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Dresden gedenkt sowjetischer Kriegsgefangener sowie aller NS-Opfer

Dresden gedenkt sowjetischer Kriegsgefangener sowie aller NS-Opfer

Dresden hat am Sonntag der Opfer des nationalsozialistischen Terrors gedacht. Seit 1996 wird am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee, in Deutschland an die Leiden unter dem NS-Regime erinnert.

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Der Bläserchor der katholischen Kirchgemeinde St. Paulus Dresden-Plauen sorgte in der Gedenkstätte am Münchner Platz für die musikalische Umrahmung der Gedenkfeier.

Quelle: Jane Jannke

Erstmals standen nun die drei Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen im Zentrum, die in deutschen Lagern umkamen.  

Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) würdigte Ansprache im Sächsischen Landtag am frühen Nachmittag die sowjetischen Opfer. Es habe viele Jahrzehnte gebraucht, bis auch mit der Aufarbeitung jenes Teils der deutschen Geschichte begonnen worden sei. „Wir wollen dazu beitragen, dass auch diese Opfer Teil unseres historischen Gedächtnisses werden“, so Rößler. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) rief anschließend zur Achtung der Demokratie sowie zum Widerstand gegen ihre Feinde auf. In Anwesenheit von Vertretern verschiedener Opferverbände verlasen Schüler Texte und Erinnerungen von Zeitzeugen und Betroffenen.

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Etwa 150 Menschen aus Politik und Gesellschaft sowie Bürger und Vertreter von Opferverbänden gedachten am Sonntagnachmittag der NS-Opfer an der Gedenkstätte am Münchner Platz.

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Zu einer Gedenkveranstaltung hatte auch der Münchner Platz Komitee e. V. in den Innenhof der Gedenkstätte am Münchner Platz eingeladen. Unter den rund 150 Menschen, die sich am zu Ehren der hier einst hingerichteten Widerständler in den 50er-Jahren errichteten Mahnmal eingefunden hatten, befanden sich unter anderem Landtagspräsident Matthias Rößler, Dresdens Zweiter Bürgermeister Detlef Sittel (CDU), TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen sowie der Landesvorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Heinz-Joachim Aris.  

Vor dem Hintergrund der Machtergreifung durch die Nazis 1933, die sich am 30. Januar zum 80. Male jährt, forderte TU-Rektor Müller-Steinhagen, sich jedweder Form von Fanatismus und Rechtsextremismus vehement entgegenzustellen und rief zur Teilnahme an der Menschenkette am 13. Februar auf. Der Vorsitzende des Münchner Platz Komitees, Wolfgang Howald, erinnerte daran, dass insbesondere das „Umfallen“ weiter Teile von Bürgertum und Intelligenz seinerzeit den Fortbestand der Diktatur ermöglichte.  

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Auch an der Frauenkirche wurde den Opfern gedacht. Eine Kirchenmitarbeiterin verliest vor der Kreuzkirche die Namen von im Holocaust ermordeten Dresdnern. Im Vordergrund ein Gedenkstein.

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„Wir erinnern heute hier an Tage voller Angst, bevor zuerst die Hoffnung und schließlich der Mensch selbst starb“, so Bürgermeister Detlef Sittel in seiner Ansprache in Erinnerung an die menschlichen Tragödien, die sich im einstigen Gerichtsgebäude am Münchner Platz abspielten. Gleichzeitig warnte er davor, das Geschehene allzu leichtfertig in die Schublade des Vergangenen zu versenken: „Wir sind als Menschen nicht besser geworden“, so Sittel in Anlehnung an ein Zitat Richard von Weizsäckers.  

In der heutigen Gedenkstätte am Münchner Platz war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges das Landgericht Dresden untergebracht. Von 1933 an bis zum 8. Februar 1945 wurden hier mehr als 1300 Menschen in der Schwurgerichtskammer des sogenannten Volksgerichts wegen Hoch- und Landesverrats abgeurteilt und anschließend mit dem Fallbeil hingerichtet.

Jane Jannke

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