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Dresdens Verwaltung zweifelt Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts an

Enormer Neuau-Bedarf? Dresdens Verwaltung zweifelt Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts an

Eine Wohnungsmarktanalyse des Pestel-Instituts in Hannover konstatiert für Dresden einen enormen Neubau-Bedarf. So würden allein rund 2.700 zusätzliche Wohnungen für die in diesem Jahr ankommenden Asylsuchenden benötigt. Sehr zurückhaltend äußerte sich Stadtsprecher Kai Schulz zu der Verlautbarung.

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Fehlt bezahlbarer Wohnraum?

Quelle: dpa

Dresden. Eine Wohnungsmarktanalyse des Pestel-Instituts in Hannover konstatiert für Dresden einen enormen Neubau-Bedarf. So würden allein rund 2.700 zusätzliche Wohnungen für die in diesem Jahr ankommenden Asylsuchenden benötigt. Der Gesamtwohnungsbedarf in der Landeshauptstadt steigt nach Berechnungen der Wissenschaftler damit für 2015 auf etwa 6360 Wohnungen. Im Schnitt seien in der Vergangenheit allerdings lediglich rund 1380 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt worden.

Angesichts dieser Zahlen warnt das Institut vor einer Stagnation. "Um eine handfeste Wohnungskrise zu vermeiden, muss dringend neuer Wohnraum her. Immerhin braucht Dresden in diesem Jahr 4,6-mal so viele Wohnungen wie bislang jährlich überhaupt neu gebaut wurden", sagt der Institutsleiter Matthias Günther. Auch in den kommenden Jahren müsse sich die Stadt auf einen "hohen Wohnraumbedarf einstellen". Es sei "zwingend notwendig, die bisherige Neubaurate enorm zu steigern und beim Leerstand kräftig zu sanieren."

In ihrer Analyse haben die Wissenschaftler zwei "Mangelerscheinungen" diagnostiziert. Es fehle bezahlbarer Wohnraum, vor allem aber Sozialwohnungen. Die Untersuchung hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) und dem Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) in Auftrag gegeben.

Sehr zurückhaltend äußerte sich Stadtsprecher Kai Schulz zu der Verlautbarung des Instituts. Schon am Auftraggeber sei erkennbar, dass die Erklärung politisch motiviert sei. Die Bundesregierung soll dazu bewogen werden, ein neues Wohnungsbauprogramm aufzulegen. Eine solche Forderung zu erheben, sei legitim. Die Kommunen würden seit langem neue Programme zur Förderung des Wohnungsbaus fordern. "Eine baupolitische Entwicklung an den aktuellen Flüchtlingszahlen festzumachen, ist aber unseriös", erklärte Schulz.

Die Zahlen des Instituts seien an verschiedenen Stellen nicht nachvollziehbar. Derzeit habe die Stadt 2642 Flüchtlinge in 439 Wohnungen untergebracht. Das Institut unterstellt dagegen, dass für jeweils 100 Flüchtlinge 40 Wohnungen benötigt würden. "Die Zahl von 2700 zusätzlichen Wohnungen für Flüchtlinge haut nicht hin", sagte Schulz.

Er verwies zudem auf die Wohnungsbauzahlen von 2014. Im vergangenen Jahr seien 4200 Wohnungen in Dresden fertiggestellt worden. 1314 waren Neubauten, die übrigen sind grundhaft saniert worden. Zwar sei nicht ganz klar, wie viele der sanierten Wohnungen zuvor noch genutzt worden sind. Die Zahl der neu auf den Markt gekommenen Wohnungen ist jedoch nach Ansicht der Stadt auf jeden Fall höher anzusetzen als die vom Institut genannten 1380 Objekte. Zudem habe es 2014 Baugenehmigungen für insgesamt 6300 Wohnungen gegeben, davon waren 3200 Neubauten.

Christin Grödel und Ingolf Pleil

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