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Dresden will bei Altkleidern nicht mitkassieren

Dresden will bei Altkleidern nicht mitkassieren

Im Februar dieses Jahres machte die Stadt Köln bundesweit Schlagzeilen. Denn die Metropole am Rhein hatte sich entschieden, das lukrative Geschäft mit Altkleidern nicht nur in ordnungsgemäße Bahnen zu lenken, sondern selbst daran mitzuverdienen.

Wenige Tage vor der Fastnacht griffen die Regenten der Karnevals-Hochburg hart durch: Zahlreiche illegale Container wurden entfernt, im Gegenzug insgesamt 800 offiziell-städtische aufgestellt. Im Kölner Rathaus kalkuliert man nach Abzug aller Kosten mit einem jährlichen Gewinn von 370 000 Euro durch das Altkleidergeschäft. Zwar wird beteuert, dieses Geld mit karitativen Einrichtungen teilen zu wollen, doch Marktbeobachter wie der Dach- verband "Fairwertung" bezweifeln, ob dies kommunalrechtlich möglich ist. Und Fakt ist, dass es Städten wie Köln und Düsseldorf in erster Linie um eine Aufbesserung ihres Abfallhaushaltes geht.

Da stößt der Dresdner Weg bei "Fairwertung" schon auf sehr viel mehr Gegenliebe. Denn die hiesige Stadtverwaltung möchte kein eigenes kommunales Altkleider-Sammelsystem aufbauen. Das erklärte der Chef des Straßen- und Tiefbauamtes, Reinhard Koettnitz, auf DNN-Anfrage, ohne sich zu den genauen Hintergründen zu äußern. Koettnitz zufolge gibt es im gesamten Stadtgebiet derzeit 249 genehmigte Container, in die die Dresdner ihre aussortierten Schuhe, Jacken, Hosen und andere Textilien einwerfen können. Je angefangenen Quadratmeter Stellfläche sind zwischen 3,20 Euro und 12,40 Euro zu entrichten. Aufgestellt wurden die legalen Container durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Malteser, die Johanniter, die Volkssolidarität, die Humana Kleidersammlung, die KUB GmbH, Hippe Recycling und die Veolia Umweltservice GmbH.

"Darüber hinaus stehen auf Flächen privater Eigentümer weitere Altkleidercontainer. Über deren Anzahl ist keine Aussage möglich", gibt Koettnitz zu bedenken. Schwarze Schafe schlagen vor allem dort zu, wo Grundstücksgrenzen verwischen. Gemäß der Theorie handelt es sich um Ordnungswidrigkeiten, die mit satten Bußgeldern geahndet werden. Doch die Praxis sieht leider anders aus. "Derartige Maßnahmen sind nur dann möglich, wenn vom Betreiber bzw. vom Eigentümer ungenehmigt aufgestellter Altkleidercontainer eine zustellfähige Adresse ermittelt werden kann", sagt Koettnitz.

Das Dresdner DRK betreibt auf der Osterbergstraße 26 in Pieschen einen eigenen Kleiderladen, der sich an bedürftige Menschen richtet. "Kunden, die eine Hartz-IV-Bescheinigung oder den Dresden-Pass vorlegen, werden auf die sehr niedrigen Preise weitere Konditionen eingeräumt", so eine DRK-Sprecherin. Zu verschlissene bzw. überschüssige Kleidung sortiert das DRK aus und verkauft die Stücke weiter an spezielle Verwertungsfirmen, die daraus Second-Hand-Kleidung vorzugsweise für den afrikanischen und osteuropäischen Markt machen. Deutsche Textilien gelten in diesen Ländern als äußerst begehrt, da sie qualitativ hochwertiger als die Billigware aus China sind. Mit den Erlösen aus diesem Handelsgeflecht finanziert das DRK wiederum einen Teil seiner eigenen sozialen Projekte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.11.2014

Christoph Stephan

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