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Dresdens Jüdische Gemeinde feiert 15. Jahrestag der Weihe der Neuen Synagoge

Haus der Andacht Dresdens Jüdische Gemeinde feiert 15. Jahrestag der Weihe der Neuen Synagoge

Vor genau 15 Jahren erhielt Dresden seine Synagoge zurück, nachdem 63 Jahre lang in der Landeshauptstadt ein jüdisches Gotteshaus fehlte. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die alte Sempersynagoge an der Carola Brücke von SA-Männern während der Reichskristallnacht in Brand gesetzt und zerstört.

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Seit der Wende hat sich die Anzahl der jüdischen Dresdner mehr als verzehnfacht. Trotz der Ängste und Sorgen seiner Gemeindemitglieder aufgrund des fremdenfeindlichen Klimas, blickt Rabbiner Alexander Nachama positiv in die Zukunft.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Vor genau 15 Jahren erhielt Dresden seine Synagoge zurück, nachdem 63 Jahre lang in der Landeshauptstadt ein jüdisches Gotteshaus fehlte. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die alte Sempersynagoge an der Carola Brücke von SA-Männern während der Reichskristallnacht in Brand gesetzt und zerstört.

„Dass die Synagoge genau an diesem Schicksalstag geweiht wurde, ist natürlich kein Zufall“, sagt Rabbiner Alexander Nachama. Traditionell wird die Weihe am Tag davor gefeiert, weil heute vor der Synagoge den Novemberpogromen mit einer Kranzniederlegung gedacht wird. Seit vier Jahren leitet der Rabbiner die jüdische Gemeinde der Landeshauptstadt, seine erste Anstellung. Nachama studierte seine Profession am Abraham Geiger Kolleg in Berlin und Potsdam.

Der Neubau knüpft an die verlorene Tradition an: Das Motto der alten Synagoge „Mein Haus sei ein Haus der Andacht allen Völkern“ ziert in goldenen Lettern auch den Neubau. Direkt über den Türflügeln zum Gebetsraum ist ein vergoldeter Davidstern angebracht – das einzige erhaltene Originalstück der verlorenen Sempersynagoge.

„Die Gemeinde ist seit der Wende stark gewachsen, vor allem aus den ehemaligen Sowjetstaaten kamen viele Zuwanderer jüdischen Glaubens nach Dresden“, so Nachama. Hatte die Dresdner Gemeinde im Jahr 1989 lediglich 61 Mitglieder, so zählt sie heute 720. Gut 90 Prozent von ihnen sind Zuwanderer. In den letzten zwei Jahren hat sich das gesellschaftliche Klima jedoch auch für die jüdischen Dresdner geändert. „Pegida und die wachsenden Fremdenfeindlichkeit verunsichern viele Gemeindemitglieder, sowohl als Zuwanderer, als auch als Juden“, erklärt der Rabbiner. Nachama nehme sich dann der Sorgen und Ängste der Betroffenen an.

Für die kommenden 15 Jahre wünscht sich Nachama, dass die Gemeinde weiterhin wächst und sich die Neue Synagoge zu jedem Schabbat mit immer mehr Gläubigen füllt. „Schön wäre auch ein rituelles Bad, die Mikwe, bei uns in der Synagoge“, meint der Rabbiner. „Bisher befindet sich unsere immer noch im Rohbau.“ Zum gestrigen Jubiläum richteten Oberbürgermeister Dirk Hilbert, sein Vorgänger Herbert Wagner und der Bischof im Ruhestand von Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, Worte an die Gemeinde.

Von Paul Felix Michaelis

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