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Dresden reduziert bis 2018 die Zahl der Asylunterkünfte

Sozialbürgermeisterin kündigt an Dresden reduziert bis 2018 die Zahl der Asylunterkünfte

1858 Unterkunftsplätze für Asylbewerber standen in Dresden zum 30. September leer. Die Stadt reagiert jetzt und schließt nicht nur Heime, sondern kündigt auch Mietverträge für Wohnungen. Das soll besonders in den Stadtgebieten geschehen, in denen sehr viele Asylbewerber untergebracht sind.

Das Heim in der Florian-Geyer-Straße wird zum Ende des Jahres geschlossen.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden.  Die Landeshauptstadt Dresden hat von der Landesdirektion Sachsen in diesem Jahr bis zum 30. September 1633 Asylbewerber zur Unterbringung zugewiesen bekommen. Im September kamen 136 Migranten nach Dresden, teilte Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) jetzt mit. Zum 30. September waren 4852 Asylbewerber in Unterkünften der Stadt untergebracht. Davon 3151 dezentral in Gewährleistungswohnungen, 868 in Übergangswohnheimen und 806 in Interimsunterkünften.

Die meisten Asylbewerber leben mit 1203 Personen im Ortsamtsbereich Cotta, zu dem das Neubauviertel Gorbitz zählt. Im Neubauviertel Prohlis brachte die Stadt 1124 Asylbewerber unter, im Ortsamtsbereich Altstadt 643. Knapp 75 Prozent der Asylbewerber sind Männer, erläuterte Kaufmann.

Die Stadt verfügt gegenwärtig über 6710 Unterkunftsplätze, was heißt: 1858 stehen frei. Das ist dem Ende des massenhaften Zustroms von Asylbewerbern seit Schließung der sogenannten Balkanroute im Frühjahr geschuldet. Zuvor hatte die Stadt teilweise Probleme, die Vielzahl an Personen menschenwürdig unterzubringen. Da der Freistaat Sachsen sich nicht an den Kosten von Überkapazitäten beteiligt, wird die Stadt laut Kaufmann bis Anfang 2018 Schritt für Schritt bis zu 680 Asylbewerberwohnungen mit bis zu 3536 Plätzen aufgeben. „Das ist angesichts der erheblichen Kosten unabdingbar“, so die Sozialbürgermeisterin.

In einem ersten Schritt würden jetzt die Verträge für 32 Ferienwohnungen und 93 Mietwohnungen mit insgesamt 577 Plätzen gekündigt. Der Abbau von weiteren bis zu 1290 Plätzen in Belegwohnungen im ersten Quartal 2017 werde derzeit geprüft und vorbereitet. „Die Wohnungen stehen dann wieder dem Wohnungsmarkt zur Verfügung“, erklärte Kaufmann.

Mit Anerkennung des Bleiberechts sei die Stadt für die Unterbringung der Asylbewerber nicht mehr zuständig. Die Betroffenen müssten sich – mit Unterstützung des Sozialamtes – Wohnungen suchen und könnten in der bisher genutzten Wohnung bleiben, wenn sie dies wünschten. „Sie schließen in diesem Fall einen eigenen Mietvertrag ab, ein Umzug wird dann entbehrlich“, so Kaufmann. Voraussetzung: Die Miete erfüllt die Kriterien für Hartz-IV-Empfänger.

Die Stadt werde insbesondere in den Stadtteilen Wohnungen abgeben, in denen besonders viele Asylbewerber untergebracht seien, erklärte Kaufmann, etwa in Prohlis und Gorbitz. Künftig werde die Stadt 394 Plätze als Notreserve vorhalten, die binnen 48 Stunden aktiviert werden könnten. An dem Anteil von mindestens 60 Prozent dezentraler Unterbringung in Wohnungen halte die Stadt fest.

Deshalb würden und wurden auch massiv Plätze in Gemeinschaftsunterkünften abgebaut. So werde das Schulgebäude in der Altenberger Straße 43 mit 46 Plätzen ab 1. November in den sogenannten Stand-by-Modus versetzt, das Schulgebäude in der Boxberger Straße 1 – 3 mit 288 Plätzen ab 1. Januar 2017. Das geplante Heim in der Dölzschener Straße 47 mit 110 Plätzen werde nicht geöffnet, das in der Florian-Geyer-Straße 48 mit 153 Plätzen zum Jahresende geschlossen. Die Schule in der Ginsterstraße 3 mit 70 Plätzen ist bereits seit Ende Mai geschlossen, das Heim in der Leipziger Straße 15 mit 25 Plätzen ebenso. In der Podemusstraße 9 wurde im Mai die Kapazität von 70 auf 40 Plätze reduziert, das Heim Zur Wetterwarte 34 in Klotzsche ging am September in den Stand-by-Modus, zählte Kaufmann auf.

Die Stadt unternehme nun große Anstrengungen, um die Asylbewerber zu integrieren. So gebe es mittlerweile 47 Maßnahmen mit 475 Arbeitsgelegenheiten für Migranten, unter anderem als Helfer beim Sozialen Möbeldienst, Arbeiten bei der Erhaltung und Pflege von Außenanlagen, gemeinnützige Tätigkeiten auf Friedhöfen oder Dolmetschertätigkeiten, so die Sozialbürgermeisterin.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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