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Dresden und die Region bauten mit am neuen Sachsenzug

Historischer Zug Dresden und die Region bauten mit am neuen Sachsenzug

Nun ist endlich geschafft: Sachsen hat seinen originalgetreuen, aus zweiachsigen Wagen gebildeten Zug mit einer Lok davor, die perfekt zum Zug passt. Das ist der Nachbau der historischen IK Nr.54, Sachsens erster Schmalspurbahnlokomotive überhaupt. Nun können die Sachsen und ihre Gäste reisen wie zu des König Zeiten.

Am Schluss des schmucken Sachsenzuges läuft der Lohsdorfer Zugführerwagen, im vorderen Zugteil der Wilsdruffer Personenwagen.

Quelle: SOEG

Dresden. Nun ist endlich geschafft: Sachsen hat seinen originalgetreuen, aus zweiachsigen Wagen gebildeten Zug mit einer Lok davor, die perfekt zum Zug passt. Das ist der Nachbau der historischen IK Nr.54, Sachsens erster Schmalspurbahnlokomotive überhaupt. Nun können die Sachsen und ihre Gäste reisen wie zu des König Zeiten. Sowohl Dresdner wie auch viele freiwillige Helfer in der Region haben einen wesentlichen Beitrag für das Zustandekommen des Zuges geleistet. Bis fast zur letzten Stunde vor der unerlässlichen Abnahme durch den Landesbevollmächtigten für Bahnaufsicht wurde an den Wagen in guter alter Handwerksmanier gebohrt, gehobelt und geschraubt Dann klappte auch dieser letzte Akt, die über mehrere Jahre währende Arbeit zahlt sich jetzt aus.

Die Dresdner hatten am vergangenen Wochenende beim Bahnhofsfest in Lohsdorf schon Gelegenheit, den schmucken Zug zu bestaunen und sogar damit ein Stück zu fahren.

Der Zug besteht aus Wagen recht unterschiedlicher Bauart. Alle Wagen tragen den Original-Anstrich und die Beschriftung der Königlich-Sächsischen Staatseisenbahn. Das Personal trägt die schmucken historischen Dienstuniformen.

Die Region um Dresden stellt allein drei Wagen im Zug. Einer der Wagen erlebte seine Wiedergeburt als Eisenbahnwagen bei der IG Verkehrsgeschichte Wilsdruff e. V. Der Vereinsvorsitzende Peter Wunderwald war nicht nur der geistige Vater sondern auch die unermüdlich treibende Kraft beim Wiederaufbau Personenwagens, Baujahr 1894, mit der Bezeichnung 235 K. „Wir hatten den Wagen 1992 im Raum Chemnitz in einem Gartengelände aufgespürt. Er diente als Gartenlaube und war in einem erbärmlichen Zustand.“, erinnert er sich. „Nach zähen Verhandlungen konnten wir den Wagen 2007 endlich für 700 Euro kaufen. Der Wagen war bei der Königlich-Sächsischen Staatseisenbahn bis 1920 im Einsatz, diente aber noch lange als Bahndienstwagen. Ohne sein Fahrgestell gelangte er schließlich nach Chemnitz. Wir begannen 2010 mit dem Wiederaufbau des Wagens. In der Werkstatt der RVE Marienberg wurde der Wagen im Prinzip fahrfähig hergestellt. Der Verein übernahm die abschließenden Arbeiten. Das Ganze finanzierten wir aus Spendengelder, Fördermittel gab es nicht. Künftig wird der Wagen auf der Traditionsbahn Radebeul im Einsatz zu erleben sein.“

Der zweite Wagen entstand auf den Gleisen des Bahnhofs Lohsdorf des Schwarzbachbahnvereins e. V. Es ist der Zugführerwagen K 2009, Baujahr 1897, der seinerzeit zur Erstausstatung der Schwarzbachbahn gehörte, die einst die Strecke von Goßdorf-Kohlmühle nach Hohnstein befuhr. Diese Züge wurden von der IK gezogen! Nach seiner Ausmusterung war der Wagen noch bei der Landeseisenbahn Brandenburg eingesetzt. Zuletzt fristete der Wagenkasten als Schuppen in Vorpommern sein Dasein. Dort entdeckten ihn die Lohsdorfer. Sie kauften ihn 2004 und brachten ihn auf ihren Bahnhof. Von da an widmeten sich vorrangig die Vereinsmitglieder Alf Wachtveitl als Projektleiter und Andre´Dörfelt, dessen Sohn, dem Wiederaufbau des Wagens quasi aus dessen Nichts heraus. Sie steckten ihr ganzes handwerkliches und ingenieurtechnisches Können hinein. Der Dresdner Maschinenbauingenieur Dörfelt leistete zweifellos die Hauptarbeit. „Die Arbeitsstunden blieben leider ungezählt, ich gehe von einer mittleren vierstelligen Zahl aus.“, zieht er für Beide die Bilanz. Er hat vor Jahren bereits maßgeblich bei der Konstruktion des Nachbaus der IK Nr. 54 mitgewirkt. Er ist als Werkstattleiter bei der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft tätig.

Der dritten Wagen für den Sachsenzug entstand auf Initiative der in Radebeul ansässigen Stiftung zur Förderung Sächsischer Schmalspurwagen.

Mit der Bereitstellung eines kompletten Sachsenzuges kann der Einsatz der IK Nr. 54 über viele Jahre hinweg auf den Gleisen der Sächsischen Schmalspurbahnen mit 750 mm Spurweite abgesichert werden. Ihr bleibt das tragische Schicksal der in DDR-Zeiten nachgebauten „Saxonia“ erspart. Bekanntlich wurde die schmucke alte Lady nach weinigen, stark bejubelten öffentlichen Soloauftritten ins Dresdner Verkehrsmuseum gebracht. Ihre auf acht Jahre laufende Betriebserlaubnis ist längst abgelaufen, Geld für deren Erneuerung steht nicht bereit. So wird sie zwangsläufig im Johanneum ihren Lebensabend verbringen. müssen.

Einen erneuten Auftritt des neuen Sachsenzuges wird es nicht der Region vorerst nicht geben.

Von Peter Weckbrodt

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