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Dresden sucht Privatwohnungen für Flüchtlinge

Wohnungsangebote Dresden sucht Privatwohnungen für Flüchtlinge

Die Landeshauptstadt Dresden erwartet in den nächsten Monaten einen starken Anstieg der Asylbewerberzahlen und sucht verstärkt Wohnungen. Vermieter erhalten Förderung, der Wohnraum muss jedoch einige Vorraussetzungen erfüllen.

Notunterkünfte sind keine dauerhafte Unterbringungsmöglichkeit. Deshalb wird nun nach Wohnraum gesucht.

Quelle: Archiv

Dresden. Dresden sucht weiter Wohnungen für Asylbewerber. „Die Landeshauptstadt Dresden erwartet in den nächsten Monaten einen starken Anstieg der Asylbewerberzahlen. Für Dezember und Januar hat uns die Landesdirektion wöchentliche Zuweisungen von etwa 400 Personen angekündigt. Bislang waren es durchschnittlich 100 bis 200 pro Woche“, so Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann.

Die Stadtverwaltung will die Bereitstellung von leer stehendem Wohnraum zur Unterbringung von Asylbewerbern fördern und ruft alle Immobilieneigentümer und Vermieter auf, geeignete Wohnungen anzubieten.

Die Vermieter erhalten eine einmalige Förderung zu Beginn des Mietverhältnisses. Voraussetzung ist die Bereitstellung der Wohnung für mindestens fünf Jahre. Die Förderhöhe ist abhängig von der Wohnungsgröße: für eine Wohnung mit einer Wohnfläche von bis zu 60 Quadratmetern gibt es 3000 Euro, für eine Wohnung mit einer Wohnfläche von bis zu 85 Quadratmetern 4000 Euro und für eine Wohnung mit einer Wohnfläche mehr als 85 Quadratmetern 5000 Euro, heißt es aus dem Rathaus. Das notwendige Geld dafür stellt der Freistaat Sachsen über die Richtlinie "Förderung Belegrechte" bereit.  

Im Einvernehmen mit dem Vermieter können die Flüchtlinge später reguläre Mieter werden, wenn das Asylverfahren abgeschlossen ist und der Asylbewerber Leistungsberechtigter nach dem Sozialgesetzbuch wird, so Kaufmann weiter.

Welche Wohnungen werden gesucht?

Gesucht werden leer stehende Mietwohnungen aller Größen,. Die Räume müssen in einem nutzbaren Zustand sein oder schnell renoviert werden können. Maßstab ist der einfache Wohnraumstandard, der auch für Sozialhilfe-Berechtigte gilt. Die Räume müssen beheizbar sein und abgeschlossene Wohnungen darstellen. Ofenheizungen werden nicht akzeptiert. Es sollte mindestens ein Bad mit Toilette, Waschbecken und Dusche geben. Eine Küche für die Selbstversorgung ist erforderlich, sie muss aber nicht ausgestattet sein, so die Verwaltung. Anschlüsse für Wasser, Abwasser und Strom für einen Herd müssen vorhanden sein.

Wer kann die Förderung erhalten?

Angesprochen sind private Eigentümer von Wohnraum bzw. Vermieter größerer Wohnungskontingente im Dresdner Stadtgebiet. Wer eine Immobilie oder Wohnung anbietet, muss Eigentümer sein oder über eine Handlungsvollmacht zur Abgabe des Angebotes verfügen.

Welche Informationen muss ein Angebot enthalten?

- Adresse

- kurze Beschreibung der Wohnung/Immobilie, des Zustandes und der aktuellen Nutzung

- Anzahl und Größe der Räume

- Grundrisse sowie eine Mitteilung, bei welchen Zimmern es sich um Durchgangszimmer handelt,

- Angaben zum Eigentumsverhältnis

- ab wann steht das Angebot zur Verfügung

- Kontakt für Abstimmungen und Ortsbesichtigungen

- außerdem die Vermietervorstellungen zu den Konditionen der Vermietung, wie Kaltmietzins und Nebenkostenvorauszahlung sowie eine Aufstellung der Betriebskostenbestandteile

Wer bezahlt die Miete? Gibt es eine Mietobergrenze?

Vertragspartner ist die Landeshauptstadt Dresden, welche auch die Mieten, Betriebskosten sowie die Kaution bezahlt. Die gezahlte Miethöhe orientiert sich nach Baujahr, Lage und Ausstattung der Wohnung am aktuellen Dresdner Mietspiegel. Die Bruttokaltmiete (Summe aus Grundmiete und kalten Betriebskosten) der angebotenen Wohnungen orientiert sich zudem an den Richtwerten für die Kosten der Unterkunft nach dem Sozialgesetzbuch.  

Ausführliche Informationen zu den Angemessenheitsrichtwerten unter www.dresden.de/unterkunft-heizung.

Welche Personen sollen in diesen Wohnungen wohnen?

Prinzipiell sollen in den Wohnungen Asylsuchende untergebracht werden. Der überwiegende Teil der Menschen, die derzeit Asyl suchen, sind Männer aus Syrien, Afghanistan, Kosovo, Irak und Pakistan, Albanien, Eritrea, Marokko und Tunesien. Der Nachzug von Familien mit Kindern wird aber erwartet, teilte die Stadt mit.

Wie werden Probleme vor Ort gelöst?

Sollte es nach der Vermietung zu Konflikten kommen, stehen die Mitarbeiter des Sozialamtes zur Seite. In Einzelfällen können die untergebrachten Personen aus der Wohnung genommen und andere Personen zugewiesen werden. Außerordentliche Kündigungen aus solchen Gründen hat es bisher allerdings noch nicht gegeben, so die Stadt. Darüber hinaus werden die in den Wohnungen untergebrachten asylsuchenden Menschen durch Sozialarbeiter betreut, welche ebenfalls als Ansprechpartner verfügbar sind.

Fragen und Informationen zum Thema erhalten die Bürger im Projektbüro Unterbringung asylsuchender Menschen unter projektbuero-unterbringung–asyl@dresden.de

Wohin soll das Angebot gehen?

Landeshauptstadt Dresden, Geschäftsbereich Finanzen und Liegenschaften, Projektbüro Unterbringung asylsuchender Menschen per E-Mail: projektbuero-unterbringung-asyl@dresden.de oder per Post an Landeshauptstadt Dresden, Geschäftsbereich Finanzen und Liegenschaften, Projektbüro Unterbringung asylsuchender Menschen, Postfach 120020 in 01001 Dresden.

Wer kümmert sich um das Angebot und wann meldet sich die Stadt?
Die Mitarbeiter des Projektbüros sowie Mitarbeiter des beauftragten Dienstleisters STESAD GmbH kümmern sich um die Angebote, nehmen zeitnah Kontakt mit dem Anbieter auf und organisieren die Ortsbesichtigungen.

jv

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