uhr am Hauptbahnhof. Passanten können dort ihr Wissen auffrischen und die Herzdruckmassage üben. Die City-Apotheke berät, wie man Herzstillstand vorbeugen kann. Im Elbepark wird die kostenlose Informationsaktion am Sonnabend, dem 21. September, von 15 bis 18 Uhr wiederholt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.09.2013

Philipp Nowotny

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