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Dresden strebt in die Spitzenliga der Nanoanalytik

Dresden strebt in die Spitzenliga der Nanoanalytik

Um bessere Computertelefone und Autoelektronik zu konstruieren, wird es immer wichtiger, das Verhalten einzelner Atome zu verstehen. Das schätzten unisono der TU-Professor Ehrenfried Zschech und der französische Physik-Nobelpreisträger Serge Haroche ein, die sich gestern in Dresden getroffen haben, um das "Dresden Center for Nanoanalytics" (DCN) zu gründen.

Das neue Nanoanalyse-Zentrum auf dem TU-Campus soll 2015 fertiggestellt sein, im Endausbau einen zweistelligen Millionenbetrag kosten und Dresdens Stellung als Standort der Elektronik- und Materialforschung europaweit stärken.

Um die fünfköpfige Kernmannschaft sollen in wechselnder Besetzung dort Wissenschaftler von zehn TU-Fakultäten sowie außeruniversitärer Institute tiefer denn je in die Welt der elementaren Bauteile der Materie vordringen. Installiert werden dafür peu à peu zehn der modernsten Elektronen-. Ionen- und Röntgenmikroskope sowie Mikromanipulatoren, die es erlauben sollen, nicht nur einzelne Atome sichtbar zu machen, sondern diese auch zu bewegen, ihre Alterung und Interaktion mit anderen Teilchen in der Zeit zu visualisieren.

Das Konzept dahinter verglich Haroche, der zur Gründungsfeier eigens aus Paris angereist war, mit dem Lego-Baukastenprinzip, einem Perspektivwechsel von oben nach unten: "Das Zusammenwirken aller Atome in einem iPhone zu simulieren, würde die Fähigkeiten jedes heutigen Rechners sprengen", nannte er ein Beispiel. "Zehn Atome sind da schon die Obergrenze." Wenn man aber - wie im Dresdner Nanoynalysezentrum vorgesehen - einzelne Atome zu Strukturen zusammensetzt und beobachtet, könne das ganz neue Erkenntnisse über die Fähigkeiten neuer Materialien liefern.

Bereits in heutigen Computerchips seien manche Schichten nur fünf Atomlagen dünn, ergänzte Professor Zschech, der Koordinator des neuen Zentrums. Absehbar sei, dass die Nanoelektronik in noch feinere Strukturen vorstoßen werde, und da werde der Hightech-Anlagenpark und die versammelte Expertise der dort arbeitenden Projektforscher eine einzigartige Chance sein, um zu noch besseren Chips zu kommen.

Das DCN werde aber nicht nur dem TU-Exzellenzcluster für fortgeschrittene Elektronik ("cfaed") offen stehen, sondern auch Werkstoffkundlern, Ingenieuren und anderen Wissenschaftlern aus Dresden und aus ganz Europa. "Das wird die ganze Region beflügeln", zeigte sich der cfad-Chef, Professor Gerhard Fettweis, überzeugt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.04.2013

Heiko Weckbrodt

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