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Dresden rückt in erste Liga der Krebsforschung vor

Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden rückt in erste Liga der Krebsforschung vor

Das Uniklinikum Dresden macht einen weiteren Schritt, um in die international erste Liga der Krebsforschung aufzurücken. In den kommenden Monaten wird die Einrichtung als Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) ausgebaut – inklusive Neubau auf dem Klinikgelände.

Dresden.  Das Uniklinikum Dresden macht einen weiteren Schritt, um in die international erste Liga der Krebsforschung aufzurücken. In den kommenden Monaten wird die Einrichtung als Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) ausgebaut – inklusive Neubau auf dem Klinikgelände.

Die NCT-Basis entstand bereits 2004 in Heidelberg, zeitgleich wurde auch in Dresden ein interdisziplinäres Krebszentrum am Uniklinikum gegründet. 2014 entschied das Bundesministerium für Bildung und Forschung, dass auch Dresden weiter zum NCT ausgebaut wird. „Wir sehen uns als ein Zentrum mit zwei Eingängen, in Heidelberg und in Dresden“, beschreibt der Dresdner NCT-Direktor Prof. Dr. Michael Baumann die Kooperation. Beide Standorte arbeiten eng zusammen und ergänzen sich. Forschungsergebnisse kommen den Patienten in beiden Städten zugute. Ziel ist eine Patientenversorgung auf sehr hohem Niveau, die sich an international höchsten Standards messen kann.

Dafür benötigt das NCT Platz, den ein Neubau liefern soll. Die Vorbereitungen laufen. Im Spätfrühjahr wird das Baufeld, das sich direkt hinter dem jetzigen Krebszentrum befindet, beräumt. Bis Anfang 2019 soll dort das Gebäude entstehen. Die Mittel – 22 Millionen Euro – stellt der Freistaat zur Verfügung. Wie das Wissenschaftsministerium informiert, fließen vom Bund ab 2019 zudem jährlich 22,5 Millionen Euro an den Standort Heidelberg und 13,5 Millionen Euro nach Dresden. Hinzu kommen 1,5 Millionen Euro pro Jahr vom Land.

Insgesamt erforscht das NCT an beiden Standorten neue Möglichkeiten der personalisierten, für den Patienten maßgeschneiderten Krebsbehandlung. Der Forschungs-Fokus am Uniklinikum soll auf den Bereichen Strahlentherapie, Tumor-Chirurgie und Medikamententherapie sowie in der biologischen Bildgebung von Tumoren liegen. „Eine Operation ist für die Heilung eines Krebspatienten noch immer die wichtigste Grundlage“, begründet Prof. Dr. Baumann. Methoden der operativen Chirurgie seien noch lange nicht ausgeforscht, neue Entwicklungen – zum Beispiel robotergestützte Ansätze – versprechen weiteren Fortschritt. Im Bereich der Strahlentherapie und Bildgebung arbeitet das NCT Dresden auch mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) zusammen, wo neue Geräte für eine bessere Bestrahlung entwickelt werden. Den Forschern ist es beispielsweise erstmals gelungen, den Protonenstrahl im Körper des Patienten zu verfolgen (DNN berichteten).

Das Thema patientenorientierte Forschung ist für den NCT-Direktor ohnehin ein wichtiges. „Was wir weiter vorantreiben werden, ist die Ausbildung von so genannten Clinical Scientists, also Ärzten, die Patienten versorgen und forschen. Und wir wollen die besten jungen Leute der Welt nach Dresden holen“, so Prof. Dr. Baumann. Damit beginnt Dresden bereits jetzt. Insgesamt fünf Professoren sollen in den kommenden Jahren berufen werden. Drei Stellen sind bereits jetzt international ausgeschrieben. „Und die brauchen ein Umfeld. Das werden wir im Rahmen des NCT-Budgets entsprechend herrichten, so dass sie beste Forschungsgegebenheiten vorfinden“, sagt der Medizinprofessor. Bis zur Fertigstellung des Neubaus wird aber zunächst Enge herrschen. „Wir müssen noch mehr zusammenrücken, aber für diese Perspektive sind wir dazu bereit.“

Noch enger wird künftig auch die Zusammenarbeit mit Heidelberg. Schon jetzt gibt es wöchentliche Videokonferenzen, Ressourcen werden gebündelt. In fünf Jahren, so die Vorstellung von Prof. Dr. Baumann, soll der Patient nicht mehr merken, in welche Tür er eingetreten ist. „Wir schließen jetzt die Lücke, um ganz vorn zu sein.“

Von Christin Grödel

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