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Dresden kauft Möbel für Asylbewerber - Bis Jahresende kommen noch 340 Flüchtlinge

Dresden kauft Möbel für Asylbewerber - Bis Jahresende kommen noch 340 Flüchtlinge

Die Landeshauptstadt Dresden hat sich mit der Landesdirektion Sachsen (Ladi) auf die wöchentlichen Kontingente an Asylbewerbern geeinigt, die zur Unterbringung zugewiesen werden.

Wie Marco Fiedler, Persönlicher Referent von Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos), den DNN auf Anfrage mitteilte, werden die Personen der Landeshauptstadt in dem Maß zugewiesen, wie neue Unterkünfte bezugsfertig bereitstehen. Die nächsten 60 Asylbewerber werden laut Fiedler am 28. November erwartet. Insgesamt muss Dresden dieses Jahr noch 340 Asylsuchende aufnehmen. Wöchentlich werden zwischen 60 und 100 Personen eintreffen.

Acht Personen in einer Vier-Raum-Wohnung

Fiedler geht davon aus, dass die Asylbewerber vornehmlich dezentral in Wohnungen untergebracht werden können. So sei Ende Oktober eine größere Einheit mit mehreren separaten Wohnungen in Pieschen in Betrieb genommen worden. Weitere Wohnungen sollen in den nächsten Wochen folgen. Allein die Gagfah Group stelle der Stadt 65 Wohneinheiten zur Verfügung. Die ersten würden in den nächsten Wochen bezugsfertig sein. Dabei handele es sich um 45 Drei-Raum-Wohnungen und 20 Vier-Raum-Wohnungen. In den großen Wohnungen sollen acht Personen untergebracht werden, in den kleineren sechs.

Im Feriendorf Langebrück sind gegenwärtig noch 14 Asylbewerber untergebracht. "Alle anderen konnten bereits in Einrichtungen oder Wohnungen vermittelt werden", erklärte Fiedler. Der Mietvertrag für das Feriendorf mit seinen Finnhütten ohne Heizungen laufe noch bis Ende November. "Bis dahin sollen auch die letzten in Langebrück wohnenden Personen anderweitig untergebracht werden."

Für die Wohnungen muss die Stadt selbstverständlich Miete an die Gagfah Group zahlen. Bis zum Jahresende werden 43 509,43 Euro fällig. Geld, das bislang noch nicht im Haushalt eingeplant ist. Mittel benötigt die Stadt auch, um die Wohnungen mit Möbeln ausstatten zu können. Laut einer von Seidels Geschäftsbereich erarbeiteten Vorlage sollen 430 Kleiderschränke zu einem Stückpreis von 125 Euro gekauft werden, dazu 430 Betten à 150 Euro und die gleiche Anzahl Sideboards à 65 Euro. Aber auch 65 Elektroherde, 65 Kühl-/Gefrierkombinationen und 65 Waschmaschinen sind geplant. Insgesamt fallen Kosten in Höhe von 406 650 Euro an. Auch dieses Geld ist nicht im Stadthaushalt eingeplant.

Das Sozialamt schlägt vor, das Loch im Etat mit den Mitteln zu decken, die für den Ausbau eines früheren Schulgebäudes in Klotzsche zum Asylbewerberheim eingeplant waren. Die ehemalige Außenstelle des Gymnasiums Klotzsche An der Wetterwarte sollte zu einem Übergangswohnheim für 60 Personen umgebaut werden. Doch die dafür vorgesehenen 450 000 Euro reichen bei Weitem nicht aus, um das marode Gebäude für diesen Zweck zu sanieren. Die Stadt musste deshalb von diesem Vorhaben Abstand nehmen (DNN berichteten).

1000 Asylbewerber im nächsten Jahr

Für das Jahr 2014 gibt es noch keine konkrete Zuweisungsquote von der Ladi. "In Gesprächen wurden der Stadt allerdings mindestens 1000 Zuweisungen avisiert", so Fiedler. Die Landeshauptstadt habe die rechtliche Verpflichtung, sich auf eine Unterbringung der ihr zugewiesenen Asylbewerber vorzubereiten. "Sobald für das nächste Jahr eine belastbare Prognose vorliegt, werden wir unsere Kapazitäten daraufhin überprüfen", kündigte der Persönliche Referent an.

In den vergangenen Wochen hatte es Meinungsverschiedenheiten zwischen der Ladi und der Landeshauptstadt zur Frage der unterzubringenden Asylbewerber gegeben. Unterschwellig war Dresden vom Freistaat vorgeworfen worden, sich zu wenig um geeignete Quartiere für Flüchtlinge zu bemühen. Diese Vorwürfe wies der Sozialbürgermeister empört zurück und verwies auf die Bemühungen seiner Mitarbeiter, trotz eines schwierigen Immobilienmarktes Wohnungen zu akquirieren. Seidel betonte auch mehrfach, dass der Freistaat den Kommunen zu wenig Geld für die Unterbringung von Asylbewerbern zukommen lässt, obwohl es sich dabei um eine staatliche Aufgabe handelt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.11.2013

Baumann-Hartwig, Thomas

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