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Dresdens Zoo-Chef Ukena: Neues Orang-Utan-Haus kommt nicht vor 2020

Affenkind Dalai wächst und gedeiht prächtig Dresdens Zoo-Chef Ukena: Neues Orang-Utan-Haus kommt nicht vor 2020

Sollte 2020 ein neues größeres Orang-Utan-Haus im Dresdner Zoo gebaut werden können, wäre Affenbaby Dalai das erste Jungtier, das nicht aus Platzgründen an einen anderen Zoo abgegeben werden müsste. Der einjährige Orang-Utan gedeiht prächtig.

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Meist ist der kleine Dalai mit seiner Mutter Daisy in der Anlage unterwegs. Manchmal macht er sich aber auch schon selbstständig.

Quelle: Foto: Bernd Lichtenberger

Dresden. Dalai könnte Glück haben. Sollte tatsächlich 2020 ein neues größeres Orang-Utan-Haus gebaut werden können, wäre das jetzt reichlich ein Jahr alte Affen-Baby das erste Jungtier, das nicht aus Platzgründen an einen anderen Zoo abgegeben werden müsste. „Ich arbeite seit 1979 hier, seitdem haben wir mindestens 15 junge Orangs weggegeben, die alle hier geboren worden sind“, berichtet Pflegerin Sylvia Pohle. Erst im April war der mittlerweile sechsjährige Orang-Utan-Junge Dodi in den Gelsenkirchener Zoo übergesiedelt. Der Halbwüchsige hatte voller Energie gesteckt, seine Grenzen ausgetestet und seine Mutter Daisy, mehr noch Vater Toni provoziert.

Ob das neue Orang-Utan-Haus tatsächlich in vier Jahren gebaut wird, steht indes noch nicht wirklich fest. Das seien „ungefangene Fische“, stellt Zoo-Direktor Karl-Heinz Ukena klar. „Zunächst haben wir mit dem Afrikahaus alle Hände voll zu tun, das wir ja Mitte nächsten Jahres eröffnen wollen“, erklärt er. Gleichfalls 2017 komme ein neues Pinguincafé im Ostteil des Zoos an die Reihe. „Mit den Planungen für ein neues Orang-Haus fangen wir voraussichtlich 2018 an – in der Hoffnung, dass wir eine Finanzierung in den Jahren 2019, ’20 und ’21 hinbekommen“, mutmaßt der Zoo-Chef. Er kann sich gut vorstellen, dass das neue Orang-Utan-Haus so groß wird wie das Prof. Brandes-Haus. Gebaut werden könnte es beispielsweise auf der Fläche neben dem jetzigen Oranghaus – dort, wo das alte Affenhaus stand, das abgerissen wurde. Infrage komme auch ein großes Areal bei den Pinguinen. Dort stünden aber viele alte Bäume, die man nicht so ohne weiteres fällen könne. „Am glücklichsten finden wir die Fläche, auf der sich jetzt der Streichelzoo befindet, der auch schon wieder in die Jahre gekommen ist“, sinniert der Zoo-Chef. Das alles werde jetzt in einem nächsten Schritt untersucht. Was die Kosten anbelangt, geht Ukena von einer ähnlichen Größenordnung wie beim Prof. Brandes-Haus aus, das 7,5 Millionen Euro teuer war. „Unter dem werden wir kein gescheites Haus bauen können.“

Unterdessen wächst und gedeiht der kleine Dalai sehr gut. „Er hangelt sich mit seinen dünnen und dennoch kräftigen Ärmchen jetzt auch schon allein am Gitter entlang“, hat die Pflegerin beobachtet. Mutter Daisy lasse ihn gewähren, habe aber immer ein Auge auf ihn. „Dalai verfügt schon über Zähne, es sieht lustig aus, wenn er lacht“, meint Sylvia Pohle. Acht Beißerchen hat sie schon gezählt. Zwar bekomme Dalai bis zum fünften Lebensjahr Muttermilch, vertilge aber gern schon mal ein Stück Apfel oder Apfelsine.

Vater Toni indes will bislang von seinem Sohnemann nichts wissen: „Er passt sehr auf, dass der Kleine ihm nicht zu nahe kommt“, hat die Pflegerin beobachtet. Wahrscheinlich habe sich Toni so intensiv mit Dodi, Dalais älterem Bruder, beschäftigt, dass er jetzt lieber mal seine Ruhe haben wolle, vermutet sie. „Dodi war manchmal ganz schön frech“, weiß sie noch.

Seinen Namen hat Dalai von Sylvia Pohle. Im vergangenen Jahr sei sie im Frühjahr dreieinhalb Wochen in Nepal gewesen, berichtet die Pflegerin. Zwei Stunden, bevor nahe Kathmandu das große Erdbeben mit zahlreichen Toten begann, sei sie wieder nach Hause geflogen. „Die Region um das Annapurna-Massiv im Himalaya, in der wir unterwegs waren, hat es am meisten erwischt, ich hatte also ein Riesenglück“, sagt Sylvia Pohle. Aus Dankbarkeit habe sie den kleinen Orang nach dem Dalai Lama benannt.

Insgesamt sechs Orang-Utans leben gegenwärtig im Zoo. Jeweils drei bilden eine „Familie“. Zur ersten Familie gehören der 25-jährige Toni, die gleichaltrige Daisy und der gemeinsame Sohn Dalai. Die andere Familie besteht aus den beiden recht betagten Orang-Damen Djaka (47) und Djudi (43) sowie Djudis sechsjährigem Sohn Duran. „Er ist ein wunderschöner Mann, wir finden aber keinen Abnehmer für ihn“, bedauert Sylvia Pohle. So viel steht aber fest: So lange, bis das neue Orang-Utan-Haus fertig ist, wird er nicht bleiben können.

Von Katrin Richter

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