Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dresden plant Friedhofskonzept

Dresden plant Friedhofskonzept

In Dresden fehlt bislang ein einheitliches Friedhofskonzept, vor allem deshalb, weil seine 58 Friedhöfe in den Händen von fünf verschiedenen Trägern liegen.

Voriger Artikel
Die Albertstadt öffnet ihre Tore
Nächster Artikel
Springbrunnensaison in Dresden endet – Nur zwei Brunnen sprudeln durch

Eine Angehörige ordnet an einer Gemeinschaftsurnenanlage auf dem Heidefriedhof den Grabschmuck. Carola Fritzsche

Von Jane Jannke

In Dresden fehlt bislang ein einheitliches Friedhofskonzept, vor allem deshalb, weil seine 58 Friedhöfe in den Händen von fünf verschiedenen Trägern liegen. Um künftig flexibler auf bestimmte Trends und sich daraus ergebende Problemlagen reagieren zu können, will die Stadt gemeinsam mit den Friedhofsträgern in den kommenden zwei Jahren das städtische Friedhofswesen auf den Prüfstand stellen und ein Friedhofsentwicklungskonzept erarbeiten. Die DNN zeigen, mit welchen Problemen Dresdner Friedhöfe zu kämpfen haben und welche Ziele mit dem neuen Konzept verfolgt werden.

Wie ist das Friedhofswesen in Dresden bislang geregelt?

Von den 58 Friedhöfen in der Landeshauptstadt befinden sich vier in städtischer, 49 in evangelischer sowie jeweils zwei in katholischer und jüdischer Hand. Hinzu kommt der Sowjetische Garnisonfriedhof, der in freistaatlicher Obhut ist. 48 Friedhöfe werden noch bewirtschaftet. Die Finanzierung obliegt dem jeweiligen Träger. Für bestimmte, insbesondere denkmalpflegerische, Maßnahmen können Zuschüsse beim Freistaat beantragt werden.

Warum braucht Dresden ein Friedhofsentwicklungskonzept?

Auch der "letzte Weg" ist ein Verwaltungsakt, der effizient geplant sein will. Hierfür, so Grünflächenamts-Chef Detlef Thiel, sei eine inhaltliche wie planerische Grundlage notwendig, die die verschiedenen Friedhofsträger einbezieht. Gesellschaftlicher und demografischer Wandel haben in den letzten Jahren zu einem Rückgang der Sterberate und damit zu einer abnehmenden Auslastung der Friedhöfe geführt. Derzeit liegt sie gesamtstädtisch bei 60 Prozent. Die Nachfrage nach neuen und individuellen Bestattungsformen wie "Friedewald" oder Themenbestattungen steigt dazu rapide. Auch religiöse Belange spielen zunehmend eine Rolle. Das Friedhofsentwicklungskonzept soll Möglichkeiten bündeln, auf solche Entwicklungen künftig angemessen zu reagieren.

Vor welchen Problemen stehen Dresdner Friedhöfe?

Vor allem vor einem Kostenproblem. Neben der sinkenden Auslastung bereitet den Trägern vor allem der Trend zu möglichst kostengünstigen Bestattungsformen Sorge. Vielerorts ist eine kostendeckende Bewirtschaftung nicht mehr möglich. Auch Brachflächen, die nicht belegt werden können, verursachen Kosten. Die Stadt als Kommune muss zudem immer häufiger finanziell für nicht kostendeckend wirtschaftende Friedhofsträger einspringen.

Worauf zielt das Konzept?

Ziel ist zunächst eine einheitliche Bestandsaufnahme. Dazu gehört die Wirtschaftlichkeit der Friedhöfe ebenso wie eine Erhebung der Bedarfe für Pflege und Instandsetzung historisch wertvoller Friedhofssubstanz. Für Letzteres fehle das Geld oft ganz, schätzt Detlef Thiel ein. Oftmals sei nicht bekannt, wie viele Mittel etwa für die Sanierung von Denkmalsubstanz benötigt würden oder welche Fördermöglichkeiten bestehen. Dies soll sich ändern. In einem zweiten Schritt werden ab 2013 gemeinsam Strategien für eine künftige bedarfs- und nutzengerechte Ausstattung und Unterhaltung der Friedhöfe erarbeitet. Zu diesem Zweck hat die Stadt ein Landschaftsarchitekturbüro beauftragt.

Wird das Dresdner Friedhofswesen komplett erneuert?

Nein. Es geht darum, unter Hinzuziehung externen Sachverstandes Wege auszuloten, die Dresdner Friedhöfe künftig auf eine solide Basis zu stellen, ohne an der Verwaltungsstruktur grundlegend etwas zu verändern und Schließungen unrentabler Friedhöfe als letzten Weg zu vermeiden. Bei dem Konzept handelt es sich nicht um ein geschlossenes Planwerk, das es nur noch umzusetzen gilt, sondern um eine Prozessplanung, die offene Strategien anbietet. Unter den Trägern besteht hierzu eine große Bereitschaft. Die Planungen werden sich über die nächsten beiden Jahre erstrecken und in Abstimmung mit Denkmalschutz, Friedhofs- und Bestattungswesen und Stadtplanungs- und Umweltamt, den Religionsgemeinschaften sowie dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erfolgen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.10.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
19.08.2017 - 13:02 Uhr

Nach einer enttäuschenden Vorstellung kassierte die SG Dynamo Dresden gegen den SV Sandhausen eine deutliche Heimniederlage

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.