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Dresdens Müller feiern den 100. - Seit 1913 wird in der Mühle am Alberthafen Mehl produziert

Dresdens Müller feiern den 100. - Seit 1913 wird in der Mühle am Alberthafen Mehl produziert

Gut 100 Jahre prägt die von der Familie Bienert errichtete Hafenmühle mit ihrem 63 Meter hohen Turm die Stadtsilhouette Dresdens. Täglich werden hier bis zu 340 Tonnen Weizen- und Roggenmehl sowie Spezialprodukte für das Bäckerhandwerk und die Lebensmittelindustrie hergestellt.

Dresden.

Das denkmalgeschützte Gebäude beherbergt die letzte mahlende Mühle Dresdens.

Dresdens Mühle steht nicht am rauschenden Bach - klippklapp - sondern beherrscht seit 100 Jahren das Stadtbild rund um den Dresdner Alberthafen. Das Jubiläum wird im Juni gefeiert, ebenso wie der 200. Geburtstag des Gründervaters der Dresdener Hofmühle im Stadtteil Altplauen (1852) - des Industriellen Gottlieb Traugott Bienert.

In den 100 Jahren hat sich die Mühle zum modernen Industrieunternehmen gemausert, das Bäckereien und Industriekunden in Sachsen, Süd-Brandenburg, Ost-Thüringen und in Teilen Sachsen-Anhalts beliefert.

Seit 1996 ist die Mühle auch im Lebensmittel-Einzelhandel vertreten und produziert seit 2004 Markenmehle für die vor allem in Ostdeutschland bekannte Backwaren-Firma Kathi.

Die Angebote der Dresdener Mühle reichen von den Weizen- über Hartweizen- bis hin zu Roggen- und Dinkelprodukten. Zusätzlich werden hier Spezial-mehle wie das Stollenmehl, mediterranes Mehl, Waffel-, Kräcker-, Knödel oder Pizzamehl produziert.

Insgesamt mahlt das Unternehmen 125000 Tonnen Getreide im Jahr, davon sind 100000 Tonnen Weizen und 25000 Tonnen Roggen. "Täglich verarbeiten wir 400 Tonnen Getreide", berichtet Geschäftsführer Jens Hubricht. Zum Vergleich: Im Jahr 1987 wurden täglich nur 125 Tonnen Getreide, betreut durch fünf Müller pro Schicht, verarbeitet.

Die Dresdner Müller beziehen ihr Getreide von 80 sächsischen Landwirtschaftsbetrieben im Umkreis von 50 bis 70 Kilometern. "Dabei ist es egal, ob dem Landwirt nun 50 oder 500 Hektar Feld zur Bewirtschaftung zur Verfügung stehen. Hat das Getreide eine gute Qualität, nehmen wir es gern", erklärt Dirk Willkomm, Verkaufsleiter der Dresdener Mühle.

Ob die Qualität stimmt, überprüfen fünf Mitarbeiterinnen im Labor der Mühle. Bevor das angelieferte Getreide in eines der 62 Silos eingelagert wird, kommt eine kleine Probe zu den Analytikerinnen. "Im Notfall kann es auch passieren, dass eine der Ladungen zurück an den Landwirt gehen muss. Das passiert aber eher selten", berichtet Willkomm. Von den Silos aus durchläuft das Getreide 23 Mahlvorgänge, bevor es eigentlich verwendbar wäre und zum Kunden kommen könnte.

Aber selbst hier ist die Produktionskette noch nicht abgeschlossen. Im sogenannten Backtechnikum werden die hergestellten Mehle auf ihre Eigenschaften wie Porenausbildung, Brennbarkeit oder Dichte getestet. "Damit wollen wir den Endkunden die wichtigsten Verarbeitungshinweise mit auf den Weg geben", so Willkomm. Ist alles in Ordnung, erhalten die abgefüllten Mehlpäckchen das Qualitätssiegel "Ährenwort"

Seit 100 Jahren laufen diese Prozesse nun in der Dresdener Mühle. Bienerts Söhne, Erwin und Theodor, gaben im Januar 1913 den Startschuss für den Bau, der binnen Jahresfrist stand. Wie viele Männer vor 100 Jahren in dem Unternehmen ihr Handwerk verrichteten, ist heute allerdings nicht mehr nachprüfbar. "Das Hochwasser zerstörte unser komplettes Archiv", beklagt die Assistentin der Geschäftsführung, Brunhild Hutschenreuther.

Bis zur Wendezeit gab das Unternehmen als "VEB Mühlenwerke Dresden" aber immerhin 250 Menschen Arbeit - verteilt auf die Plauensche Hofmühle, die Hafenmühle und die Freitaler Mühle. Heute beschäftigt das 1992 verkaufte Unternehmen am einzigen Standort in der Hafenmühle noch 55 Mitarbeiter.

Der Käufer, die Neusser Familie Werhahn, steckte bis zum Abschluss der Außensanierungen 2002 viel Geld in moderne Mühlentechnik, ein Labor mit Backtechnikum, in eine effiziente Getreideannahme und eine moderne Verladeanlage.

Seit elf Jahren investiert das Unternehmen nun jährlich zwischen 700000 und 900000 Euro, um die Mühle technisch und technologisch auf dem neuesten Stand zu halten. Insgesamt kommt damit auf eine Investitionssumme von rund neun Millionen Euro zusammen. Auch künftig will die Mühle, die leider weder über Umsatz noch Gewinne Auskunft gibt, bei ihren Kunden mit Qualität punkten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.05.2013

Nadine Steinmann

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