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Dresden gestern und heute - die Königstraße 5a

Dresden gestern und heute - die Königstraße 5a

Die Königstraße zwischen Palais- und Albertplatz wurde laut Dresdner Stadtlexikon "ab 1731 unter maßgeblicher Mitwirkung von Matthäus Daniel Pöppelmann als zweite Hauptstraße der 'Neuen Königstadt' angelegt und auf die Mittelachse des Holländischen (Japanischen) Palais ausgerichtet.

Die barocken Bürgerhäuser wurden nach dem Baureglement von 1732 mit einheitlichen Gesims- und Geschosshöhen versehen, spätere klassizistische Gebäude nach der Bauordnung von 1828 diesen Proportionen angepasst."

Die Umgebung der Königstraße überstand als einziges Barockwohnquartier die Bombenangriffe im Februar 1945 mit verhältnismäßig wenig Schäden. Allerdings verfielen die Gebäude in den folgenden Jahrzehnten. "Für die Erhaltung des Gebietes wurden nach dem Zweiten Weltkrieg ... kaum Mittel zur Verfügung gestellt. Immer mehr Hausbesitzer kapitulierten angesichts der zunehmenden Verödung. Ihr Eigentum ging in das der volkseigenen Kommunalverwaltung über", schreibt der Dresdner Barockviertel Königstrasse e.V. auf seiner Internetseite. Und dass das Viertel zu DDR-Zeiten zum Abriss vorgesehen war. Zum Glück kam es dazu nicht.

"Anfang der 90er Jahre war das Dresdner Barockviertel schwer beschädigt. Viele Wohnungen waren nicht mehr bewohnbar. Ganze Dächer vielen ein, der Schwamm fraß sich durch die wertvolle Architektur, die Häuser wurden einfach verriegelt", so der Verein weiter. Vom einstigen Glanz der Prachtstraße war nicht mehr viel übrig. Das kann man auf dem historischen Foto aus den 1980er Jahren, das uns DNN-Leser Bernd Einenkel schickte, sehr gut sehen. Das Bild zeigt das Gebäude Nr. 5a an der Königstraße, die von 1946 bis 1991 Friedrich-Engels-Straße hieß. "Im Haus Nr. 5a lebte ab 1775 Philipp Daniel Lippert, der Verwalter der Antikensammlung der Kunstakademie", heißt es im Stadtlexikon. Später wurde in dem Haus eine Fotokopier- und Lichtpausanstalt betrieben, wie man in den 1980er Jahren noch an der Fassade lesen kann. Zum Zeitpunkt der Aufnahme steht das baufällige Haus offensichtlich leer, einige Fensterscheiben sind eingeschlagen. Im Sommer 1978 hatten "noch zwei einzelne Personen in diesem Haus (gewohnt). Wenn es geregnet hatte, konnte die Lichtpauserei Unger im Erdgeschoss nicht arbeiten, weil die Wände unter Strom standen", berichtete Gerhard Glaser, von 1993 bis 2002 Sächsischer Landeskonservator, 1994 anlässlich der Einweihung der Königstraße 5a nach deren Sanierung und Restaurierung. Denn nach der Wende verwandelten "mit viel Aufwand und Liebe zum Detail ... private Investoren und die öffentliche Hand das einst marode Viertel in das denkmalgeschützte Dresdner Barockviertel", informiert der Barockviertel Königstrasse e.V. Und dass die Nr. 5a 1994 als erstes Haus auf der Königstraße fertiggestellt wurde.

"Das ZDF war nach 1990 der erste Investor auf der Königstraße, der die hohen denkmalpflegerischen Ansprüche begrüßte und umsetzte. Das Aufnahmestudio wurde integriert, ohne den historischen Grundriss zu verändern. Das Treppenhaus, die Antiken-Kabinette aus Lipperts Zeiten, der Innenhof mit illusionistischer Fassadenmalerei (um 1760) und das Originalfenster konnten dank zahlreicher historischer Befunde in der Barockfassung restauriert werden", so das Architekturbüro Weise & Treuner in Dresden, auf dessen Referenzliste sich die Königstraße 5a findet. Mit welchen Herausforderungen sich Architekten und Restauratoren in der Nr. 5a konfrontiert sahen, kann man in etwa erahnen, wenn man sich den Bericht der Dresdner Dipl.-Restauratoren Stenzel & Taubert durchliest. "Durch die letzte Nutzung ... als Lichtpausanstalt war wegen der aggressiven Dämpfe und Lösungsmittel der Putz der Wände und Decken so stark korrodiert, dass nur bedingt Aussagen zu Farbfassungssystemen getroffen werden konnten", heißt es da zum Beispiel.

Wie es dazu kam, dass sich das ZDF an der Königstraße derart engagierte, klärt Gerhard Glaser auf: "Während einer Veranstaltung im Vorfeld der Landtagswahlen 1989 in der skurrilen Gaststätte 'Linie 6' wurde ich mit dem ZDF-Korrespontenten für Sachsen bekannt gemacht, und dieser suchte ein Domizil für das Landesstudio des ZDF in Dresden. Unter mehreren Vorschlägen erwählte man das Haus Königstraße 5a. Dies hatte ich insgeheim gehofft."

Das ZDF-Landesstudio hat auch heute noch in der 5a seinen Sitz, zudem arbeiten in dem Gebäude u.a. Journalisten vom Deutschlandfunk und Rechtsanwälte. Und es gibt auch Wohnungen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.02.2015

Catrin Steinbach

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