Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Dresden wird kalt erwischt: Rund 500 Neonazis marschieren am Vorabend des 13. Februars durch die Altstadt

Dresden wird kalt erwischt: Rund 500 Neonazis marschieren am Vorabend des 13. Februars durch die Altstadt

Dresden. Die Neonazi-Demo des 12. Februars hat Dresden kalt erwischt. Statt der prognostizierten 50 bis 100 Rechtsextremisten zogen bis zu 500 Neonazis durch die Stadt.

Voriger Artikel
Nachwuchsgewinnung bleibt zentraler Bestandteil von „Cool Silicon“
Nächster Artikel
"Trauer hört nicht einfach auf": Joachim Klose moderiert die Arbeitsgruppe 13. Februar

Etwa 200 Neonazis zogen am Abend des 12.02.2014 in einem Demonstrationszug mit Fackeln vor der Kulisse der Semperoper über den Theaterplatz in Dresden.

Quelle: dpa

Die von einem massiven Polizeiaufgebot geschützte Demo wurde von starken Protesten und vereinzelten Blockadeversuchen begleitet. Aufhalten konnten die Dresdner die Neonazis jedoch nicht. Nach ersten Angaben der Polizei blieb es am Abend friedlich. Es habe auch keine Festnahmen gegeben.

Standen sich auf dem Theaterplatz anfangs rund 100 Rechte und etwa 1000 Gegendemonstranten gegenüber, schwoll die Zahl der Neonazis bald an. Die Zahl der Gegendemonstranten war trotz der unerwartet hohen Zahl an Rechtsextremen aber bis zum Schluss deutlich größer: Ein breites bürgerschaftliches Bündnis hatte den Gegenprotest organisiert. Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) und der evangelische Landesbischof Jochen Bohl nahmen selbst an den Protesten auf dem Theaterplatz teil. „Es ist gut gewesen, dass so viele dem Aufruf, gegen die Rechten zu protestieren, gefolgt sind“, stellte Rathaussprecher Kai Schulz am Abend fest. 

phpsCb7T920140212231622.jpg

Mehr als 1000 Dresdner protestierten gegen den Nazi-Aufzug.

Quelle: Stephan Lohse

Die Polizei führte den Zug der Neonazis unter einem gellenden Pfeifkonzert und lauten Protesten ab etwa 19 Uhr über den Taschenberg, die Schlosstraße und die Wilsdruffer Straße bis zum Rathaus. Nach einer Zwischenkundgebung zogen die Rechten vom Rathaus über die St. Petersburger Straße bis zum Hauptbahnhof, wo gegen 21.50 Uhr die Abschlusskundgebung endete.  

„Die Route war gut vorbereitet und gut abgesichert“, kommentierte Silvio Lang, Sprecher des Bündnisses „Dresden nazifrei“, den Zug der Rechtsextremen durch die Stadt. Es sei bedauerlich, dass das stattgefunden hat, aber „es gab viel Protest“, so Lang. Allerdings sei es nicht gelungen, den Aufmarsch „maßgeblich aufzuhalten“.

phpEIJOSa20140212231736.jpg

Mehrfach musste die Polizei Sitzblockaden räumen.

Quelle: Stephan Lohse

Die Gegner des Naziaufzuges blockierten zwar mehrere Ausfahrten des Theaterplatzes und auch die geplante Demoroute über den Postplatz, das Abkürzen der Strecke am Hotel Kempinski entlang spielte den Nazis jedoch eher in die Hände. So kamen sie noch näher am Neumarkt vorbei.  

Auf der Wilsdruffer Straße kam es zu ersten Störversuchen, als Gegendemonstranten über den Umweg Altmarktgalerie näher an die Nazi-Route gelangen wollten. Die Versuche wurden von der Polizei mit teils rabiatem Vorgehen und Reizgas unterbunden. Auf der St. Petersburger Straße gab es mehrere Blockadeversuche, die teils über 200 Nazi-Gegner wurden von den Beamten mit „unmittelbarem Zwang“ von der Straße gedrängt oder getragen.

Das Demo-Geschehen sorgte in der Stadt für größere Verkehrsbehinderungen. Nachdem zunächst nur die Sophienstraße und die Augustusbrücke gesperrt wurden, waren danach auch Wilsdruffer Straße, Dr.-Külz-Ring und die St. Petersburger Straße betroffen. Auch die Dresdner Verkehrsbetriebe mussten durch die Sperrungen mit zahlreichen Behinderungen fertig werden.

php811uUn20140212202117.jpg

Etwa 200 Neonazis zogen am Abend des 12.02.2014 in einem Demonstrationszug mit Fackeln vor der Kulisse der Semperoper über den Theaterplatz in Dresden.

Quelle: dpa

Nach dem Verlauf des 12. Februars haben die Rechtsextremen in der Nacht ihre Kundgebung am Donnerstag abgesagt. Erstmals bleibt der 13. Februar damit in Dresden ohne Nazi-Veranstaltung.

sl / cs

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.