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Dresden sucht eiligst Investor für die "Hofewiese" - Ende April soll alter Gasthof entmüllt sein

Dresden sucht eiligst Investor für die "Hofewiese" - Ende April soll alter Gasthof entmüllt sein

Das Kapitel "Hofewiese - eine Gaststätte mit jagdlichem Flair", dürfte abgehakt sein. Zwar ist Dresden schon seit 2011 wieder im Besitz des einst beliebten Landgasthofs in der Dresdner Heide und auch die gerichtlich erzwungene Zwangsräumung hat vorige Woche stattgefunden.

Aber vom früheren Charme der "Hofewiese" ist nicht mehr viel übrig. "Wir mussten feststellen, dass sich das Objekt in einem verwahrlosten Zustand befindet", erklärte gestern Alexander Gräbner vom Sachbereich Grundstücksverwaltung im Regiebetrieb Zentrale Technische Dienstleistungen der Stadt bei einem Pressetermin vor Ort. Die Konsequenz: Bei einer Neuausschreibung werde es keine Nutzungsauflagen geben, sagt Christian Hartmann (CDU), Ortsvorsteher von Langebrück. Mit anderen Worten: Ein Gastronomiebetrieb, wie ihn die Stadt 2006 beim "Hofewiese"-Verkauf an den bayrischen Unternehmer Georg Kirchberger noch gefordert hatte, ist angesichts der Gebäudeschäden kein Thema mehr. Jetzt gehe es vor allem darum, die "Hofewiese" als Denkmal zu erhalten, betonte Christian Hartmann (CDU), Ortsvorsteher von Langebrück. Immerhin waren das damalige Wohnhaus sowie das dazugehörige Stallgebäude Anfang des 19. Jahrhunderts auf Betreiben des Grafen Marcolini errichtet worden. Als öffentliche Gaststätte fungierte die "Hofewiese" erst später.

Nun ist Eile geboten, damit die Schäden nicht noch größer werden. Dazu gehören nicht nur neue Tor- und Türschlösser. Vor allem müsse das Objekt auch baulich gesichert und entmüllt werden, sagt Gräbner. Das soll bis Ende April geschehen. Parallel dazu will das Liegenschaftsamt ein Baugutachten anfertigen lassen, damit die "Hofewiese" noch im ersten Halbjahr neu ausgeschrieben werden kann. "Das ist unser Ziel", erklärt Hartmann mit Nachdruck. Er wisse von zwei oder drei ernst zu nehmenden Interessenten für die "Hofewiese". Aber letztlich werden auch sie sich erst entscheiden, wenn das Baugutachten vorliegt. Illusionen hat Hartmann nicht. Mit einem Kaufpreis von 26000 Euro, wie ihn Kirchberger für die Immobilie gezahlt hatte, könne die Stadt mit Sicherheit nicht mehr rechnen.

Hartmann macht dafür in erster Linie den Ersten Sachsenbund e.V. mit seinem Vorsitzenden Norbert Koch verantwortlich. Der hatte ein Jahr, nach dem die "Hofewiese" verkauft war, mit dem neuen Eigentümer Kirchberger einen Mietvertrag vereinbart. Von diesem Zeitpunkt an habe er sich, so Koch, mit seinen Vereinsmitgliedern und anderen Helfern bemüht, die Hofewiese wieder auf Vordermann zu bringen. Angeblich wollte der Erste Sachsenbund die "Hofewiese" zum Altersitz des inzwischen verstorbenen Wettiner-Prinzen Albert machen. Die Gastronomie-Auflage versuchte der Sachsenbund mit einem Imbissangebot zu erfüllen. Allerdings war der Verein weder im Besitz einer Baugenehmigung, noch konnte er eine Zulassung für seinen Imbiss vorweisen, da es auch keine Sanitäranlagen gab. Die Folge waren ein 2008 ausgesprochenes Bauverbot der Landeshauptstadt und ein Verbot, Speisen und Getränke zu verkaufen. Letzteres umging der Sachsenbund, in dem er seine Würstchen und sein Bier im "Hofewiesen"-Garten auf Spendenbasis anbot.

Zurück geblieben ist ein riesiger Müllberg im Haus und auf dem Gelände, der jetzt entsorgt werden muss. Von der Stadt und auf Kosten der Stadt. Zwar werde auch das noch ein juristisches Nachspiel haben, meint Hartmann. Aber er glaubt nicht, dass bei Koch oder dessen Sachsenbund "etwas zu holen ist".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.03.2013

Bernd Lichtenberger

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