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Dresden gestern und heute - Schlangestehen für Apfelsinen

Dresden gestern und heute - Schlangestehen für Apfelsinen

25 Jahre sind seit der politischen Wende in der ehemaligen DDR vergangen. Seitdem hat sich in Dresden unglaublich viel verändert. Große Brachen verschwanden, einst marode Stadtviertel bieten heute eine hohe Lebensqualität.

Zweifellos - nicht alles hat sich nur positiv verändert. Wir haben Archive nach alten Fotos durchsucht, die unsere Stadt in den 80er, Anfang der 90er Jahre zeigen und ließen Fotografen dokumentieren, wie sich diese Orte heute präsentieren.

"Am 4. Dezember 1987 wurden einheitlich in Dresden ab 15 Uhr Apfelsinen verkauft. Durch Buschfunk am Tag zuvor davon informiert, nahm ich meine Kamera mit. Meine Hoffnung: Entweder bekommst du Apfelsinen oder wenigstens ein interessantes Foto", schrieb uns DNN-Leserin Dorothea Richter. "Als ich mich für das letzte entschied und auf der Straße den besten Ausschnitt suchte, hielt plötzlich ein Auto an und ein Polizist eilte auf mich zu. Geistesgegenwärtig drückte ich noch auf den Auslöser. Dann wurde mir der Personalausweis abgenommen, und ich musste ins Auto steigen. Kollegen, die aus der Schlange heraus alles beobachtet hatten, informierten meinen Mann, der sofort nach Hause fuhr, um seine Tagebücher zu verstecken. Und mir schlug das Herz bis zum Hals. Ich war überzeugt, nun geht es in die Schießgasse! Der Polizist unterstellte mir, ich würde für die westdeutsche Presse arbeiten. Auf seine Frage: ,Und woher beziehen Sie Ihre Apfelsinen, wenn Sie sich über die Schlange stehenden Bürger lustig machen?', antwortete ich: ,Ich vertraue unserer Regierung, dass sie so viele Apfelsinen importieren lässt und auch nächste Woche noch genügend zu haben sind.' Das zog! Die Ironie wurde wohl nicht herausgehört. Nach ca. 30 Minuten durfte ich mit meiner Kamera aussteigen. Heute gibt es den Obst- und Gemüsemarkt nicht mehr. Das Foto aber hängt großformatig seit Beginn der Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, und darauf bin ich nun doch stolz!"

Haben Sie auch Fotos, die zeigen, wie etwas zu DDR-Zeiten war und wie es sich nach der Wende verändert hat? Dann melden Sie sich unbedingt bei uns. Denn wir möchten gern die Veränderungen in allen Lebensbereichen zeigen. Sie können uns dabei helfen. Selbstverständlich bekommen Sie Ihre Fotos zurück, werden auch als Fotograf genannt, wenn es zur Veröffentlichung kommt. Vielleicht haben Sie ja auch noch eine kleine Geschichte zu ihrem Foto und zu der Entwicklung zu erzählen. Wir freuen uns!

Schicken Sie Ihr Foto per Mail an c.steinbach@dnn.de oder per Post an die Dresdner Neuesten Nachrichten, Kennwort: Dresden gestern und heute, Dr. Külz-Ring 12, 01067 Dresden. Bitte in diesem Fall einen frankierten Briefumschlag für die Rücksendung nicht vergessen!

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.12.2014

Catrin Steinbach

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