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Dresdens Handwerk: Jeder vierte Betrieb hat die Preise erhöht

Dresdens Handwerk: Jeder vierte Betrieb hat die Preise erhöht

Immerhin: Der Motor schnurrt, er stottert nicht - so bringt Jörg Dittrich die Ergebnisse der Frühjahrs-Konjunkturumfrage auf den Punkt. Das repräsentative Zahlenwerk, das der Präsident der Handwerkskammer Dresden gestern vorstellte, belegt einen leichten Abschwung in der wirtschaftlichen Entwicklung - gegen den Bundestrend.

Es gebe leichte Rückgänge bei Neuaufträgen und Beschäftigten, allerdings, so Dittrich, schätzten noch 40 Prozent der insgesamt 22 933 Firmen im weit nach Ostsachsen reichenden Kammerbezirk ihre Geschäftslage als gut ein. Das lasse von einer stabilen Lage sprechen.

Acht Wochen Warten auf den Klempner

Da gut 60 Prozent der hiesigen Kammerbetriebe mit dem Bau zu tun haben, sind vor allem die Zahlen im Ausbau- und Bauhauptgewerbe von Belang. Und da zeigen sich deutliche Unterschiede. Während sich Maler, Klempner, Installateure und Elektriker vor Aufträgen kaum retten können und Kunden hier im Schnitt acht bis neun Wochen warten müssen, lässt die Auslastung bei den Außenberufen wie Dachdecker und Maurer, die im Bauhauptgewerbe zusammengefasst werden, deutlich nach.

Bauboom hält an

"Das wird sich langfristig auch auf den Ausbau auswirken", prophezeiht Dittrich. Logisch: wenn keine neuen Häuser errichtet werden, gibt's auch drinnen nichts zu tun, umreißt der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Andreas Brzezinski, das Problem und moniert spät verabschiedete Landes- und Kommunalhaushalte. Das führe dazu, dass Bauaufträge der öffentlichen Hand erst später im Jahr ausgelöst werden. Und immerhin stünden diese Aufträge für rund ein Drittel der Umsätze im Bauhandwerk. Zwei Drittel entfallen auf den privaten Wohnungsbau. Und der boome vor allem in Dresden. Wegen der niedrigen Zinsen investieren viele lieber in die eigenen vier Wände, als Geld aufs Sparbuch zu legen, Motto: Lieber Grundbuch als Sparbuch."

Nicht in allen Gewerken läuft es so rund. Sorgenkind bleibt das Kfz-Gewerbe, in dem nur 23 Prozent der Firmen gute Geschäfte melden. Der Preiskampf im Neuwagengeschäft sei heftig, das Werkstattgeschäft dagegen laufe sicher.

Plus bei Bäckern

Besser sieht es bei den Lebensmittelhandwerkern aus. Nach dem starken Weihnachtsgeschäft lief auch das erste Quartal für Bäcker und Fleischer unerwartet gut. Ein Drittel von ihnen verbuchte auch in den ersten drei Monaten des Jahres steigende Umsätze. Dies kann natürlich den gestiegenen Preisen geschuldet sein, die wiederum eine Reaktion sind auf den Mindestlohn sowie auf höhere Kosten für Rohstoffe und Energie. Insgesamt, so der Hauptgeschäftsführer, haben laut Konjunkturumfrage 25 Prozent der Kammerfirmen die Preise angehoben. In den nächsten sechs Monaten rechneten 60 Prozent der Befragten mit weiteren Marktveränderungen. 31 Prozent wollten dies an ihre Kunden weitergeben.

Fernziel: Fairer Länderfinanzausgleich

Trotz Mindestlohn und Rente mit 63 konstatiert Brzezinski wenig Bewegung bei den Beschäftigten. Zwar habe es einen leichten Abbau gegeben (zwei Prozent), doch planten 13 Prozent der befragten Firmen in nächster Zeit Neueinstellungen.

Mit Blick auf künftige Rahmenbedingungen für das hiesige Handwerk sprang Jörg Dittrich beim Thema Länderfinanzausgleich Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich an die Seite. In Zeiten, in denen die Steuerschere zwischen ost- und westdeutschen Ländern wieder weiter aufginge, könne es nicht sein, dass der Freistaat fürs Sparen mit geringeren Transfers bestraft werde.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.05.2015

Barbara Stock

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