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Dresden gestern und heute: Das Gewandhaus 1986 und 2015

Dresden gestern und heute: Das Gewandhaus 1986 und 2015

Zusammengewürfelte Möbel, unterschiedlich gemusterte Tapeten, das Flair irgendwo zwischen Büro und Jugendherberge - angesichts des Fotos, das ein Zimmer im Hotel Gewandhaus im Jahr 1986 zeigt, macht wohl jeder erst mal große Augen.

Dresden.

So war das?

"So war das", sagt Florian Leisentritt, Er ist Direktor des Gewandhaushotels, das am 1. Januar 2015 von der Seaside-Hotelgruppe übernommen wurde. Sie hat es renoviert und am 2. April als Fünf-Sterne-Boutique-Hotel wiedereröffnet. "Für die Metamorphose des Gewandhauses Dresden designte das Düsseldorfer Architekturbüro Studio architects unter der Führung von Hendrik Fraune und Claudia Blum ein exklusives Interieur-Konzept, welches den Manufacturcharakter des ehemaligen Tuchmacherhauses widerspiegelt", formuliert es Leisentritt.

Tatsächlich war ein Gewandhaus früher ein Lager- und Verkaufshaus der Tuchmacherzunft. Das älteste bekannte Gewandhaus in Dresden war ein "einfacher, zweigeschossiger Zweckbau an der Nordseite des Altmarktes" und wurde 1295 erstmals erwähnt, kann man im Dresdner Stadtlexikon nachlesen. Das Gebäude an der Ringstraße, das wir heute unter der Bezeichnung kennen, ist bereits das vierte Gewandhaus. Errichtet wurde es von 1768 bis 1770 von Johann Friedrich Knöbel. "Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte es sich zum bedeutendsten Gewerbeplatz in Dresden. 1925 wurde das Gewandhaus von Stadtbaurat Paul Wolf zur Dresdner Stadtbank umfunktioniert. Die äußere Form wurde beibehalten und der Handel hatte weiterhin Hausrecht", weiß Leisentritt.

Bei der Bombardierung Dresdens 1945 brannte das Gebäude völlig aus. 1956/58 sicherte man zunächst die Fassade. Danach begann ein zäher Kampf um das Haus. "Walter Ulbricht plädierte für den Abriss der Ruine", so Leisentritt, "welchen die Kunsthistoriker Fritz Löffler und Hans Nadler jedoch verhinderten". Unter Wahrung der historisch äußeren Bauform sei das Haus 1964 bis 1967 wiedererrichtet und anschließend als Hotel mit 200 Betten genutzt worden, heißt es im Stadtlexikon.

"Besonders DDR-Schauspieler waren gern zu Gast und trafen sich in der im ehemaligen Tresorraum gelegenen Bar, die als Künstlertreff galt", erzählt Hoteldirektor Florian Leisentritt. 1992 kam das Haus aus städtischem Besitz in Privathand, wurde völlig entkernt und sollte umgebaut werden. "Doch dem Investor Herbert Hillebrand ging das Geld aus. Im Sommer 1994 kam der Baustopp. Hillebrands Gläubigerbank, die Hypothekenbank in Essen AG, übernahm im Sommer 1996 die Zwangsverwaltung mit dem Ziel, einen Betreibervertrag abzuschließen...Im Dezember 1996 schloß die Bank dann den Pachtvertrag mit der SAS Deutschland GmbH ab", schrieben die DNN am 9.9.1997. Denn einen Tag zuvor wurde das Haus von der Hotelgruppe Radisson SAS als nobles Fünf-Sterne-Hotel wiedereröffnet, "nachdem die ersten Gäste bereits ab Ende Mai zum ,Probeschlafen' kommen durften." Die Zimmerpreise lagen damals übrigens zwischen 295 und 760 Mark. Ende 2014 wurde das Hotel geschlossen. Mit der Jahreswende folgen die Integration des Hotels in die Seaside Gruppe und Baumaßnahmen. Seit April hat nun ein neues Kapitel in der Geschichte des Gewandhauses begonnen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.06.2015

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