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Dresden wird Pilotstadt für Elektro-Mobilität

Volkswagen steckt am Standort Dresden Millionen in die Entwicklung künftiger Fahrkonzepte Dresden wird Pilotstadt für Elektro-Mobilität

Dresden, so hatte es Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) vor sieben Monaten prophezeit, wird zur Pilotstadt für mobiles Fahren. Am Mittwoch haben die Stadt und der Autobauer Volkswagen eine Vereinbarung unterzeichnet, die sich genau diesem Ziel widmet. Der Wolfsburger Konzern will künftig in Dresden nicht nur Elektroautos produzieren, sondern auch Millionen in die Forschung stecken.

Symbolischer Start vor dem Dresdner Rathaus: OB Dirk Hilbert (FDP) und der Geschäftsführer von VW Sachsen, Siegfried Fiebig, haben eine Partnerschaft beim Thema „Mobilität der Zukunft“ vereinbart.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Autogramme und automobile Zukunft hatten am Mittwoch an der Elbe einen wegweisenden Gemeinschaftsauftritt. Dresdens OB Dirk Hilbert (FDP) und Sachsens Volkswagenchef Siegfried Fiebig setzten ihre Unterschriften unter eine monatelang ausgehandelte Grundsatzvereinbarung. Ziel ist es, Dresden zur Modellstadt für Elektromobilität, Digitalisierung und innovatives Fuhrparkmanagement auszubauen und es damit langfristig leiser, sauberer und komfortabler zu machen.

Für die feierliche Prozedur hatte Dieselgate Pause. Denn trotz der realen Gefahr, dass Volkswagen nach dem 15-Milliarden-Dollar-Kompromiss in den USA auch in Europa für seinen Abgasbetrug zur Kasse gebeten wird, konzentriert sich der Autobauer mit viel Energie auf die Zukunft. Die heißt: Elektromobilität. Und Dresden spielt darin nun eine erfreulich große Rolle.

Eine Anschubfinanzierung von Volkswagen im „niedrigen zweistelligen Millionenbereich“ soll im nächsten Jahr schon mal gemeinsame Projekte mit Dresdner Forschungseinrichtungen rund ums Thema E-Mobilität anschieben. Bis 2020 werde VW die investierte Summe auf einen insgesamt fast dreistelligen Millionenbetrag hochtreiben, die jährliche Höhe allerdings immer neu aushandeln, erklärte Fiebig am Mittwoch in der Gläsernen Manufaktur.

In der einstigen Phaetonschmiede, die in Kürze für die – zunächst einschichtige – Produktion des neuen Elektro-Golfs ab April 2017 umgebaut wird, soll sich von nächstem Jahr an ein eigenes Forscherteam etablieren – „vielleicht zehn, zwölf Spezialisten“, so Fiebig – die die Entwicklungen hier gezielt bis zur Alltagstauglichkeit vorantreiben. Parallel will der Konzern Start-ups in die Gläserne Manufaktur locken. Von dem „Business Incubator“, für den VW und die Stadt auch die Sächsische Aufbaubank SAB ins Boot holen wollen, erhoffen sich alle Beteiligten intelligente Software-Lösungen für die Dienstleistungen rund ums vernetzte Fahren – es geht um neue Betreibermodelle, neue Abrechnungsmodelle, neue Car-Sharing-Modelle.

Car-Sharing ist ein gutes Stichwort, denn die Landeshauptstadt will quasi als Modellkommune für andere Städte ihren Fuhrpark umstellen. Dabei, so Hilbert, soll die Flotte zwar am Ende elektrisch fahren, doch die Pläne gehen deutlich weiter. Künftig wolle die Stadt die Autos nicht mehr erwerben und selber instandhalten, sondern auf „Mobilitätsleistungen von Dritten“ zurückgreifen. Unter anderem für solche Ideen braucht es völlig neue Businesspläne, da hier bis hin zu Steuer- und Versicherungsfragen enorm viele Detailprobleme hineinspielen.

Natürlich geht es beim Stichwort „Smart City“ im vieles mehr, was rund ums automatisierte, vernetzte Fahren wichtig ist. An den notwendigen deutlich höheren Daten-Übertragungsraten forscht in Dresden das bundesweit führende 5-G-Lab von Professor Gerhard Fettweis. Zu einer sinnvollen Infrastruktur, für die die Landeshauptstadt an 30 zentralen Verkehrknotenpunkten öffentlichen Nahverkehr, E-Bikes und Car-Sharing zusammenführen will, gehören auch öffentliche Stromtankstellen. Davon gibt es gegenwärtig noch immer nur 28. Deren Zahl soll bis 2025 auf 250 steigen, erklärte OB Hilbert. Dann, so die Erwartungen, werden auch nicht mehr nur 200 Stromer auf den Straßen der Elbestadt unterwegs sein, sondern 25 000.

Auf Ladesäulen und Parkplätze mit induktiven Ladesystemen würde dann die Navigations-App Uma hinweisen, die aber schon von 2017 an für Dresden am Start sein soll. Deren Schwarm-Algorithmus könnte sich mit Daten aus der städtischen Verkehrssteuerung „Vamos“ und von TU-Verkehrsforschern speisen und zudem dafür sorgen, dass Dresdner künftig höchst effizient Staus umfahren und Mitfahrgelegenheiten finden.

Allen bei VW stecke zwar der „Stopp der Phaeton-Produktion noch in den Knochen“, aber „wir stellen uns der Zukunft und fangen neu an“, begründete Fiebig die Kooperation mit Dresden.

https://www.glaesernemanufaktur.de/

Von Barbara Stock

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Dresden Gläserne Manufaktur
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