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Dresden klagt gegen Deutsche Rentenversicherung

Streit um Philharmonie-Chefdirigent Dresden klagt gegen Deutsche Rentenversicherung

Am Donnerstag soll in einer mündlichen Verhandlung am Sozialgericht die Frage geklärt werden, ob das Beschäftigungsverhältnis von Michael Sanderling, Chefdirigent der Dresdner Philharmonie, sozialversicherungspflichtig ist. Wäre dem so, müssten beide Seiten nachzahlen.

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Michael Sanderling, Chefdirigent der Dresdner Philharmonie, soll laut der Deutschen Rentenversicherung in einem sozialversicherungspflichtigem Verhältnis mit der Stadt Dresden stehen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Am Donnerstag soll in einer mündlichen Verhandlung am Sozialgericht die Frage geklärt werden, ob das Beschäftigungsverhältnis von Michael Sanderling, Chefdirigent der Dresdner Philharmonie, sozialversicherungspflichtig ist. Wäre dem so, müsste die Stadt als Arbeitgeber mit einer Nachzahlung rechnen. Auch Sanderlings Nettolohn der letzten Jahre würde neu berechnet, es könnte ebenfalls zu nicht unerheblichen Nachzahlungen kommen.

Sanderling trat am 1. August 2011 seine selbstständige Tätigkeit bei Dresdner Philharmonie an. Bereits am 29.05.2012 teilte die Deutsche Rentenversicherung (DRV) der Stadt Dresden in einem Bescheid mit, dass das zwischen der Stadt als Arbeitgeber und Sanderling als Arbeitnehmer ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis bestehe, dass dementsprechend sozialversicherungspflichtig sei. Die Stadt klagt nun gegen diesen Bescheid.

Die Landeshauptstadt argumentiert, Michael Sanderling sei ein international anerkannter Dirigent und würde deshalb selbstständig auf dem Markt auftreten. Zudem habe er neben seinem Tätigkeit bei der Philharmonie noch eine Vielzahl weiterer Engagements. Er unterliege so keinem Weisungsrecht des Arbeitgebers über Ort, Zeit und Art der Aufführungen, was Bedingung für ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis wäre.

Die DRV beurteilt den Sachverhalt anders. Es bestehe eine feste vertragliche Regelung bezüglich der Dienst- und Dirigatsleistung und Sanderling erhalte für die Konzerte eine feste Vergütung. Laut Sozialgesetzbuch besteht ein beschäftigtes Arbeitsverhältnis dann, wenn Tätigkeiten nach Weisungen des Arbeitgebers und eine Eingliederung in die Arbeitsorganisation stattfindet. Den Ausgang der Verhandlung bezeichnet Sozialgerichtssprecher Hans von Egidy deshalb noch als „absolut offen“.

Das Gericht sieht in der Streitsache aber keinen Präzedenzfall. „Mir ist in Dresden soweit niemand bekannt, bei dem ein ähnlicher Fall vorliegt“, so Hans von Egidy weiter. Laut dem Richter sei es aber möglich, dass je nach Urteil auch die Arbeitsverhältnisse anderer Dirigenten in Deutschland genauer unter die Lupe genommen werden könnten.

Wie viel die Stadt und Michael Sanderling im Falle einer Klageabweisung tatsächlich zahlen müssten, ist auch noch völlig offen. „Noch ist eine Zahlungssumme nicht ausgerechnet“, erklärt Hans von Egidy. Die mündliche Verhandlung findet am Donnerstag, um 8.30 Uhr im Fachgerichtszentrum auf der Hans-Oster-Straße 4, Saal 11, statt.

Von Sebastian Burkhardt

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