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Dresden hofft auf Kongressschub durch TU-Exzellenz

Dresden hofft auf Kongressschub durch TU-Exzellenz

Trotz spürbarer Fortschritte im Kongressgeschäft wird Dresden in absehbarer Zeit wohl nur begrenzt im Stande sein, neue Großkongresse mit mehreren Tausend Teilnehmern anzulocken, die das Fremdenverkehrsgeschäft deutlich ankurbeln könnten.

Trotz spürbarer Fortschritte im Kongressgeschäft wird Dresden in absehbarer Zeit wohl nur begrenzt im Stande sein, neue Großkongresse mit mehreren Tausend Teilnehmern anzulocken, die das Fremdenverkehrsgeschäft deutlich ankurbeln könnten. Dies liegt vor allem an der eher mageren Anbindung Dresdens an internationale Verkehrswege, den Kapazitätsgrenzen in der Innenstadt und der Zusatzauslastung des Messegeländes während der Kulturpalast-Sanierung, wie Vertreter der Tourismusbranche einschätzen.

Von Heiko Weckbrodt

Dabei hat sich Dresden als Kongressort in den vergangenen Jahren einen respektablen Ruf erworben - prestigeträchtige Großveranstaltungen wie die internationale Halbleitertagung "Semicon Europe" (Messegelände, rund 7000 Teilnehmer) oder die Frühjahrstagung der deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG, TU-Hörsaalzentrum, zirka 7500 Teilnehmer) sprechen eine beredte Sprache. Insgesamt war Dresden im vergangenen Jahr Gastgeber für 41 Großtagungen mit je über 1000 Gästen - elf mehr als im Vorjahr.

"Mit dem Ausbau der Messe und dort vor allem des Röschenhofs haben wir unsere Position bereits deutlich verbessert", meint der neue Chef des Tourismusverbandes Dresden (TVD), Flughafen-Geschäftsführer Michael Hupe. Sein Airport könne inzwischen Tagungen mit bis zu 700 Teilnehmern aufnehmen, auch habe das nahe Steigenberger-Hotel in Radebeul seine Tagungskapazitäten ausgebaut.

Allerdings bevorzugen Institute und Verbände, die Kongresse mit internationalen Koryphäen ausrichten wollen, oft eher die Innenstadt als Veranstaltungsort: Wenn sie Experten aus dem Ausland eine barocke Altstadt in fußläufiger Nähe bieten können, zieht das als Argument, hierher zu kommen. Das kann das Kongresszentrum am Elbufer prinzipiell zwar bieten, bei Messekongressen mit über 1200 Teilnehmern und integriertem Ausstellungsareal stößt es aber rasch an seine Grenzen. Solche Kapazitäten hat eher das jüngst dafür ausgebaute Messegelände auf der Ostrahalbinsel - dort fehlt jedoch das attraktive Umfeld.

"Was uns da auch auf die Füße fallen kann: Durch die Sanierung des Kulturpalastes ist die Messe als Ausweichstandort vorerst stärker für dessen Veranstaltungen ausgelastet", warnt Hupe. Einen Ausbau des Kongresszentrums in der City hält er dennoch nicht für sinnvoll: "Wie oft ziehen Sie schon eine Großveranstaltung wie den Urologenkongress mit 6000 oder 7000 Teilnehmern an Land", fragt er rhetorisch. "Ein bis zwei Mal im Jahr - das rechnet sich nicht."

Hotelier und FDP-Kreisvorsitzender Johannes Lohmeyer sieht auch die "grottenschlechte Flug- und Bahnanbindung" Dresdens als ernstes Problem: Kaum ein internationaler Tagungsteilnehmer habe Lust, x-mal umzusteigen, um nach Dresden zu gelangen. Tatsächlich spielte dieses Verkehrsargument - neben anderen - bereits mehrfach eine Rolle, als Großkongresse von Dresden abwanderten, zum Beispiel bei der Supercomputerkonferenz und der "Printed Electronics Europe".

Chancen für den Kongressstandort Dresden sieht Hupe in nächster Zeit vor allem in der typischen Kongressklasse mit 50 bis 500 Teilnehmern. "Da könnte der neue Exzellenztitel der TU bestimmt ein hilfreiches ,Hintergrundrauschen' sein", glaubt er. "Es ist zu erwarten, dass dadurch renommierte Professoren nach Dresden kommen, die hier vielleicht auch neue Tagungen organisieren."

Auch sein Tourismusverband und die "Dresden Marketing-Gesellschaft" (DMG) wollen laut Hupe die Kongresstrommel für Dresden demnächst stärker rühren. "Aber da muss man vielleicht auch in anderen Dimensionen als bisher denken", sagt er. "Für einen Großkongress braucht man drei bis vier Jahre Vorlauf und muss sich auch angucken, wie die Konkurrenz da vorgeht".

Der Stadtstaat Berlin zum Beispiel operiere mit einem "tiefroten" Haushalt. "Aber wenn der Senat dort einen Kongress haben will, dann nimmt er auch ordentlich Geld in die Hand, um das Kongressgeschäft anzukurbeln."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.07.2012

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