Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Dresden läuft Leipzig als Einkaufshauptstadt des Ostens den Rang ab

Dresden läuft Leipzig als Einkaufshauptstadt des Ostens den Rang ab

Dresden läuft Leipzig als Einkaufshauptstadt des Ostens (klammern wir Berlin einmal aus) zunehmend den Rang ab. Vor allem in den Top-Lagen in der Innenstadt (Prager Straße, Altmarkt) steigen die Mieten und stehen kaum Flächen leer.

Voriger Artikel
Landesdirektion: Dresdens Städtische Kliniken sind auf einem guten Weg
Nächster Artikel
Nur 4,4 Prozent Männer arbeiten in Sachsens Kitas – Ministerin fordert Verstärkung

Dresdens Haupteinkaufsstraße ist natürlich die Prager Straße. Händler im nördlichen Teil der Promenade müssen bis zu 110 Euro pro Quadratmeter Miete bezahlen. Durch den Ausbau des Hauptbahnhofs erwarten Experten auch eine Aufwertung des südlichen Teils der Prager Straße.

Quelle: Dietrich Flechtner

Die DNN beantworten wichtige Fragen zum Thema und sprachen dazu mit verschiedenen Marktbeobachtern.

Wie haben sich zuletzt in der Innenstadt die Ladenmieten entwickelt?

Aktuell müssen Händler im Schnitt zwischen 50 und 80 Euro pro Quadratmeter zahlen. Als maßgeblich für das Potenzial Dresdens als Einkaufsstadt gelten allerdings die Spitzenmieten, und die haben sich laut Anne Steiner-Haenisch, Einzelhandelsexpertin der Maklergesellschaft Aengevelt in Dresden, seit 2007 verdoppelt - von 55 Euro auf 110 Euro pro Quadratmeter. Solche Preise würden jedoch fast ausschließlich im nördlichen Teil der Prager Straße erzielt und dort auch nur, wenn es sich um eine Ladenfläche im Erdgeschoss mit großer Schaufensterfront handelt. Die Analysten des Finanzberatungsunternehmens "Jones Lang LaSalle" errechneten Anfang dieser Woche Spitzenmieten im Dresdner Einzelhandel von 100 Euro.

Was bedeuten diese Zahlen bei einem Blick über den Tellerrand?

Mit reichlich 120 Euro pro Quadratmeter werden in Leipzig zwar höhere Spitzenmieten erzielt als in Dresden, aber die Elbestadt holt deutlich auf. "Dresden entwickelt sich insgesamt sehr viel dynamischer", betont Steiner-Haenisch. In den vergangenen fünf Jahren ist die Verkaufsfläche in der Innenstadt um über ein Drittel auf 210000 Quadratmeter gewachsen. Damit hat Dresden Leipzig leicht überholt, obwohl dort erst kürzlich die "Höfe am Brühl" eröffnet haben. Über das gesamte Stadtgebiet betrachtet gibt es in der sächsischen Landeshauptstadt deutlich mehr Verkaufsfläche pro Einwohner als in Leipzig.

Im deutschlandweiten und internationalen Vergleich zeigt sich allerdings, dass die Spitzenmieten in Dresden trotz des Wachstums ausgesprochen moderat sind. So zahlt man beispielsweise für eine Fläche auf der "Kö" in Düsseldorf bis zu 265 Euro pro Quadratmeter, auf der Tauentzienstraße in Berlin 280 Euro, für die Kaufingerstraße in München 350 Euro und in London sage und schreibe 580 Euro.

Wird Dresden demnächst auch in dieser Liga mitspielen?

Zumindest in naher Zukunft nicht. "Die Mieten ziehen mit Sicherheit weiter an, aber sukzessive und nicht rapide. Dies hat dann zur Folge, dass Flächen am Altmarkt bestimmt zur besten aller Lagen, der so genannten Top-A-Lage hochgestuft werden, weil große Konzerne in Dresden Geld verdienen wollen, aber das Angebot an der Prager Straße nicht mehr ausreicht", beschreibt Steiner-Haenisch. Dirk Wichner, Vermietungsspezialist bei "Jones Lang LaSalle" erwartet auch eine Aufwertung des südlichen Teils der Prager Straße, wenn demnächst im Hauptbahnhof über 40 neue Läden eröffnen.

Birgt das starke Wachstum in der Dresdner City auch Gefahren?

Aus Sicht von Jürgen Wolf, Geschäftsführer des Citymanagements Dresden, droht Monotonie, wenn niemand gegensteuert: "Mehr und mehr treiben die Investoren von Gewerbeimmobilien aufgrund von Renditeerwartungen eine Eintönigkeit im Branchen- und Händlergefüge voran, die der Innenstadt nicht gut tut. Wenn man den Eindruck hat, dass die Innenstadt austauschbar geworden ist, schadet das der Attraktivität und schließlich auch der Wirtschaftlichkeit", erklärt Wolf auf Anfrage. Er glaubt, dass in Zukunft weniger die Preise als individuelle Ideen über Gewinner und Verlierer im Einzelhandel entscheiden werden. "Dann sind inhabergeführte Läden und innovative Konzepte nicht nur ein Feigenblatt, sondern wichtiger Teil des Branchenmix", so Wolf.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.03.2013

chs

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.