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Dresden geht die Bürofläche aus

Wohnungsbau verdrängt Gewerbeimmobilien Dresden geht die Bürofläche aus

Dresden droht die Vollauslastung – Gewerbeflächen in Dresden sind bis zu 76 Prozent ausgelastet. „Gewerbeflächen rechnen sich weniger als Wohnungsbau“, weiß Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Die Grüne).

Dresden geht die Bürofläche aus.
 

Quelle: Archiv

Dresden.  Jürgen Rees, Manager des World Trade Centers (WTC), ist besorgt: „Was nützt uns eine Wohnungsschwemme in der Innenstadt, wenn Firmen keine Bürofläche finden?“, fragte er auf dem 5. Dresdner WTC Immobilien-Symposium, das sich ausschließlich dem Thema Gewerbeimmobilien widmete. Er führe regelmäßig Gespräche mit Mietern, die gerne erweitern wollen, aber keine Flächen finden würden. „Wir haben nichts mehr.Wir sind voll vermietet.“

Vor wenigen Jahre hätte ihn der bevorstehende Auszug der Städtischen Bibliotheken vor riesige Probleme gestellt, so Rees. „4300 Quadratmeter freie Fläche, das wäre ein Problem geworden. Jetzt findet sich innerhalb des 26er Rings nichts in dieser Größenordnung.“ Er könne nicht über Interessenten klagen. Gefährlich sei die Entwicklung aber allemal: „Wenn wichtige wirtschaftliche Impulsgeber keine adäquaten Flächen in der Innenstadt finden, werden sie an andere Standorte wechseln.“

Ferdinand Ruchay, stellvertretender Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, bestätigte die Worte von Rees. Die Gewerbeflächen der Stadt seien zwischen 74 und 76 Prozent ausgelastet. „Uns droht die Vollauslastung“, erklärte er. Noch könne die Stadt den Wissenschaftsstandort Ost als Zugpferd anbieten, so Ruchay. Aber an diesem Beispiel werde die Dimension des Problems sichtbar: „Das Gebiet hat eine Bruttofläche von 100 Hektar, aber nur 33 Hektar Nutzfläche. Der Rest geht für Grün und Artenschutz drauf.“

Die Stadt werde immer kleiner, so Ruchay, weil der Gesetzgeber die verwertbare Fläche mit immer neuen Verordnungen verkleinere. Plane ein Investor, ein Bürogebäude mit Tiefgarage zu errichten, prüfe das Umweltamt die Auswirkungen des Fahrzeugverkehrs auf die benachbarte Wohnbebauung. Das verhindere Investitionen in Gewerbeobjekte.

Nicht nur, erklärte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Die Grünen): „Gewerbeflächen rechnen sich weniger als Wohnungsbau“, weiß er. Es gebe innerstädtische Flächen, die für Bürogebäude bestens geeignet seien. „Aber die Projektentwickler wollen dort Wohngebäude oder Einkaufszentren errichten, weil mit Gewerbeflächen kein Geld zu verdienen ist.“

Rees sieht ein strukturelles Problem auf die Stadt zukommen: „Wenn wir im Zentrum alle Flächen mit Wohnungen zubauen, haben wir keinen Platz mehr für ansiedlungswillige Unternehmen.“ Er glaube nicht an Wohnungsmieten zwischen 12 und 13 Euro. „Ich glaube, dass die Stadt eine Antwort haben muss, wenn eine Firma hierherkommen will.“

Eine Antwort auf die Herausforderungen einer wachsenden Stadt sieht Professor Tobias Just von der Universität Regensburg im Sparen. Sowohl die Wohnungen als auch die Büroflächen müssten kleiner werden. „Ich arbeite am Flughafen, ich arbeite im Hotel, ich sitze selten im Büro. Da muss das kein Riesenraum sein.“ Just verwies auch auf die Mikroappartments in großen Metropolen wie London oder New York, in denen Singles auf zehn Quadratmetern leben würden.

Die zweite Antwort liege in der Vergrößerung des Bestehenden. „Wir müssen über zusätzliche Etagen für vorhandene Gebäude nachdenken.“ Wohn-, aber auch Bürogebäude könnten durchaus um zwei Etagen aufgestockt werden, so der Wissenschaftler. Rees fand diesen Vorschlag charmant. „Unser Turm könnte durchaus noch ein paar Stockwerke vertragen“, erklärte er augenzwinkernd.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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