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„Dresden für alle“ will Pegida am Montagabend einen „Sternlauf“ entgegenstellen

„Dresden für alle“ will Pegida am Montagabend einen „Sternlauf“ entgegenstellen

Mit einem großen „Sternlauf“ will das Bündnis „Dresden für alle“ am Montagabend der Pegida-Demo ein starkes Zeichen entgegensetzen.

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Quelle: Dresden für Alle

Statt wie Pegida vor allem „gegen“ etwas zu sein, soll ein Zeichen für Toleranz, Gastfreundschaft und Integration gesetzt werden, sagte Christian Behr, Superintendent der evangelischen Landeskirche, am Donnerstag.

Miteinander wolle man am Abend von sechs verschiedenen Startpunkten gemeinsam bis zum Rathaus ziehen. Vor der Trümmerfrau sollen sich die Menschen dann 19 Uhr treffen. Behr hofft dabei auf mindestens 2000 Teilnehmer. Johanna Stoll von der Jüdischen Gemeinde Dresden betonte, dass die Aktion am Montag ein Angebot zum Dialog sei. Sie wünschte sich, dass die Pegida-Teilnehmer sich auf das Gespräch besinnen statt weiter mit Rechtspopulisten schweigend durch die Stadt zu laufen.

„Dresden für alle“, dem unter anderem Ausländerbeirat, CSD, Dresden Nazifrei, die Dresdner Studierendenschaft, mehrere Parteien und religiöse Organisationen angehören, spricht sich gegen Rassismus und Intoleranz aus. Christian Behr betonte, dass man natürlich auch gegen den Salafismus und religiöse Extremisten sei. Es sei aber definitiv der falsche Weg, wie Pegida eine Kultur der Abgrenzung zu schaffen. Man erhebe die Stimme für ein weltoffenes Dresden, so Eric Hattke, Vertreter der Dresdner Studierendenschaft.

Christian Avenarius, Chef der Dresdner SPD, hoffte, dass das neue breite Bündnis einige Pegida-Teilnehmer zum Umdenken bewegt. Die Teilnehmer müssten sich sehr wohl die Frage gefallen lassen: „Weißt du eigentlich, wen du da unterstützt? Überlegt euch, ob ihr das, was ihr wollt, so erreichen könnt“, rief er den Menschen zu. Bisher unterstützen Linke, SPD und Grüne das neue Bündnis. Avenarius lud am Donnerstag auch CDU und FDP ein, sich anzuschließen. Er sei fester Überzeugung, dass hier alle demokratischen Kräfte der Stadt zusammenstehen müssten. Der gute Ruf Dresdens sei nachhaltig gefährdet. Die AfD lehnte die Sternlauf-Pläne in einer Stellungnahme als Inszenierung einer "kriegerischen Kesselschlacht" ab.

Ebenfalls mit an Bord ist die AG 13. Februar, auch Oberbürgermeisterin Helma Orosz unterstützt die Pläne. „Es ist ein gutes Signal, dass sich viele gesellschaftliche Akteure zusammengefunden haben, um ein anderes Bild von der Stadt Dresden zu zeichnen, als es in den vergangenen Wochen entstanden ist“, teilte die Oberbürgermeisterin mit. „Ich unterstütze es, dass hier Bürgerinnen und Bürger deutlich machen, dass Zuwanderung und Asylpolitik nicht nur zu Ängsten und Vorbehalten führen, sondern dass es auch viele Beispiele für eine echte Willkommenskultur gibt. Viele Menschen vergessen angesichts der aufgeheizten Diskussionen, dass Dresden und Sachsen seit Jahrhunderten von Zuwanderung und Asyl profitieren.“ Orosz selbst wird am Montag allerdings wahrscheinlich nicht dabei sein. Die Oberbürgermeisterin besucht an dem Abend eine Bürgerversammlung im Ortsamt Leuben, bei der es ebenfalls um das Thema Asyl gehen wird.

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Verschiedene Vertreter von "Dresden für alle" warben am Donnerstag für eine hohe Beteiligung.

Quelle: Stephan Lohse

Für den Sternlauf ändert am Montag auch das Bündnis Nazifrei seine Strategie. Nachdem das Bündnis in den vergangenen Wochen bestrebt war, Pegida möglichst in Hör- und Sichtweite zu begegnen, verzichtet Dresden Nazifrei dieses Mal auf eine direkte Konfrontation. Laut und bunt soll es dabei zugehen, kündigte Bündnis-Sprecher Silvio Lang an. Es sei wichtig, dass sich viele Menschen gegen Rassismus und Fremdenhass zusammenschließen. Das unterstütze Nazifrei.

Stephan Lohse

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