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Dresdens kommunale Krankenhäuser sollen 36 Stellen abbauen

Dresdens kommunale Krankenhäuser sollen 36 Stellen abbauen

Um aus den Verlusten herauszukommen, müssen die beiden städtischen Krankenhäuser Neustadt und Friedrichstadt in den kommenden Jahren jeweils 18 Vollzeitstellen abbauen, was etwa der Belegschaft von zwei Stationen entspricht.

Die Mitarbeiter sollen allerdings nicht entlassen werden, die Stellen vielmehr nicht wiederbesetzt werden, wenn Kollegen zum Beispiel aus Altersgründen ausscheiden. Das geht einer Präsentation hervor, die Jürgen Richter, Verwaltungsdirektor beider Häuser, nun den Stadträten im Betriebsausschuss für Krankenhäuser und Kitas vorgelegt hat.

Laut den Wirtschaftsplänen sind in beiden Krankenhäuser in diesem und im kommenden Jahr noch Verluste zu erwarten, eine "schwarze Null" unter den Gesamtrechnungen sei aber 2015 realistisch, so der Verwaltungsdirektor in nichtöffentlicher Sitzung. Richter selbst ist im Urlaub, war nur für die Ausschusssitzung ins Rathaus gekommen und daher im Anschluss nicht für Anfragen verfügbar.

Psychische Gesundheit im Fokus

Hinter verschlossen Türen stellte er über den Stellenabbau hinaus weitere Pläne vor, um die städtischen Krankenhäuser aus den roten Zahlen zu bringen. Unter anderem sollen die auf dem Weißen Hirsch verstreuten psychologischen und psychiatrischen Betreuungsangebote zu einem Zentrum für psychische Gesundheit des Krankenhauses Neustadt ausgebaut werden, um der steigenden Zahl psychisch Erkrankter in Dresden gerecht zu werden. Auch soll 2014/15 an der Industriestraße ein moderner OP-Trakt für das Krankenhaus Neustadt entstehen.

Noch unsicher bleibt vorerst die Zukunft der Neurochirurgie in Neustadt: Die ist zwar schon seit 20 Jahren dort etabliert, steht aber nicht im neuen Landesbedarfsplan. Die Neustädter hoffen auf eine Kooperation mit dem Uniklinikum, um sich fachlich zu profilieren und von Mitbewerbern um die Listung im Bedarfsplan abzuheben. Da OPs am Nervensystem sehr kompliziert sind und viel Vor- und Nachsorge erfordern, werden sie auch hoch honoriert - daher gilt die Neurochirurgie nicht nur fachlich, sondern auch wirtschaftlich als lukratives Gebiet, um das sich viele Krankenhäuser reißen.

Ausschussmitglied Christoph Hille (Bürgerfraktion) zeigte sich auf Anfrage zuversichtlich, dass die Kooperation mit der Uniklinik das Land überzeugen werde, der Neurochirurgie in Neustadt eine Zukunft zu geben. Auch Ulrike Hinz von den Bündnisgrünen zeigte sich optimistisch über die unter Richter eingeschlagenen Wege: Endlich sei eine Bewegung zu erkennen. Um die Häuser aus den Verlusten herauszubekommen und sie fit für die Zukunft zu machen, dürfe man nicht ewig warten.

Tochterfirmen erwogen

Zudem gibt es wohl auch - vorerst noch vage - Überlegungen, gemeinsame Tochtergesellschaften der städtischen Krankenhäuser, möglicherweise im Verbund mit anderen medizinischen Einrichtungen, zu gründen, die sich beispielsweise um Labordiagnostik, Ver- und Entsorgung und andere periphere Aufgaben kümmern. Solche Firmen könnten einerseits für mehr Erlöse durch Aufträge von Dritten sorgen, andererseits auch Steuerspareffekte mit sich bringen. Andere Krankenhäuser in Sachsen sind diesen Weg bereits gegangen. Ausschussmitglied Hans-Jürgen Muskulus warnte in diesem Zusammenhang allerdings vor der Versuchung, über den Umweg einer privat-öffentlichen Partnerschaft die Tarifbindung für die betroffenen Mitarbeiter auszuhebeln.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2013

Heiko Weckbrodt

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