Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dresden gibt sich eine Schulbauleitlinie

Bildung Dresden gibt sich eine Schulbauleitlinie

Das Werk ist vollbracht: Wenn der Dresdner Stadtrat auf seiner Sitzung am 3. November zustimmt, verfügt Dresden über eine eigene Schulbauleitlinie. Sie legt Qualitätsstandards für Schulneubauten fest.

Bis August 2017 baut die Stadt an der Maxim-Gorki-Straße in Pieschen ein modernes neues Schulgebäude.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Das Werk ist vollbracht: Wenn der Stadtrat auf seiner Sitzung am 3. November zustimmt, verfügt Dresden über eine eigene Schulbauleitlinie. Schulbürgermeister Peter Lames (SPD), Falk Schmidtgen, Leiter des Schulverwaltungsamtes, und Christoph Anders von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) stellten das Papier am 25. August der Öffentlichkeit vor. Der Entwurf ist das Gemeinschaftswerk von Eltern, Architekten, Schulleitern und Ämtern der Stadtverwaltung. Es sei ein wegen der unterschiedlichen Interessen mühsames, aber letzten Endes doch erfolgreiches Unterfangen gewesen, betont Anders, der die Gespräche moderiert hatte. Man habe sich auf Kompromisse einigen können.

Eine halbe Milliarde Euro investiert die Stadt in den kommenden fünf Jahren in den Neubau und den Erhalt von Schulen (DNN berichteten). Da will gut überlegt sein, wie die Schule von morgen aussehen soll. Es wäre wenig sinnvoll, darüber bei jedem Schulbau neu nachdenken zu müssen. Hinzu kommt, dass nach Informationen von Lames das letzte Musterraumprogramm, das die Größe von Klassenzimmern festlegte, aus dem Jahre 1993 stammte und daher völlig veraltet und außer Kraft gesetzt war. „Die neuen Leitlinien sind natürlich nicht vom Himmel gefallen, in den Entwurf eingeflossen sind die Erfahrungen, die wir beim Bau bzw. bei der Sanierung des Gymnasiums Bürgerwiese, des Hans-Erlwein-Gymnasiums und auch der 56. Oberschule gemacht haben“, betont der Schulbürgermeister. Zudem seien diverse Schulbauleitlinien in Deutschland gesichtet worden.

Die neue Leitlinie geht von einer „Schule in der Schule“ aus. Lern- und Funktionsräume sollen zu größeren Einheiten zusammengefasst werden, so dass mehrere Klassen eines Jahrgangs oder sogar Schüler aus mehreren Jahrgängen gemeinsam lernen können – in Vorbereitungs-, Selbstlern-, Differenzierungs-, Gruppen- und Mehrzweckräumen. Clusterbildung nennt der Fachmann das. Schmidtgen verglich das Vorhaben „mit einem Garten mit ganz verschiedenen Beeten, wo die Bildungswühlmaus Kind überall hinkommt“. Fest steht jedenfalls: Der Frontalunterricht dürfte damit endgültig der Vergangenheit angehören und dem offenen Unterricht Platz machen. Im Gegensatz zu früher, wo ein Klassenraum nachmittags als Hortraum diente, ordnet man künftig zwei Klassenzimmern einen Raum für ganztägiges Lernen zu. Die neue Schulbauleitlinie könne beispielsweise auf den Neubau des Gymnasiums Klotzsche, eine neue Oberschule im Bereich Mitte/West, aber auch auf die 151. Oberschule, die an der Königsbrücker  Straße / Ecke Stauffenbergallee gebaut werden soll, angewandt werden, so Lames. Sie werde auch bei bereits laufenden Planungen berücksichtigt. Als Beispiele nennt der Schulbürgermeister die Schulstandorte in Pieschen und Tolkewitz sowie den Neubau der 76. Grundschule in Briesnitz.

In die neue Leitlinie eingeflossen ist auch die geänderte Förderrichtlinie des Freistaats: Sie verlangt jetzt 70 Quadratmeter pro Raum. Die Stadt hatte 63 Quadratmeter für angemessen gehalten. „Wir folgen den 70 Quadratmetern, auch wenn dann ein vierzügiges Gymnasium eine halbe Million Euro mehr kostet“, so Lames. Laut Leitlinie wird zudem künftig bei jedem Neubau eine Schulbaukonferenz einberufen, der Schulleiter und Schüler-, Lehrer- und Elternvertreter angehören. Es sei einerseits wichtig, dass die Architekten auf die pädagogischen Erfordernisse reagierten, erklärt Amtsleiter Schmidtgen. Andererseits müssten die Pädagogen auch die Möglichkeiten und Grenzen der Architektur kennen. Es gehe also um die Verzahnung von pädagogischen Anforderungen mit schlüssigen architektonischen Konzepten.

Von Katrin Richter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.