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Dresden hat die höchste Einwohnerzahl seit 70 Jahren

Nachkriegsrekord Dresden hat die höchste Einwohnerzahl seit 70 Jahren

Dresden. Dresden hat es geschafft: Zum 31. Oktober waren nach DNN-Informationen in Dresden genau 547.351 Einwohner gemeldet. Damit haben seit dem dramatischen Einschnitt Ende des Zweiten Weltkrieges nie mehr Menschen in Dresden gelebt als heute.

Zum 31. Oktober waren nach DNN-Informationen in Dresden genau 547.351 Einwohner gemeldet.

Quelle: dpa

Dresden. Dresden hat es geschafft: Die aktuelle Bevölkerungszahl ist die höchste seit 70 Jahren. Zum 31. Oktober waren nach DNN-Informationen in Dresden genau 547.351 Einwohner gemeldet. Damit haben seit dem dramatischen Einschnitt Ende des Zweiten Weltkrieges nie mehr Menschen in Dresden gelebt als heute. Jeder Einwohner ist für die Stadt bares Geld wert.

Der Rekord hatte sich schon Mitte des Jahres angedeutet. Seinerzeit enthielt das Melderegister 542.155 Einwohner (Stand: 30.6.15), im August waren es dann schon 543.266. Dieser Wert wurde nach den Angaben der Kommunalstatistiker nur noch von den Jahresendständen zwischen 1981 und 1984 sowie 1987 übertroffen - die Zahlenfüchse in der Verwaltung beziehen diese Angaben auf das heutige Stadtgebiet, seit der Wende hat es eine ganze Reihe von Eingemeindungen gegeben. Den höchsten Wert in den letzten sieben Jahrzehnten weist die Statistik bislang für 1983 aus - damals waren es 545.525 Einwohner. Dieser Rekord ist jetzt Geschichte.

Die Stadt liegt damit auch über den jüngsten offiziellen Voraussagen. Erst 2014 hatte die Arbeitsgruppe Bevölkerungsprognose der Landeshauptstadt für Mitte 2015 eine Einwohnerzahl von 543.200 vorausgesagt, die Realität lag leicht darunter. Für Mitte nächsten Jahres sind 548.800 Dresdner vorausberechnet. Von dieser Differenz von 5600 Personen für ein ganzes Jahr hat die Stadt nun schon nach vier Monaten 4151 geschafft, mehr als zwei Drittel der Gesamtzahl nach einem Drittel der Zeit.

Dabei haben sich kurzfristig natürlich auch die steigenden Asylbewerberzahlen ausgewirkt. Jeder Flüchtling, der in der Stadt lebt, muss sich grundsätzlich hier auch nach zwei Wochen offiziell anmelden. Dies trifft damit auch auf die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtungen des Freistaats zu, die nach einer Übergangszeit unter Umständen in andere Kommunen im Freistaat verwiesen werden.

Die Zahl der mit Hauptwohnsitz in Dresden gemeldeten Ausländer hatte sich bis Jahresmitte gegenüber dem Vorjahr um 2660 auf 28.937 erhöht, bis August stieg sie nach Angaben der Kommunalen Statistikstelle um 1149 auf 30 086. Der Ausländeranteil betrug zu diesem Zeitpunkt 5,5 Prozent in Dresden. Bis zum 10. November hatte die Stadt in diesem Jahr 2806 Flüchtlinge neu zugewiesen bekommen. Derzeitige Prognosen gehen davon aus, dass damit insgesamt am Ende des Jahres 10.500 Asylbewerber in Dresden leben werden.

Langfristig basiert die positive Bevölkerungsentwicklung in Dresden allerdings auf einem Plus in zwei anderen Bereich. Seit Jahren werden in der Landeshauptstadt mehr Kinder geboren, als Menschen sterben und seit Jahren ziehen mehr Leute nach Dresden, als die Stadt verlassen. Die meisten kommen dabei konstant aus den neuen Bundesländern nach Dresden. Insgesamt stand damit unter dem Strich ein deutlicher Zugewinn aus Geburten- und Zuzugsüberschuss. Der schwächt sich in den nächsten Jahren zwar ab, soll aber 2030 nach heutigen Berechnungen noch bei 800 liegen. Die Einwohnerzahl in Dresden würde demnach dann in 15 Jahren auf 585.600 steigen. Wie belastbar das ist, wird sich zeigen. Nach den gängigen Verteilsystemen ist jeder Einwohner bares Geld wert, weil der Freistaat seine Zuweisungen an die Kommunen an den Einwohnerzahlen bemisst. Ganz grob überschlagen erhält Dresden aus sogenannten allgemeinen Schlüsselzuweisungen pro Einwohner rund 800 Euro.

Sicher ist aber, dass Dresden noch deutlich hinter den Einwohnerzahlen aus der Zeit vor der Zerstörung im Februar 1945 zurückbleibt. Trotz des damals kleineren Stadtgebiets war die Zahl bei der Volkszählung Mitte 1933 mit 649.252 Einwohnern bislang die größte.

Ingolf Pleil

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