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Dresden muss noch 6400 Kita-Plätze bauen: Erste Container-Kita geht am Montag in Betrieb

Dresden muss noch 6400 Kita-Plätze bauen: Erste Container-Kita geht am Montag in Betrieb

Die erste von 15 Kita-Containern geht am Montag an der Heinrich-Mann-Straße in Betrieb. Bis 1. August sollen rund 2350 neue Kita-Plätze fertig gestellt sein, damit Dresden den Krippen-Rechtsanspruch erfüllen kann.

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Die Container-Kita an der Heinrich-Mann-Straße wird ab Montag von Kindern bevölkert. Die Außenanlagen sind aber nicht rechtzeitig fertig geworden.

Quelle: Dietrich Flechtner

Etwa 4050 weitere Plätze müssen bis 2016 eingerichtet werden, damit die Stadt dieses Recht auch halten kann. Das geht aus dem neuen Kita-Fachplan hervor, den Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) und Kita-Eigenbetriebs-Leiterin Sabine Bibas gestern vorgestellt haben. DNN-Redakteur Heiko Weckbrodt beleuchtet nachfolgend Fortschritte und Probleme.

Bekommt ab August jede Familie ihre Krippen-Plätze?

Auf dem Papier lautet die Antwort voraussichtlich: Ja. Zumindest rechnerisch steht dann einer prognostizierten Nachfrage von 10 324 Plätzen ein Angebot von 10 456 Plätzen gegenüber. Aber: Es wird vorerst nur Platzgarantien für Kinder ab einem Jahr geben. Auch darf es zu keinen weiteren Verzögerungen beim Aufbau der Container-Kitas kommen. Zudem werden bei einer solch knappen Punktlandung, bei der sich Angebot und Nachfrage gerade so die Waage halten, wohl immer noch viele Eltern keine Plätze in Wohnort- oder Arbeitsortsnähe haben. So sind zum Beispiel Bau- und Mietprojekte in Cotta und Altfranken geplatzt, die Stadt sucht nun verzweifelt nach Alternativstandorten. Immerhin will der Eigenbetrieb nun einen großen Tauschring in Gang setzen: Wer bisher weite Wege zur Kita in Kauf nehmen musste, kann ab sofort einen Tauschantrag stellen (Internet-Kurzadresse: tinyurl.com/bbzcdj7).

Ist mit einem Riesenansturm im Spätsommer zu rechnen?

Das ist nicht völlig ausgeschlossen. Allerdings hat Dresden - gestützt auf Elternbefragungen - bereits eine recht hohe Krippen-Nachfragequote von 86 Prozent im Altersegment der Ein- bis Dreijährigen einkalkuliert. Laut Seidel operiert zum Beispiel Leipzig nur mit 75 Prozent, München mit 66 Prozent - da seien Überraschungen nicht auszuschließen.

Wie geht es mit den Container-Kitas voran?

Die sind - zumindest von ihren inneren Werten - besser als ihr Ruf, davon konnte sich die Presse gestern vorab an der Heinrich-Mann-Straße überzeugen, ab Montag beginnt der offizielle Betrieb. Die Einrichtung ist modern, das zweistöckige Containerhaus für bis zu 140 Kinder angenehm hell. Draußen sieht es schon problematischer aus: Das Außengelände ist nicht rechtzeitig fertig geworden, die Gestaltung folgt laut Hochbauamt erst im März oder April. Überhaupt ist die Idee der Behörde, durch die Vergabe an Generalauftragnehmer wie CMS Düsseldorf und Nusser Niesky Zeit zu sparen, nicht ganz aufgegangen: Derzeit hat die Hälfte der Standorte Bauverzüge von ein bis zwei Monaten, wie Eberhard Sieß vom städtischen Hochbauamt auf Anfrage einräumte. Gerade CMS habe nicht immer pünktlich geliefert, zudem hätten sich die Firmen schwer damit getan, Bauanträge fristgerecht einzureichen, so Sieß.

Warum buttert Dresden überhaupt soviel in Übergangslösungen wie Container-Kitas?

Die 15 Container-Standorte sind über das Stadtgebiet verteilt, für zunächst zehn Jahre genehmigt, aber für bis zu 20 Jahre nutzbar. "Das gibt uns Spielraum", betont Betriebs-Chefin Bibas. Denn die Prognosen, wann der Baby-Boom in Dresden abflaut, ändert sich fortwährend. Rechneten die Statistiker noch im Jahr 2011 damit, dass der Höhepunkt 2016 erreicht ist, gehen sie nun erst für 2017/18 von einem Höchstwert von 6151 Babys aus - zudem werden die Geburtenzahlen wohl langsamer abflachen als zunächst gedacht. Bibas will in jedem Fall feste Kita-Häuser halten, aber Nachfrageschwankungen durch Betriebsverlängerungen oder Schließungen von Container-Kitas ausgleichen.

Steht das Kita-Bauprogramm auf festen Füßen?

Für 2013/14: Ja. Die mittelfristige Finanzplanungen sieht jedoch Investitionskürzungen vor, die nach Ansicht Seidels den Krippen-Rechtsanspruch ab 2015 wieder in Frage stellen könnten. Der Wirtschaftsplan des Kita-Eigenbetriebs geht jedenfalls bis einschließlich 2016 von einem Investitionsvolumen von knapp 76 Millionen Euro aus.

Geht bei all der Fokussierung auf Planerfüllung die Qualität flöten?

Das bleibt abzuwarten. Seidel und Bibas verneinen dies, verweisen darauf, dass die frühkindliche Bildung in Dresdner Kitas landes-, ja bundesweit als vorbildlich gelte. Und dies ist mehr als nur eine Floskel: In der Tat war Dresden oft Vorreiter, wenn es zum Beispiel darum ging, Sozialarbeiter in Kitas zu entsenden, Bildungsprogramme für Tagesmütter zu entwickeln und dergleichen. Allerdings äußern sich Elternvertreter zunehmend besorgt über die Betreuungsdichte in den Kitas: Laut sächsischen Personalschlüssel kommen zum Beispiel 13 Kindergartenkinder auf eine Erzieherin, die ist bundesweit der zweitschlechteste Wert. Und im Bemühen, vordringlich Plätze zu schaffen, hat der Eigenbetrieb in jüngster Zeit vielerorts mehr Kinder pro Kita untergebracht als früher. Bibas betont freilich, dass in solchen Fällen auch die Personalkapazitäten aufgestockt werden.

Aber auch sie räumt Qualitätsbaustellen ein. Zum Beispiel beim Modetrend "Inklusion" (Kurzfassung: behinderte Kinder kommen nicht mehr in Fördergruppen, sondern in "normale" Gruppen). Hier gebe es seitens der Eltern nichtbehinderter wie behinderter Kinder durchaus Bedenken, dass dies gut geht, so Bibas. Um diesen neuen Ansatz fachlich zu unterstützen, werden daher beispielsweise jetzt 20 Erziehrinnen berufsbegleitend heilpädagogisch ausgebildet.

iWeitere Infos über Platztausch-Möglichkeiten und Container-Kita-Termine im Netz: dresden.de/kitas

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.02.2013

Heiko Weckbrodt

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