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Dresden zieht unvermindert noch mehr Touristen an

Dresden zieht unvermindert noch mehr Touristen an

Das Interesse von Touristen an Dresden ist ungebrochen hoch und davon profitieren auch die hiesigen Hotels - allerdings in sehr unterschiedlichem Maße. Während Herbergen im Zentrum gut ausgelastet sind, sprechen Hoteliers am Stadtrand teils von einer "Katastrophe".

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Dresden zieht unvermindert immer noch mehr Touristen an - aber die Hotelkapazitäten steigen schneller, was zu Preiskriegen führt.

Quelle: Carola Fritzsche

Kaum umstritten ist, dass mehr Geld her muss, um Touristen nach Dresden zu locken, eine Bettensteuer lehnen die Hoteliers aber weiter ab.

Von Heiko Weckbrodt

Vor allem im Ausland spricht sich die Barockstadt als Reiseziel herum: In den ersten vier Monaten dieses Jahres - neuere Zahlen liegen noch nicht vor - trafen in Dresdner Hotels und Pensionen 6,7 Prozent mehr Gäste als im Vorjahreszeitraum ein, die Ankünfte aus dem Ausland legten sogar um zwölf Prozent zu. Vor allem US-Amerikaner (15 582 Übernachtungen), Schweizer (14 481), Österreicher (12 327) und Russen (10 733) zog es hierher.

"Auch für den weiteren Verlauf des Jahres sind wir optimistisch", unterstreicht Matthias Gilbrich von der "Dresden Marketing Gesellschaft" (DMG) und verweist auf Juli-Attraktionen wie die Dresdner Filmnächte, die Schlössernacht und die Museumsnacht. Demnächst wolle die DMG bei einer Roadshow durch Österreich für Dresden werben und in Köln Busreise-Veranstalter umgarnen.

Vom Besucherstrom profitieren freilich nicht alle Hotels gleichermaßen: Im "Holiday Inn" und im "Best Western" - beide eher peripher gelegen - zum Beispiel sank die Auslastung im ersten Halbjahr 2012 um rund sechs Punkte auf 73 beziehungsweise 76 Prozent, wie Geschäftsführer Johannes Lohmeyer berichtet - "ein Desaster", sagt er. "Bei einigen anderen Kollegen sieht es noch schlimmer aus."

Ganz anders ist die Stimmung im Nobel-Hotel "Bellevue" im Zentrum, das zu rund 60 Prozent ausgelastet ist: "Wir sind sehr zufrieden", erklärt Buchhalterin Annett Neumann. Sowohl das Konferenz- wie auch das Privattouristen-Geschäft laufe gut und für das zweite Halbjahr erhoffe man sich einen weiteren Anstieg.

Ähnlich auch die Meldungen aus dem "Etap"-Hotel, das als eher preiswerte Herberge gilt. "Wir sind ja erst seit einem Jahr im Zentrum, bisher aber recht zufrieden", betont Direktor Dirk Kranat. Freilich sei der Wettbewerb unter den City-Hotels hart: "Der Tourismus nach Dresden wächst zwar, aber nicht so schnell, wie hier neue Bettenkapazitäten entstehen."

City-Hotels zufrieden, außerhalb ein "Desaster"

Und dies zieht einen starken Preiskampf der Häuser nach sich: Während anderswo in Europa Übernachtungen in der City kaum unter 65 Euro zu haben sind, bieten viele Hotels in der Dresdner Innenstadt ihre Zimmer für 50 Euro, teils sogar ab 35 Euro an - "keine Ahnung, wie die sich refinanzieren", meint Lohmeyer.

Diese Schere zwischen Zentrum und Peripherie bestätigt auch Gerhard Schwabe, Chef der Dresdner Regionalstelle des "Deutschen Hotel- und Gaststättenverband" (DEHOGA): "In der Innenstadt läuft es recht gut, die Hotels außerhalb haben aber durch das Riesenangebot im Zentrum Probleme." Gerade Ketten wie "Etap", "Motel One" oder "B & B" seien anderswo typische Peripherie-Hotels, in Dresden dagegen haben sie sich im Herzen der Stadt angesiedelt - manch genervte Hoteliers sprechen gar von "wildern".

Daran dockt sich ein weiteres Problem aus gastronomischer Sicht an: das Internet. Etwa jeder vierte Deutsche bucht mittlerweile Hotels auf Online-Portalen wie "Booking.com" - mit steigender Tendenz, hat eine Studie des deutschen Hightech-Verbandes "Bitkom" ergeben. Im Ausland dürften die Anteile der "Onliner" ähnlich hoch sein. Was gut ist für den Touristen - Übersicht und direkter Preisvergleich - macht vor allem den peripher gelegenen Hotels zu schaffen: Findet der Internetbucher Hotels zu niedrigen Preisen in der City wie am Stadtrand, wählt er eher die Innenstadt.

Der Bustourismus ist bundesweit rückläufig

Auch der Wandel im Zeitgeschmack spielt eine Rolle. Während viele Hotels früher von den - oft älteren Bus-Touristen - lebten, haben viele der Deutschen, die jetzt ins Seniorenalter kommen, mit Busreisen nicht viel am Hut. Die Folge: Der Bustourismus ist deutschlandweit rückläufig.

Hinzu kommen hausgemachte Probleme. So haben die personellen und wirtschaftlichen Querelen im Tourismusverband Dresden (TVD) - mit verursacht durch die finanziell desaströsen Zwingerfestspiele 2011 - die Gästewerbung nicht eben befördert. Zu strategischen Eigeninitiativen werde man wohl erst ab Herbst kommen, schätzt der neue TVD-Boss und Flughafen-Chef Michael Hupe.

Wesentliche Punkte hat er indes schon vor Augen: "Alle, die vom Fremdenverkehr profitieren, müssen ihren Beitrag leisten, um mehr für die Außen-Vermarktung der Stadt zu tun", sagt er. Hotel-Chef (und FDP-Politiker) Lohmeyer formuliert es drastischer: "Die DMG ist völlig unterfinanziert - da nehmen andere Städte ganz andere Summen in die Hand."

Woher das Geld kommen soll, um mehr Gäste nach Dresden zu locken, ist aber umstritten: Die von der SPD geforderte Bettensteuer gilt den Hoteliers als rotes Tuch, sie verweisen auf die harten Preiskämpfe in der Branche und fehlende Rücklagen.

Schwabe von der DEHOGA kann sich eine Fremdenverkehrsabgabe vorstellen, in die alle einzahlen, die vom Tourismus profitieren: Rathaus, Kneipen, Taxi-Firmen, Handel. "Gucken Sie sich Bad Schandau an", sagt er. "Dort ist es ganz normal, dass auch der Apotheker und der Bäcker in so einen Topf einzahlen, der dann aber auch wirklich nur genutzt wird, um den Fremdenverkehr anzukurbeln."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.07.2012

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