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Dresden trommelt für die Weihnachtshauptstadt

Dresden trommelt für die Weihnachtshauptstadt

Seit 2009 verbucht Dresden ein stetiges touristisches Wachstum. Und die Fachleute der Tourismusbranche sind überzeugt: Es gibt noch ein gigantisches Potenzial. Doch um das anzuzapfen gilt es, die Trommel zu rühren.

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Hell leuchten die Marktsstände am 27.11.2013 zur Eröffnung des 579. Dresdner Striezelmarktes in Dresden.

Quelle: Sebastian Kahnert, dpa

Denn von nichts wird nichts. Die Sonderkampagne "Dresden. Gibt dem Winter Glanz" trägt erste Früchte. Seit diesem Jahr wirbt die Stadt Dresden weltweit sogar als Weihnachtshauptstadt. Catrin Steinbach sprach mit Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH.

DNN: Seit diesem Jahr vermarktet die Dresden Marketing GmbH (DMG) die sächsische Landeshauptstadt als "Weihnachtshauptstadt". Was hat Dresden, was andere Städte nicht haben?

Bettina Bunge: Wir haben mit dem 579. Dresdner Striezelmarkt den ältesten Weihnachtsmarkt in Deutschland mit dem weltgrößten Schwibbogen, dem berühmten Stollenfest und einer einzigartigen Kindererlebniswelt. Wir bieten viele weitere attraktive Weihnachtsmärkte in der Stadt und Region, wundervolle hochkarätige Konzerte in den Kirchen z.B. mit unserem fast 800 Jahre alten Dresdner Kreuzchor, diverse Weihnachtsshows und Ausstellungen, Winterevents vom Schlittschuhlaufen im Taschenbergpalais bis zum Weihnachtszirkus. Laut Markenanalyse und diverser Marktforschungsstudien wird Dresden eine große Attraktivität als Weihnachtsstadt bescheinigt. Die ganze Stadt ist weihnachtlich geschmückt, einzigartig in ihrer Atmosphäre und voller Attraktionen für Jung und Alt. Daher nennen wir uns jetzt "Weihnachtshauptstadt Dresden", da bis dato auch noch keine andere deutsche Stadt den Gegenbeweis angetreten hat.

Die DMG rührt unter dem Slogan "Dresden. Gibt dem Winter Glanz" weltweit die Werbetrommel. Wo genau und wie?

Wir konzentrieren uns bei der touristischen Vermarktung generell auf zwölf Zielmärkte. Dazu gehören unsere Volumenmärkte mit kontinuierlichem Wachstum wie Deutschland, USA, Schweiz, Österreich und Russland. Zudem setzen wir auf die großen Wachstumsmärkte des Welttourismus, wie China und Brasilien. Ein Schwerpunkt der Kampagne für das weihnachtliche Dresden liegt auf Deutschland und Tschechien. In Kombination aus klassischer Werbung, Online-Marketing und Reiseveranstalterkooperationen werben wir jedes Jahr bereits ab Frühjahr um mehr Gäste zur Weihnachtszeit.

Ein Kampagnenbeispiel ist die redaktionelle Beilage "Winterglanz Dresden", die am 31. Oktober bzw. 3. November mit Gewinnspiel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschien. Anzeigen bzw. Advertorials zur Weihnachtshauptstadt Dresden sind in der November/Dezember-Ausgabe des Germanwings-Bordmagazins und im Magazin 'Genießen und Reisen' geschaltet. Die ersten Weihnachtsflyer wurden bereits im März zur Welttourismusmesse ITB in Berlin an Reiseveranstalter, Journalisten und Dresden-Interessierte verteilt. Seit Juli sind Weihnachtsplakate und eine umfangreiche Weihnachtsbroschüre in deutsch, englisch, russisch, tschechisch und polnisch im Vertrieb. Um die weihnachtlichen Angebote auch online unter einem Dach zu präsentieren, haben wir die Website www.dresden-weihnachten.info erstellt, die die Weihnachtsaktion "Weihnachtsgrüße aus Dresden in die Welt" auf unserer Facebook-Seite "Dresden News" mit bereits über 80 000 Fans ergänzt.

In den kommenden Wochen betreuen wir zudem Medienvertreter und Reiseveranstalter aus allen Teilen der Welt. Im Nachbarland Tschechien liegt der inhaltliche Fokus der Kampagne speziell auf dem Striezelmarkt. In Kooperation mit der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt werden Pressearbeit und Onlinemarketing über die Website www.drazdany.info und ein über diese Seite lanciertes Dresden Blog realisiert.

Welche Bedeutung hat der Tourismus als Wirtschaftsfaktor für Dresden und welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Weihnachtszeit?

Der Tourismus ist für Dresden ein wichtiger und zentraler Wirtschaftsfaktor, das belegt auch die Studie "Wirtschaftsfaktor Tourismus 2011". Danach bringen Touristen der Landeshauptstadt Brutto-Umsätze von 987,9 Millionen Euro. Der Einkommensanteil des Tourismus an der Gesamtwirtschaft beträgt mehr als fünf Prozent, und das Einkommen entspricht nahezu 20 000 Vollzeitarbeitsplätzen in Dresden. Viele Branchen partizipieren daran - von Hotellerie, über Gastronomie, Einzelhandel bis hin  zu  Kultureinrichtungen und Verkehr. Beim Handel kommen 29 Prozent der Tagesausgaben an (pro Besucher 28,16 Euro), bei den Hotels, Pensionen etc. 23 Prozent (22,13 Euro pro Besucher), für Essen und Trinken werden 21 Prozent ausgegeben (20,02 Euro pro Besucher), für Führungen und Eintrittsgelder 17 Prozent (16,72 Euro pro Besucher) und für Transport und Mobilität 7 Prozent (6,78 Euro pro Besucher).

Trägt die DMG-Vermarktungskampagne "Weihnachtshauptstadt" schon Früchte?

Hinter der intensiven Vermarktung Dresdens als Weihnachts- bzw. Winterstadt steht das Ziel, die Kapazitäten speziell in den Wintermonaten noch stärker mit Besuchern aus dem In- und Ausland auszulasten. Dass die Winterglanzkampagne erfolgreich ist, zeigt sich beispielsweise in den zweistelligen Zuwächsen im Dezember. Die Übernachtungen im Weihnachtsmonat konnten 2011 um 11,3 Prozent und 2012 sogar um 15,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erhöht werden.

Die Zahl der Hotels in Dresden wächst und wächst. Sehen Sie das kritisch?

Dresden ist bekannt für sein qualitativ hochwertiges Hotelangebot mit gutem Preis-Leistungsverhältnis in allen Kategorien. Dafür haben nationale und internationale Hotelinvestoren investiert. Dass die Investitionsbereitschaft anhält, macht deutlich, dass der Standort nicht nur exzellent ist, sondern auch so bewertet wird.

In den vergangenen zehn Jahren sind in Dresden 49 zusätzliche Beherbergungsstätten entstanden, und die Bettenzahl stieg um fast 30 Prozent. Mit aktuell rund 22 450 angebotenen Gästebetten verfügt Dresden über mehr Betten als Städte vergleichbarer Größen. Dresden ist gut aufgestellt, um die zu erwartende wachsende Nachfrage zu bedienen. Immerhin konnte die Stadt seit 2009 stetig touristisches Wachstum verbuchen.

Neue Hotelprojekte verschärfen den Wettbewerb, was die Sorge der Hoteliers verständlich macht. Wir glauben jedoch, dass Dresden von seinem guten Ruf als attraktive Reisedestination mit qualitativ wie quantitativ herausragenden Hotelangeboten längerfristig profitieren wird.

Was müsste in Dresden aus touristischer Sicht noch getan werden? Wo gibt es Defizite?

Wir müssen noch mehr Kongresse und Tagungen nach Dresden holen, um den Geschäftsreiseverkehr zu steigern. Denn er sorgt für eine stabile Auslastung z.B. in der Hotellerie, sichert touristische Einnahmen auch in eher reiseschwachen Monaten wie Februar und März. Gemeinsam mit der Kongressbranche haben wir unter der Marke Dresden Convention Bureau eine umfassende Akquisestrategie entwickelt, die erfolgversprechende Märkte, potenzielle Kunden und konkrete Maßnahmen festlegt.

Entwickelt sich Dresden zur Einkaufsstadt und werben Sie damit?

Dresden ist primär eine schöne Stadt mit großer Geschichte und vielfältigem Kulturangebot, entwickelt sich aber zunehmend auch zur Einkaufsstadt, vor allem für Gäste aus der Region und dem Nachbarland Tschechien. Die attraktive Einkaufsstadt mit der besonderen Mischung von Einkaufen und Kultur ist ein zentraler Baustein unserer Vermarktung. Fremdsprachenkenntnisse des Verkaufspersonals, fremdsprachige Ausschilderungen und eigens auf bestimmte Länder zugeschnittene Aktionen des Handels, wie das russische Jolka-Fest im Januar, die tschechischen Wochen der Altmarktgalerie oder das vom Citymanagement Dresden initiierte 1. Fashion Design Festival Dresden befördern diese Entwicklung zusätzlich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.12.2013

Catrin Steinbach

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