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Dresdens Arbeitsagenturchef Thomas Wünsche zu den Jobaussichten 2013 und zu Umzugsplänen

Dresdens Arbeitsagenturchef Thomas Wünsche zu den Jobaussichten 2013 und zu Umzugsplänen

Das meistgesungene Klagelied der Gegenwart: Fachleute werden knapp. Ein Hit auch in und um Dresden. Hier fehlen zum Beispiel Mechatroniker, Metallbauer, Immobilienkaufleute oder Altenpfleger.

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Thomas Wünsche

Quelle: PR

Bei mehr als 26000 Arbeitslosen in der Stadt kein Problem, möchte man meinen. Ist aber eins. Oft nämlich verhindern fehlende oder untaugliche Berufsabschlüsse, dass Leute, die das Potenzial hätten, tatsächlich bei den Firmen einsteigen können. Das will die Dresdner Agentur für Arbeit ändern, sagt Agenturchef Thomas Wünsche im DNN-Interview.

Frage: Das Lied von den knappen Fachleuten tönt ja auch in Dresden und seinem Umland. Haben nicht viele Firmen es schlicht vernachlässigt, sich um Nachwuchs und Qualifizierung zu kümmern ?

Thomas Wünsche: Wir haben hier his auf die wenigen Großen eine sehr kleinteilige Struktur, viele Firmen haben weniger als 20 Mitarbeiter. Da muss man sich in erster Linie kümmern, dass der Laden läuft. Doch selbst wenn es Versäumnisse gab, ist das nur eine Seite der Medaille.

Kommt jetzt wieder die Sache mit dem Geburtenknick?

Auch rückläufige Schulabgängerzahlen spielen eine Rolle. Fakt aber ist, dass Monat für Monat Unternehmen Mitarbeiter suchen, die der Markt nicht hergibt und die auch mit kurzfristigen Qualifizierungen nicht herbeizuzaubern sind. Oft fehlen eben die Grundlagen für einen Brancheneinstieg. Da wollen wir ansetzen.

Wie denn?

Indem wir deutlich mehr als in den zurückliegenden Jahren auf Berufsabschlüsse orientieren. Wir wollen genau die Fachleute ausbilden, die die Firmen brauchen und dafür das Potenzial nutzen, das wir hier in der Region haben. Wer geeignet ist und keinen oder keinen verwertbaren Berufsabschluss hat, soll mit unserer Hilfe in anderthalb bis zwei Jahren eine Ausbildung haben, die hiesigen Firmen nutzt. Um auf das Klagelied zurückzukommen: Wir sehen uns bei alldem nur als die Begleitmusik - die Melodie kommt von denen, die auch die Noten geschrieben haben.

Welche Fachleute sind denn am begehrtesten?

Die Liste ist lang. Da wie hier viele Metall- und Elektrobetriebe haben, fehlen eben unter anderem Anlagenmechaniker, Logistikfachkräfte, IT-Systemelektroniker oder Mikrotechnologen. Aber auch für den kaufmännischen Bereich und in der Altenpflege ist qualifiziertes Personal rar. Wir stehen in engem Kontakt mit den Unternehmen und versuchen, unsere Mittel so einzusetzen, dass die, die Jobs suchen, mit denen zusammenfinden, die welche vergeben.

Stichwort Finanzen: Gerade wurde die Kritik laut, die Bundesagentur habe bei der Arbeitsvermittlung gespart und 900 Millionen Euro nicht abgerufen. Wie sieht das in Dresden aus?

Wir haben im vergangenen Jahr von rund 13,4 Millionen Euro fast 12 Millionen für die Vermittlung von Arbeitslosen ausgegeben. Das sind gut 89 Prozent! Aber auch ich sage, es geht nicht darum, den Etat um jeden Preis auszuschöpfen, sondern darum, das Geld sinnvoll einzusetzen.

Wie groß ist Dresdner Vermittlungsetat in diesem Jahr?

Da wurde nichts gekürzt. Wir haben mehr als 13,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die fließen in Qualifizierung, Weiterbildung und Ausbildung - zur Zeit eben verstärkt in Berufsabschlüsse, die hier am Markt gebraucht werden.

Die Agentur betreut von den insgesamt mehr als 26000 Dresdner Arbeitslosen etwa 8000, das Jobcenter die über 18000 Langzeitarbeitslosen. Noch sitzen sie beide unter einem Dach. Einer Ausschreibung zufolge sucht die Agentur aber spätestens ab Januar 2014 neue Räume. Warum?

Das ist richtig. Noch bis Mitte März läuft eine entsprechende Ausschreibung über die dafür zuständige BA-Tochter. Hintergrund ist, dass das Jobcenter künftig all seine wichtigsten Bereiche an einer Stelle bündeln will. An unserer guten Zusammenarbeit wird das nichts ändern.

Wird 2013 in Dresden ein gutes Job-Jahr? In welchen Branchen werden Jobs entstehen?

Dresden hat beste Voraussetzungen, und zur Jahresmitte soll es ja wieder bergauf gehen. Zwar bleibt die Solarindustrie wohl perspektivisch unser Sorgenkind, doch ich hoffe, dass zum Beispiel die Mikroelektronik hier weiter einen guten Stand hat. Ansonsten gehören sicher der Maschinenbau und alles, was sich rund um Tourismus, Gesundheit und Pflege bewegt, zu den Bringern. Und um die Autoindustrie müssen wir sicher auch keine Angst haben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.02.2013

Barbara Stock

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