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Dresdens neue Giraffe Tessa erkundet zum ersten Mal die Außenanlage im Zoo

Dresdens neue Giraffe Tessa erkundet zum ersten Mal die Außenanlage im Zoo

Noch ist es ruhig im Giraffenhaus und kein Besucher weit und breit zu sehen. Diko, der mittlerweile sechsjährige Giraffenbulle, fährt Tessa sacht mit den Lippen über die kurze Mähne auf dem Rücken.

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Verstehen sich gut: das vierjährige Giraffenweibchen Tessa (l.) und der zwei Jahre ältere Bulle Diko. Beide stammen aus französischen Zoos.

Quelle: Dietrich Flechtner

Es ist 10 Uhr morgens. Wie er selbst und alle anderen Kordofan-Giraffen hat sie ein sandfarbenes Fell mit unregelmäßigen Feldern darauf. Die junge, mit ihren 3,80 Metern noch wesentlich kleinere Giraffe lässt sich die Streicheleinheit gefallen. Auch sie sucht seine Nähe. Ein schönes Paar geben die beiden hochbeinigen Tiere ab, wie sie da so nebeneinander stehen mit ihren großen ausdrucksvollen Augen. Schließlich wendet sich Diko wieder ab, um sich mit seiner langen Zunge Blätter von den Zweigen zu pflücken, die Revierleiter Thomas Sickert hier und da im Haus angebunden hat.

In ein paar Minuten werden die beiden Kordofan-Giraffen zum allerersten Mal die weiträumige Außenanlage mit den Bäumen, Büschen und dem kleinen Teich betreten dürfen. Wenn Tessa sich denn traut. Viele Eindrücke musste die junge Giraffe in den letzten Tagen verkraften. Eine knappe Woche ist es jetzt her, dass sie die 1400 Kilometer lange Reise mit dem Tiertransporter von La Barben in Südfrankreich nach Dresden überstanden hat (DNN berichteten).

Just heute ist Tessas vierter Geburtstag. Und eigentlich ist sie ja noch ein Kind. "Giraffen werden erst mit fünf, sechs Jahren geschlechtsreif", weiß Kurator Matthias Hendel. Und weil auch die Tragezeit bei den Giraffen mit 15 Monaten recht lang ist, wird es also noch etwas dauern, bis die beiden Nachwuchs erwarten. Der plumpst dann aus zwei Metern Höhe - erst Vorderfüße, dann Kopf, dann der Rest - auf eine Heumatte, blickt Hendel schon mal voraus. Neugeborene Giraffen bringen etwa 50 Kilogramm auf die Waage und sind 1,80 Meter groß, so dass sie gerade das Euter der Mutter erreichen. Eine Seltenheit wird das kleine Kerlchen in jedem Falle sein. Es wäre das deutschlandweit erste Kordofan-Giraffenbaby.

Eins ist schon jetzt sicher: Kurator Hendel will im kommenden Jahr noch ein weiteres Weibchen nach Dresden holen. In freier Natur tun sich Weibchen in Herden mit bis zu 30 Tieren zusammen. Männchen hingegen können auch als Einzelgänger unterwegs sein.

Draußen auf dem Außengelände ist derweil alles vorbereitet für den ersten Freigang. Weil Tessa aus ihrer französischen Zeit weder Zebras noch Hornraben kennt, lässt Sickert die künftigen Mitbewohner vorerst nicht zur selben Zeit auf die Außenanlage. Neu ist für das ruhige, ein wenig reserviert wirkende Geschöpf auch, dass nur ein Trockengraben zwischen ihr und den Besuchern liegt. Deshalb hat der Revierleiter rund um das Außengehege ein weißes Absperrband gezogen und mit Strom versehen.

So richtig anfassen und knuddeln lassen sich im Übrigen weder Diko noch Tessa. "Ich darf ihnen höchstens mal vorsichtig über die Schnauze streicheln", erzählt Sickert. Den Giraffenbullen Ulembo, der Mitte vergangener Woche seine Reise ins polnische Katowice angetreten hatte, konnte der Tierpfleger auch mal am Hals nehmen. Vorsicht ist allerdings immer geboten. "Wir gehen nicht hinein ins Gehege, wenn die Tiere drin sind", sagt der Revierleiter. Obwohl sie so sanft scheinen, können Giraffen gefährlich werden. Nicht umsonst hätten selbst erwachsene Löwen Respekt vor ihren Hufen, erzählt Sickert. Und eins weiß er auch aus seiner Erfahrung heraus: "A und O für die Giraffen ist, dass sie alles sehen, alles überblicken können."

Nun also ist es so weit. Der Herr über die beiden Giraffen öffnet die Absperrung zum Außengehege. Und, was Wunder: Diko schreitet als erster ins Freie, zupft ein paar Blätter von den Zweigen. Dann blickt er sich nach Tessa um, scheint ihr zu sagen zu wollen: Komm doch, ist alles in Ordnung hier draußen. Sie äugt vorsichtig übern Zaun, läuft doch noch ein paar Minuten etwas unschlüssig im sicheren Vorgehege hin und her und dann hat sie sich's überlegt: Das imposante Tier mit dem klitzekleinen Schönheitsfehler - der linke Hornzapfen ist gespalten - stolziert gleichfalls ins Freie und tut sich an den Blättern gütlich. Und Diko streicht ihr erneut vorsichtig über den Rücken, als wollte er sagen: Gut gemacht, Mädchen!

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.08.2013

Katrin Richter

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