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Dresden von Wohnungsnot noch weit entfernt

Dresden von Wohnungsnot noch weit entfernt

Der Leerstand in Dresden ist deutlich gesunken, doch von einer Wohnungsnot kann nicht gesprochen werden. Das ist die Schlussfolgerung aus den aktuellen Zahlen zum Wohnungsmarkt, die die Kommunale Statistikstelle der Landeshauptstadt Dresden ermittelt hat.

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Grafik: Eylert

Von Thomas Baumann-Hartwig

Demnach gibt es in der Stadt 292 740 Wohnungen. Davon standen Ende des vergangenen Jahres 24 600 Wohnungen leer - das entspricht einer Leerstandsquote von 8,4 Prozent. Ein Jahr zuvor gab es noch 3850 leerstehende Wohnungen mehr. Die Statistikstelle erklärt die Abnahme mit einem Einwohnerzuwachs, der mit einer wachsenden Zahl der Haushalte verbunden ist.

Laut den Statistikern konzentriert sich der Wohnungsleerstand auf Mehrfamilienhäuser. Standen hier im Jahr 2000 noch 57 000 Wohnungen leer, so waren es Ende vergangenen Jahres rund 23 000. Wenn davon die Zahl der Wohnungen in baufälligen oder ruinösen Gebäuden abgezogen wird oder von Häusern, deren Abriss schon beschlossene Sache ist, so stehen dem Wohnungsmarkt rund 20 000 vermietbare Wohnungen zur Verfügung. Laut Statistikstelle wird üblicherweise eine Fluktuationsreserve von drei Prozent, das entspricht 9000 Wohnungen, angenommen. Damit besteht ein aktiver Wohnungsüberhang von 11 000 Wohnungen.

Die Studie bestätigt im Wesentlichen die Einschätzung der Stadtverwaltung, wonach die Leerstandsquote einen Stand erreicht hat, der überhaupt erst wieder Aktivitäten im Wohnungsbau ermöglicht. Mit anderen Worten: Investitionen in Wohngebäude lohnen sich wieder. Wer Geld dafür ausgibt, kann auf eine Rendite hoffen und muss nicht fürchten, wegen eines Überangebotes auf seinen Kosten sitzen zu bleiben. Das wird nicht nur daran deutlich, dass eine Vielzahl von verfallenen Wohnhäusern saniert wird, sondern auch wieder Baugenehmigungen für Neubauten beantragt werden.

Im März erteilte die Stadt vier Genehmigungen für den Bau von Mehrfamilienhäusern. In diesen Neubauten sollen 60 neue Wohnungen entstehen. Zusätzlich dazu wurde die Sanierung von 209 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern genehmigt. Daneben beantragten im März 22 Bauherren die Genehmigung zur Errichtung eines Eigenheims.

Mittlerweile, so die Angaben der Statistikstelle, halten sich Abriss und Neubau exakt die Waage. Bald dürfte sogar ein Plus an Neubauten und Sanierungen zu verzeichnen sein, da der Stadtrat erst vor wenigen Tagen das Wohnungsabrissprogramm der Gagfah wegen der Entwicklungen auf dem Markt gestoppt hat (DNN berichteten) und damit 136 Wohnungen am Markt bleiben.

Spitzenreiter bei der Reduzierung des Leerstandes sind die Stadtteile Friedrichstadt, Pieschen-Süd und die Albertstadt, hier ging die Quote von 2003 bis Ende 2011 um 17 bis 23 Prozentpunkte zurück. Im ganzen Stadtgebiet lag die Leerstandsquote vor neun Jahren noch bei 17,8 Prozent, sie ging demnach um mehr als neun Prozentpunkte zurück. Aber auch in Stadtteilen, in denen in den vergangenen Jahren viele Wohngebäude abgerissen wurden, sank die Quote - so in den Plattenbaustandorten Prohlis, Reick und Gorbitz.

2003 hatten noch zwei Drittel aller 61 Dresdner Stadtteile einen Leerstand von mehr als 14 Prozent, nun gibt es nur noch fünf. Wie auch in den Vorjahren steht am Ende die Albertstadt mit 18,2 Prozent Wohnungsleerstand, gefolgt von Tolkewitz, Löbtau-Nord, der Inneren Altstadt und Naußlitz. Tolkewitz sollte sich aber nach Angaben der Statistikstelle in diesem Jahr deutlich nach vorn schieben, da wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten an zahlreichen Mehrfamilienhäusern ein zeitlich befristeter Leerstand zu verzeichnen gewesen sei. Der Stadtteil mit dem geringsten Leerstand ist die Seevorstadt-Ost, hier herrscht bei einer Quote von 3,3 Prozent faktisch Vollvermietung. Aber auch in Teilen des Schönfelder Hochlandes, in Reick, Dobritz, Seidnitz, Gruna, Striesen, der Pirnaischen Vorstadt, der Südvorstadt, Räcknitz oder Zschertnitz sowie in Weixdorf wird es schwierig, eine Wohnung zu finden. Nach Angaben des Mietervereins gibt es bereits Engpässe bei großen Wohnungen für Familien und bei Wohnungen, für die Hartz-IV-Empfänger die vollen Kosten von der Stadt erstattet bekommen können. Hieß es vor Jahren noch: "Die ersten drei Monate mietfrei", müssen längst auch wieder Maklerprovisionen gezahlt werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.08.2012

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