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Dresden lockt mit hohen Renditen - Immobilienmarkt boomt in allen Branchen

Dresden lockt mit hohen Renditen - Immobilienmarkt boomt in allen Branchen

Der Dresdner Immobilien- und Einzelhandelsmarkt boomt. Und dank überdurchschnittlich hoher Renditen, die in der sächsischen Landeshauptstadt im Gegensatz zu überhitzten Märkten wie München erzielt werden können, bleibt Dresden auch in Zukunft im Fokus überregionaler Investoren.

Zu diesem Ergebnis kommen zumindest die Analysten der Firma "Aengevelt", die gestern ihren aktuellen City-Report veröffentlichten.

Galt der Dresdner Büroimmobilienmarkt nicht immer als Sorgenkind?

Das stimmt, denn nach der Wende entstanden zu viele neue Bürogebäude, so dass die Vermieter mit hohem Leerstand zu kämpfen hatten. Mittlerweile hat sich das Bild verändert. Laut Wulff Aengevelt, dem geschäftsführenden Gesellschafter des Familienunternehmens "Aengevelt", wurde im vergangenen Jahr in Dresden erstmals die Umsatzmarke von 90 000 Quadratmetern deutlich geknackt. Dieser Flächenumsatz, der verglichen mit 2012 um 17 Prozent gestiegen ist, gilt als Indikator für die Dynamik eines Immobilienmarktes, denn er verweist auf die vermieteten, geleasten oder an Eigennutzer verkauften Büros. "Dresden zählt mittlerweile zusammen mit den Städten Essen und Hannover zu den umsatzstärksten mittelgroßen Büromärkten in Deutschland", betont Wulff Aengevelt.

Wie steht es aktuell um den Leerstand und die Miethöhen für Büros?

Nach Angaben des City-Reports sind in Dresden zur Zeit 280 000 Quadratmeter Bürofläche leer. Die Leerstandsquote beträgt damit 11,4 Prozent und ist innerhalb der letzten fünf Jahre um zwei Prozent gesunken. Erst kürzlich hat die TU Dresden im Bürohaus an der Wiener Straße Räume über 4000 Quadratmeter für die sprachwissenschaftliche Fakultät angemietet. Außerdem sicherten sich die Dekra-Akademie und die Firma "Neonworx" in den Bürohäusern an der Hamburger Straße und der Marienstraße große Flächen. Die mittleren Mieten ziehen dadurch leicht an auf rund 8,50 Euro pro Quadratmeter; die Spitzenmieten betragen mittlerweile zwölf Euro.

Wie bedeutend ist die Einkaufsstadt Dresden aus Immobiliensicht?

Sehr bedeutend, vor allem, weil die Kaufkraft der hier lebenden Menschen verglichen mit den Städten Leipzig, Magdeburg, Halle, Chemnitz und Rostock am höchsten ist und in der so genannten Top-A-Lage an der nördlichen Prager Straße inzwischen Spitzenmieten von 110 Euro pro Quadratmeter erzielt werden. "Dresden ist, was Einzelhandelsflächen angeht, der zweitteuerste Standort in den neuen Bundesländern", sagt Wulff Aengevelt. Dass Leipzig noch teurer ist, liege an der kompakten Ladenstruktur der Messestadt.

Ullrich Müller, der Leiter der "Aengevelt"-Niederlassung in Dresden, verspricht sich von der baldigen Eröffnung eines "Primark"-Marktes in der Centrum-Galerie noch einmal ganz neue Impulse für die hiesige Einzelhandelslandschaft. "Dieses irische Label ist ein ganz unglaublicher Magnet, so zumindest sind unsere Erfahrungen aus anderen Städten, und wird das Einkaufsverhalten im Dresdner Stadtzentrum nachhaltig beeinflussen", meint Müller. Erst gestern wurde publik, dass "Primark" in die USA expandieren will. Nach Bekanntwerden dieser Pläne schoss die Aktie des Mutterkonzerns ABF in die Höhe.

Warum erlebt Dresden seit einiger Zeit einen Bauboom?

Punkt 1: Niedrige Zinsen machen Investitionen attraktiv. Punkt 2: Dresden als Stadt prosperiert wie kaum eine andere in Deutschland - dank vieler Geburten und starken Zuzugs. Wulff Aengevelt sieht jedoch noch andere Faktoren. "Aufgrund der geringen Rendite-Performance in den 'Big Seven' erweitern Investoren ihr Nachfrageprofil zunehmend um renditestärkere A-Lagen in B-Städten. Hier zählt Dresden zu den Top Five", betont der Immobilienspezialist. Dies erklärt, warum zeitgleich große Investments wie "An der Herzogin Garten", im Lahmann-Sanatorium und im "Wiener Loch" realisiert werden. Realistische Renditen liegen bei über sechs Prozent.

Setzt sich dieser positive Trend auch in Zukunft fort?

Wulff Aengevelt rechnet in den nächsten Jahren mit weiterhin hohen Geldumsätzen. In den Startlöchern stünde bereits ein neues Großprojekt: die Sanierung und Erweiterung des einstigen Robotron-Areals zur Lingner-Stadt. "Unser Unternehmen kümmert sich um die Vermarktung des Projekts. Es gibt verschiedene Investoren, die gerade in den Endverhandlungen mit den Alt-Eigentümern stecken. Aber ich erwarte, dass wir in wenigen Wochen die Kaufverträge abschließen und bis spätestens Mitte 2015 Baurecht bekommen", erklärt Müller.

Geplant seien auf dem knapp 100 000 Quadratmeter großen Gebiet zwischen der St. Petersburger Straße und dem Großen Garten großzügige Gewerbeflächen und etwa 250 Wohnungen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.04.2014

Christoph Stephan

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