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Dresden verliert bei Globalfoundries die Rolle als Leitstandort im Konzernverbund

Dresden verliert bei Globalfoundries die Rolle als Leitstandort im Konzernverbund

Der US-Auftragsfertiger "Globalfoundries" wird im Bundesstaat New York neben seiner Chipfabrik 8 ein knapp zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) teures Forschungszentrum für neue Halbleitertechnologien errichten.

New York/Dresden .

New York/Dresden (DNN). Der US-Auftragsfertiger "Globalfoundries" wird im Bundesstaat New York neben seiner Chipfabrik 8 ein knapp zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) teures Forschungszentrum für neue Halbleitertechnologien errichten. Das kündigten Globalfoundries und New Yorks Gouverneur Andrew M. Cuomo heute an. Damit verliert Dresden seine Rolle als Leitstandort im Unternehmensverbund.

Von Heiko Weckbrodt

Baubeginn für das "Technology Development Center" (TDC) nahe der Stadt New York soll noch Anfang dieses Jahres sein, die Fertigstellung ist für Ende 2014 avisiert. Dort sollen dann rund 500 Ingenieure, Materialwissenschaftler und andere Spezialisten zum Beispiel neue 3D-Chipstapel-Technologien und Fotomasken für die nächste Chip-Belichtungsgeneration, die Halbleiter mit "Extremen Ultraviolett"-Strahlen (EUV) erzeugt, entwickeln und in die benachbarte Fab 8 in die Produktionsreife überführen. Weitere 500 Jobs sollen in diesem Zuge in der Fab 8 entstehen. "Wir sehen das wachsende Interesse unserer Kunden, schneller zu kleineren Strukturgrößen übergehen zu können", erläuterte Ajit Manocha, Konzernchef von Globalfoundries (GF). "Um diese Entwicklung zu unterstützen, bauen wir Fab 8 zum führenden Technologiestandort für Globalfoundries aus. Die Unterstützung des Bundesstaats New York hat den Weg dafür geebnet."

Der New Yorker Gouverneur Cuomo sieht damit seine Wirtschaftsförderpolitik bestätigt: "Diese wichtige Erweiterung zeigt, dass unsere Investitionen in die Nanotechnologieforschung im Bundesstaat New York die erwarteten Früchte trägt", schätzte er ein. "New York ist zum weltweiten Zentrum für moderne Halbleiterforschung geworden, und das Technology Development Center wird dazu beitragen, dass diese Innovationen, die in Zusammenarbeit mit unseren Forschungseinrichtungen entwickelt wurden, auch in New York gefertigt werden." Erst im vergangenen Jahr konnte Cuomo die Ansiedlung des "Global 450"-Konsortiums in seinem Bundesstaat verkünden. IBM, Intel, Samsung, TSMC und GF wollen dabei rund 4,4 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) in die Entwicklung serienreifer Fabriken stecken, die Chips nicht mehr auf 300, sondern auf 450 Millimeter großen Siliziumscheiben produzieren. Bei all diesen Leitentscheidungen hatte Europa das Nachsehen: Auch hier wird zwar eine EU-Initiative für die stärkere Förderung von Schlüsseltechnologien (KET-Initiative) diskutiert, weil die Kommission inzwischen erkannt hat, dass Forschungsförderprogramme allein nicht ausreichen, um Hochtechnologie-Jobs in Europa zu halten und zu vermehren. Aber größere Investitionen sind dadurch noch nicht zu Stande gekommen.

Die hiesige GF-Sprecherin Karin Raths betonte allerdings, dass Dresden weiter eine wichtige Rolle für den Konzern spielen werde. Zudem werde die Technologieinvestition in den USA dem gesamten Unternehmen nützen, auch dem deutschem Standort.

In Dresden betreibt GF eine Mega-Fab mit rund 3500 festen und etwa 350 Leiharbeitern. Rechnet man ständig präsente Mitarbeiter von Drittfirmen hinzu, gehen im Dresdner Werk täglich bis zu 5000 Menschen ein und aus. Auch weiterhin sucht GF Dresden Ingenieure und Techniker. Zudem hatten GF und Toppan erst kürzlich weitere Investitionen in das Dresdner Chipmaskenzentrum AMTC bekanntgegeben, das unter anderem auch EUV-Masken entwickeln soll - aber eben in einer viel geringeren Größenordnung als künftig in den USA. "Wenn Europa etwas vergleichbares wie das TDC haben will, ist das letztlich eine Entscheidung der Politiker", schätzte Raths mit Blick auf die aktive Förderpolitik der New Yorker ein.

Mehr Infos im Netz. computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.01.2013

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