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Dresden will koreanisches Institut ansiedeln

Dresden will koreanisches Institut ansiedeln

Dirk Hilbert: Die Stadträte wollen und sollen sich auf dieser Reise ein Bild machen, wie die Konkurrenz in Asien arbeitet und vor allem mit welchem Tempo dort Projekte umgesetzt werden.

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Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert und eine Delegation von Stadträten, Forschungs- und Wirtschaftsvertretern aus Dresden werden auch die chinesische Wirtschaftsmetropole Jinan besuchen. Montage: Jeschke, Fotos: DNN-Archiv & "unnormalized"/Wikipedia, CC-Lizenz 2.0, tinyurl.com/5u69xl

Quelle: montage

Frage: Was versprechen Sie sich von dieser Fernost-Reise - und warum haben Sie Vertreter der Stadtratsfraktionen im Schlepptau? Das dürfte doch nicht ganz billig sein-

Das läuft aber nicht zufällig auf eine Einkaufs- und Besichtigungs-Tour hinaus?

Dafür ist gar keine Zeit: Wir haben ein sehr straffes Programm zu absolvieren. Jeder Teilnehmer hat vor Ort mindestens ein Referat zu halten, also alle bekommen ordentlich zu tun.

Wollen Sie dort nur diplomatisch Flagge zeigen oder springt am Ende auch etwas konkret dabei heraus?

Dafür ist Daejeon in Korea die interessanteste Station. Das ist eine Stadt mit 1,6 Millionen Einwohnern, die uns eine Kooperation in der Nanotechnologie-Forschung angeboten hat. Das dort ansässige Elektronikforschungs-Institut ETRI, das über 2000 Mitarbeiter hat, erwägt, eine Außenstelle in Europa zu gründen. Wir wollen dafür sorgen, dass Dresden da ganz oben auf die sogenannte "Shortlist" kommt.

Daneben gibt es in Daejeon zirka 30 öffentliche und noch mal so viele private Forschungsinstitute. Die Stadt ist also - ähnlich wie Dresden - sehr wissenschaftsgetrieben. Wir verbinden das mit der Teilnahme an der "Nanocities", eine Konferenz, an der neben Dresden noch das französische Grenoble und das japanische Tsukuba teilnehmen. Außerdem hoffen wir auf Kooperation zwischen unseren Dresdner Brennstoffzellen-Forschungsinstituten und -firmen und der Brennstoffzellen-Sparte des koreanischen Konzerns LG.

Und was treibt Sie nach China?

Nachdem bereits im Dresdner Technopark Nord vor einem halben Jahr ein chinesisches Büro eröffnet wurde, wollen wir nun in Jinan ein Dresdner Verbindungsbüro eröffnen. Dieser Wirtschaftsstandort liegt an der Schnellzug-Strecke zwischen Peking und Shanghai. Die Region hatte zudem früher eine deutsche Kolonie und gilt als besonders Deutschland-affin. Wir hoffen, dass dieses Büro chinesische Investitionen in Dresden anbahnen kann, auch unseren kleinen und mittelständischen Unternehmen als Türöffner für den chinesischen Markt hilft. Umgekehrt haben die Chinesen natürlich ähnliche Erwartungen und bezahlen deshalb beide Büros. Insofern haben wir kein Risiko und freuen uns über diesen eher protokollarischen Part.

Ist all dies nicht eine Nummer zu groß für eine - im internationalen Maßstab - kleine Stadt wie Dresden? Sollte man solche aufwendigen Wirtschaftsförder-Reisen nicht dem Bund und dem Land überlassen?

Im globalen Wettbewerb der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorte ist Dresden ein kleines Licht unter vielen. Wir haben dafür eine Länderstrategie entwickelt, die genau das berücksichtigt. Mit unseren Aktivitäten konzentrieren wir uns nur auf drei Länder, die nicht oder nur wenig durch die Wirtschaftsförderung Sachsen und das German Council in Berlin beackert werden, aber für unsere Dresdner Firmen interessant sind. Das sind die Niederlande, Ungarn und eben Korea, wo richtig die Post abgeht. Wir wollen erreichen, dass auf der europäischen Investitionslandkarte der Koreaner nicht nur Frankfurt am Main steht, sondern auch Dresden. Gerade in der Halbleiterindustrie, der organischen Elektronik, der Materialforschung und der Autozulieferindustrie sehe ich da viele Berührungspunkte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.10.2013

Heiko Weckbrodt

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