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Dresden will EU-Behörde aus Großbritannien an Land ziehen

Brexit-Folgen Dresden will EU-Behörde aus Großbritannien an Land ziehen

Der Austritt der Briten aus der Europäischen Union treibt vor allem der Wirtschaft auch im Raum Dresden Sorgenfalten auf die Stirn. Doch der Brexit könnte auch positive Effekte für die Landeshauptstadt haben. Der Wettlauf um die bislang in London ansässigen EU-Behörden hat begonnen.

 
 In London sind bislang die Europäische Bankenaufsicht (EBA) sowie die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA - im Foto) ansässig.

Quelle: PR

Dresden.  Der Austritt der Briten aus der Europäischen Union treibt vor allem der Wirtschaft auch im Raum Dresden Sorgenfalten auf die Stirn. Sie fürchten um ihre Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen auf der Insel. Doch der Brexit könnte auch positive Effekte für die Landeshauptstadt haben – zum Beispiel wenn eine der in London ansässigen EU-Behörden in die Elbestadt verlegt würde. Noch ist der Austritt zwar nicht vollzogen, aber der Wettlauf um die hochdotierten Jobs hat längst begonnen.

„Selbstverständlich wird sich der Oberbürgermeister dafür einsetzen, dass Dresden als Standort in Betracht gezogen wird“, erklärte Rathaussprecher Kai Schulz auf DNN-Anfrage.

In London sind bislang die Europäische Bankenaufsicht (EBA) sowie die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ansässig. Nach dem EU-Austritt ist von einer Verlegung auf den Kontinent auszugehen. In Hessen gibt es bereits massive Anstrengungen, die EMA an den Main zu holen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) legt sich mächtig ins Zeug, macht den EU-Kommissaren in Brüssel seine Aufwartung und wirbt forsch für den Standort Frankfurt.

Winkler: Osten darf nicht leer ausgehen

Als deutsches Bankenzentrum und Sitz der Europäischen Zentralbank wäre freilich auch die EBA dort gut aufgehoben. Deshalb hat der sächsische CDU-Europaabgeordnete Hermann Winkler inzwischen die Verlagerung der Arzneimittel-Agentur in eine Stadt zwischen Ostsee und Erzgebirge verlangt. „Bei der Umverteilung europäischer Behörden darf Ostdeutschland nicht leer ausgehen. Von insgesamt etwa 45 EU-Behörden befindet sich keine im Osten Deutschlands“, erklärte Winkler. Mit seiner wissenschaftlichen Kompetenz an der TU und außeruniversitären Instituten sowie den pharmazeutischen Unternehmen wie GlaxoSmithKline oder Apogepha käme dafür natürlich auch Dresden in Betracht, fügte Winkler gegenüber DNN hinzu.

Die EU-Behörde wäre zweifellos ein erheblicher Gewinn für Dresden. Sie hat derzeit 890 Mitarbeiter – größtenteils hochdotierte Jobs. Sie berät die Europäische Kommission unter anderem bei der Frage, welche neuen Medikamente in der EU zugelassen werden sollen.

Noch befindet sich der gesamte Austrittsprozess im Anfangsstadium. Großbritannien hat bei einem Referendum zwar mehrheitlich dafür gestimmt, bislang ist der offizielle Austrittsantrag bei der EU aber noch gar nicht gestellt.

Dresden warnt deshalb auch vor übereilten Erwartungen. „Da allerdings nicht einmal geklärt ist, wann Großbritannien die EU verlassen wird, sind die Fragen der Behördenumzüge bisher maximal andiskutiert“, ist sich der Sprecher von OB Dirk Hilbert (FDP) bewusst. Über ihre Aktivitäten will die Stadt deshalb derzeit noch nicht viel verraten. „Entscheidungen wie diese werden bekanntlich nicht auf dem Marktplatz gefällt. Insofern werden wir uns über Details nicht äußern“, sagte Kai Schulz auf die Frage nach möglichen Erwartungen an den Freistaat oder den Bund in diesem Zusammenhang.

Von Ingolf Pleil

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