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Dresden soll noch bienenfreundlicher werden

Neuer Maßnahmenkatalog vorgestellt Dresden soll noch bienenfreundlicher werden

Dresden ist eine der grünsten Städte Europas. Mittlerweile beherbergt die Stadt etliche Imker, Honigbienen geht es entsprechend gut. Doch andere bedrohte Arten, wie die Wildbiene, sind weiter bedroht. Deshalb übergab die Initiative „Biene sucht Blüte“ einen Maßnahmenkatalog an die Stadtverwaltung.

Auf dem Zelleschen Weg gibt es eine spezielle „Insektenwiese“. Unkraut ist hier gerne gesehen, auch die Mahd spielt eine wichtige Rolle für das Überleben von Bienen.

Quelle: Tom Bettina Zschaage

Dresden. Seit 2014 ist Dresden offiziell Bienenstadt. Mit über 62 Prozent Wald- und Grünfläche ist die Landeshauptstadt eine der grünsten Städte Europas. „Mittlerweile gibt es über 200 Imker im Stadtgebiet, den Honigbienen geht es besser als noch vor vielen Jahren“, erklärt Imker Alexander Schlotter von der Initiative „Biene sucht Blüte“.

Trotz der städtischen Bemühungen in den letzten Jahren, innerhalb Dresdens eine für den gesamten Bienenbestand förderliche Flora zu schaffen, sind die Wildbienenbestände weiter bedroht. „Die Honigbiene wird in der Öffentlichkeit stark wahrgenommen. Viele weitere Insektenarten, die auf der ’roten Liste’ der bedrohten Tierarten stehen, zum Beispiel Wildbienen, haben jedoch keine Stimme in der Öffentlichkeit“, fügt Wildbienenexpertin Mandy Fritzsche an. Deshalb übergab die Initiative am 22. Februar einen Maßnahmenkatalog an die Stadtverwaltung.

Im Rathaus nahm Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) das Papier entgegen. Es beinhaltet wichtige Punkte sowohl für die Arbeit der Stadt, als auch für einzelne Bürger. „Um die Artenvielfalt zu erhalten brauchen wir ein breites Angebot an Pflanzen innerhalb des Stadtgebietes. Es viele Pflanzen, die für Bienen gut geeignet sind, andere nicht. Auf eine gesunde Mischung kommt es an“, so Bienen-Experte Schlotter. Weiterhin werden vor allem Kleingärtner und Grundstücksinhaber aufgefordert, heimische Kräuter, wie etwa Löwenzahn oder Glockenblumen zu erhalten und so wenig Pestizide wie möglich zu verwenden.

Auch das Mähen von Grünflächen spielt eine entscheidende Rolle. „Mähmethoden, Mähzeitpunkt und die Häufigkeit der Mahd sind wichtige Faktoren für eine gesunde Bienenpopulation“, so Schlotter. Die Stadt betreibt bereits jetzt etwa 350 Hektar Grünfläche speziell für Bienen. Unter anderem gibt es beispielsweise auf dem Zelleschen Weg eine „Insektenwiese“. Wie wichtig die Bienen für die Stadt sind, weiß auch Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen: „Die Stadt sieht sich als Träger von Artenvielfalt. Das fängt auch bei den Bienen an. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil und ein wichtiger Indikator eines gesunden Ökosystems.“

Vor allem die Elbwiesen und die sandreichen Gebiete am Heller bieten ideale Bedingungen für Wildbienen. „Dieser ’Schatz’ soll erhalten bleiben. Der Maßnahmenkatalog baut auf dem bereits Erreichten auf und soll nachhaltig für eine gesunde Bienenpopulation sorgen“, so Jähnigen. Ziel sei außerdem ein „vernetzter Biotopverbund“ durch die dicht bebaute Innenstadt. Insgesamt gibt es in Sachsen über 400 Arten von Wildbienen, von denen bereits einige stark vom Aussterben bedroht sind.

Von Sebastian Burkhardt

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