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Dresden soll E-Speicher-Stadt werden

Dresden soll E-Speicher-Stadt werden

Mancher wird sich noch an die ersten Handys und Laptops erinnern, denen nach zwei, drei Stunden die Puste ausging. Als die Lithium-Ionen-Akkus aufkamen, war dies wie ein Quantensprung: Moderne Notebooks, Computertelefone und eBuch-Geräte halten seitdem Dutzende Stunden, teils sogar Tage durch.

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Ein Fraunhofer-Forscher beschichtet Elektroden für Schwefel-Akkus.

Quelle: Jürgen Jeibmann, Fraunhofer IWS

Einen ähnlichen Quantensprung erhoffen sich die Forscher an der TU, den Fraunhofer- und Helmholtz-Instituten von den Energiespeichern, an denen sie gerade tüfteln: Akkus aus Schwefel, Natrium oder Flüssigmetallen zum Beispiel, die die Reichweite von Elektroautos (derzeit etwa 160 Kilometer) verfünffachen und damit "Benzinern" ebenbürtig machen könnten. Oder Notebooks mit Brennstoffzellen-Antrieb, die durch puren Wasserstoff angetrieben werden. Oder elektrische Großspeicher, die die Stromspitzen von Wind- und Solarparks abfangen und auf die Netze verteilen - und so ein zentrales Problem der Energiewende lösen.

Gelänge es, die Massenproduktion dafür in Dresden statt in Asien zu organisieren, könnte dies neben Chipindustrie, Biotech und Materialwissenschaft eine vierte Job-Maschine in der Stadt anwerfen - und ganz "nebenbei" die Abhängigkeit der deutschen Industrie von Schlüsselzulieferungen aus Fernost mindern. Das hat sich das städtische Wirtschaftsdezernat gedacht und beim "VDI-Technologiezentrum Düsseldorf" eine Energiespeicher-Studie angefordert.

Die liegt nun vor und zeigt: In und um Dresden ist eine "exzellente Infrastruktur" für die Erforschung und Entwicklung neuartiger Energiespeicher entstanden, die an vorderster Front mitmischt. Doch bisher sind daraus hier nur kleine Firmen gewachsen, Massenfabriken stehen in den Sternen. Grund: Es fehlt an kapitalkräftigen Investoren in Dresden. Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) will nun die Verwertung der Dresdner Energiespeicher-Forschungen ankurbeln: durch lokale Spezialisierung und durch Pilotlinien.

So werden einige Gewerbeparks spezialisiert: Die "MiNa-Polis" in Klotzsche auf Mikro- und Nanotechnologie-Gründungen, die "Bio-Polis" in der Johannstadt auf Biotech und die "Mat-Polis" in Gruna auf Materialwissenschaft - und E-Speicher. In letzterer Polis aber hakt es: Zwar gibt es dort ein paar Brennstoffzellen-Firmen beim Gasometer und den Fraunhofer-Campus. Doch für dessen Nord-Erweiterung "RESET" droht das EU-Geld zu versiegen (DNN berichteten). Und in der großen Erweiterung gen Süden, im "Wissenschaftspark Ost", sind die ersten Ansiedlungen laut Hilbert frühestens 2016 möglich, fertig wäre der Park erst in zehn Jahren.

Zudem sind Pilotlinien mit Dresdner E-Speicher-Erfindungen geplant, um Großinvestoren zu zeigen, dass die Technik in der Praxis funktioniert und eine Massenfabrikation in Dresden lohnt. Beispiel: Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) hat eine transportable Brennstoffzelle entwickelt, die auf dem Grunaer Campus eine Testampel mit Strom versorgt. In einem Feldtest soll das System an Ampeln im Stadtgebiet erprobt werden. Reinhard Koettnitz, Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, zeigte sich interessiert: "Wir stehen neuartigen Lösungen immer sehr aufgeschlossen gegenüber", sagte er. "Allerdings müssen wir zunächst prüfen, an welchen Ampeln sich das lohnen würde."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.02.2014

Heiko Weckbrodt

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