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Dresden warnt die Bevölkerung über Sirenen, Bürgertelefon und Onlineredaktion

Sicherheit Dresden warnt die Bevölkerung über Sirenen, Bürgertelefon und Onlineredaktion

Das Warninformationssystem „Katwarn“, das nach dem Amoklauf in München am Freitag zum Einsatz kam, ist in Dresden nicht verfügbar. Für den Katastrophenfall stehen zur Warnung der Bevölkerung ein  Sirenenwarnsystem im Verbund mit Bürgertelefon, Onlineredaktion und Pressemitteilungen zur Verfügung.

Die Bürger von München wurden am 22. Juli über Katwarn aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.
 

Quelle: dpa

Dresden.  Das Warninformationssystem „Katwarn“, das nach dem Amoklauf in München am Freitagabend zum Einsatz kam, ist in Dresden und im gesamten Freistaat Sachsen nicht verfügbar. „Katwarn“ ist ein kostenloser Service für Warninformationen, die den Einwohnern der teilnehmenden Regionen auf das Mobiltelefon gesendet werden. In München wurden am Freitagabend die Einwohner aufgefordert, werden der unklaren Lage die Häuser nicht zu verlassen. „Katwarn“ wurde von Fraunhofer Fokus im Auftrag der öffentlichen Versicherer entwickelt und wird von zahlreichen Städten und Landkreisen in den alten und neuen Bundesländern genutzt.

Nach Auffassung von Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) liegt bei einem Warnsystem für die Bevölkerung vor Gefahren wegen krimineller Aktivitäten wie Terrorismus die Verantwortung beim Sächsische Innenministerium. „In einem solchen Fall führt die Polizei den Einsatz und ist auch für die Kommunikation zuständig. Wenn die Polizei die Bürger informieren will, wird sie die entsprechenden Medieninformationen herausgeben und die angemessenen Informationskanäle wie das Internet oder das Radio nutzen“, erklärte Sittel. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei dabei vielfach erprobt und bewährt.

Ein für Dresden typischer Fall sei zum Beispiel der Fund einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. „Da ist der Ablauf fast immer gleich.“ Federführend für die Kommunikation sei die Polizei, die aber bei der Frage von Evakuierungen eng mit Feuerwehr und Rettungsdienst zusammenarbeiten würde.

Für den Katastrophenfall stünde der Landeshauptstadt Dresden zur Warnung der Bevölkerung ein stadtweit eingerichtetes Sirenenwarnsystem zur Verfügung, das im Verbund mit Bürgertelefon, Onlineredaktion und Pressemitteilungen einen gut bestückten Instrumentenkasten für die Warnung der Bevölkerung ergebe. Sittel verwies gegenüber DNN auch auf ein ausgefeiltes Frühwarnsystem vor Hochwasser, das in Dresden nach der Jahrhundertflut 2002 aufgebaut worden ist. „Hier erhalten die Anlieger die für sie wichtigen Informationen.“ Aber schon bei der Frage von Unwetterwarnungen werde es schwieriger. „Die Häufigkeit von Unwetterwarnungen hat deutlich zugenommen. Welche dieser Informationen sind wichtig für die Bevölkerung und müssen weitergegeben werden, zumal sich konkrete Vorhersagen bei lokal begrenzten Ereignissen schwieriger treffen lassen?“, fragt er.

Der Ordnungsbürgermeister schränkte ein: „Katwarn ist sicher eine sinnvolle Ergänzung, erreicht aber eben auch nur einen Teil der Handynutzer. Und was nützt uns ein Handy-Warnsystem, das relativ schnell überlastet ist? Wenn sich eine Seite im Internet nicht schnell öffnet oder immer wieder wegen Überlastung abstürzt, ist der Effekt eines Frühwarnsystems auch schnell verpufft“, gibt er zu bedenken. Sittel mahnte zu einer gewissen Zurückhaltung. „Wir sollten jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen, sondern alle möglichen Konsequenzen sachlich diskutieren. Nach drei realen Katastrophen innerhalb von 14 Jahre sind wir in Dresden gut aufgestellt und müssen das Rad nicht neu erfinden, sondern sorgfältig prüfen, was wir aus den Erfahrungen anderer Kommunen noch ergänzen können.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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